Gar nicht einfach. Die Vaterschaft als Erklärung für alle menschengemachten Probleme.

Die Existenz des Patriarchats zu erkennen, ist das eine. Nicht nur Frauen rund um den Erdball leiden. Aber nur die mutigsten unter den Frauen haben ihre Stimme erhoben und seitdem hat sich zumindest in der westlich geprägten Welt einiges verändert. Der Ruf nach Gleichberechtigung wird immer öfter laut und oft auch gehört. Der Wille scheint da zu sein. Jungen Frauen wird nun vermittelt, die Welt stünde ihnen offen. Wir erleben trotzdem gerade einen gewalttätigen Backlash, der vielen ein Rätsel ist: Von Gewalt und Bedrohung durch Armut sind auch berufstätige und gebildete Frauen betroffen, insbesondere die häusliche Gewalt nimmt zu.

Eigenes Geld zu haben, das hielten Frauen für den Inbegriff der Freiheit. Bildung und finanzielle Gleichstellung galt als Königsweg aus dem Patriarchat. Es war ein Irrtum. Denn beides sind nur Zugeständnisse, die nicht nur jederzeit zurückgenommen werden können, sondern auch nicht am Fundament des Patriarchats rütteln. Das haben viele westliche Männer mittlerweile erleichtert wahrgenommen und der Widerstand gegen den Mainstream-Feminismus schwindet. Jubel und Bewunderung sind ihnen sicher, wenn sie Freiheit und Gerechtigkeit für Frauen fordern und sich sogar als Feministen bezeichnen. Die Sache ist weniger heldenhaft als sie aussieht. Jeder noch so liebe Ehemann oder Vater ist kraft des Gesetzes ein Patriarch. Erst die Trennung von der Mutter der gemeinsamen Kinder oder ihre „Untreue“ wird zur Nagelprobe für ihn und seine hehren Verlautbarungen.

Männer profitieren nun also ganz erheblich von der Berufstätigkeit der Frau. Die angebliche Befreiung der Frau ist im Grunde eine Befreiung der Männer von der finanziellen Verantwortung als Partner, Ehemann und Vater, die eigentlich von ihnen getragen werden muss, da sie die Macht gar nicht aus den Händen gegeben haben! Schon die sog. Sexuelle Befreiung hatte sich bald als Mogelpackung erwiesen. An der Gewalt der Männer hat sich trotz aller Maßnahmen nichts zum Guten geändert.

Mit Gewalt meine ich die Gewalt des Gesetzes, die tätliche Gewalt und die Gewalt des Normalen, die normative Gewalt. Ein Mann, der nicht gewalttätig ist, hat immer noch die Gewalt des Gesetzes und die öffentliche Meinung hinter sich. Allein die pure Möglichkeit, dass Männer in diesem System leicht Gewalt ausüben können, macht Frauen gefügig.

Auch sexistische Männer üben nicht einfach eine diffuse Macht aus. Sie geben der Frau unmissverständlich zu verstehen, dass ihr Körper dem Mann allein zu gehören hat. Vielen ist aber schleierhaft, warum Männer Macht ausüben wollen. Es gibt dafür nur eine Erklärung, und das ist nicht die Machtgier, denn auch sie hat immer einen Grund: Jeder Mann braucht die Macht über den Körper der Frau, um seine Vaterschaft ausüben zu können. Das Wissen um diese Ohnmacht, die es in Wirklichkeit ist, macht ihn aggressiv, denn es wird von ihm erwartet, dass er das Patriarchat fortführt, und wenn er es nicht tut, droht ihm Isolation.

Diese Aggression ist ihm nicht angeboren, sondern vom Patriarchat verursacht. Daher wird männliche Gewalt oft entschuldigt und legitimiert, auch vor Gericht; anders ergeht es den Frauen:

„Der in der Rechtsprechung in sein Gegenteil verkehrte Begriff der Wehrlosigkeit ermöglicht das Paradoxon, daß Frauen, die von den partnerschaftlichen Kräfteverhältnissen her an sich unterlegen sind, auch dann wegen Mordes verurteilt werden können, wenn sie aus einer notwehrähnlichen Situation heraus töten. Dagegen macht es die Rechtsprechung mit ihrer derzeitigen Auslegung den Männern fast unmöglich, ihre Frauen heimtückisch zu töten. Tatsächlich konnten alle weiblichen Opfer nur unter Ausnützung ihrer Wehrlosigkeit getötet werden, versteht man die Ausnutzung von Macht und Abhängigkeit als „Heimtücke“. Auch hier zeigt sich wieder: zweierlei Recht für zweierlei Geschlecht!“

(Junger, Ilka: Geschlechtsspezifische Rechtsprechung beim Mordmerkmal Heimtücke, In: STREIT. Feministische Rechtszeitschrift, Heft 2/1984, S. 42; zitiert nach Wolters 2018, S. 18)

Es muss nicht erst so weit kommen. Frauen in jeder Lebenssituation kämpfen gegen Ungerechtigkeit, Gewalt, Minderbezahlung und Altersarmut, aber insbesondere Müttern geht es schlechter als noch vor 30 Jahren. Nie waren sie seitdem unfreier. Nicht einmal in vorindustrieller Zeit war eine alleinerziehende Mutter an den Kindsvater gekettet, heute ist das aber so.

Was in der Schule nicht gelehrt wird, was Eltern auch nicht wissen, was in den Medien kaum ein Thema ist, was daher kaum eine junge Frau weiß und worüber sie auch bei der Unterschrift unter den Ehekontrakt nicht explizit aufgeklärt wird – was dort nicht einmal im Kleingedruckten steht –, das sind die neuen Familiengesetze.

Nicht zu heiraten war bis vor einigen Jahren für Mütter die Rückversicherung, ein Kind ohne Vater großziehen zu dürfen. Mittlerweile ist es egal, ob sie heiratet oder nicht, was das Sorge- und Umgangsrecht angeht. Um es auf eine einfache Formel zu bringen: Väter haben nun alle Rechte, müssen dafür aber nichts mehr zahlen.

Sicher, die Ehe diente von Beginn an der Unterdrückung der Mutter, aber eben nur der legitimen Mutter. Seitdem die sog. Illegitimität eines Kindes abgeschafft wurde, glauben immer mehr junge Mütter, nicht mehr heiraten zu müssen und halten das für einen feministischen Akt. Damit bringen sie sich nun um Vergünstigungen und die Absicherung des Alters, Geld, das ihnen eigentlich zusteht, denn der Vater profitiert ganz erheblich von der Lebensleistung einer Mutter, dies weit mehr als umgekehrt: Ohne sie könnte er nicht mit seinen Kindern leben, während eine Frau theoretisch auch ohne Partner Mutter sein kann. Nebenbei leistet ihm die treue Partnerin sexuelle Dienste und viele andere Annehmlichkeiten.

Das Ehegattingsplitting steht auf dem Prüfstand, aber das Rentenproblem bleibt, und verschärft sich sogar noch, denn schon jetzt ist die Rente ungerecht verteilt: In der Ehe verdientes Geld wird gemeinsam versteuert, aber was die Rente angeht, gilt das auf einmal nicht mehr. Wenn der in der Regel mehr verdienende Mann seine Frau überlebt, bezieht er weiter eine relativ hohe Rente, aber wenn sie ihn überlebt, wird sie mit einer kümmerlichen Witwenrente abgespeist. Einst sollte dies verhindern, dass sie ihren Mann umbringt und mit seiner Rente ein „lustiges Leben“ führt. Die Wirklichkeit sieht anders aus: Überwiegend Männer ermorden ihre Partnerin.

„Ich bin für Gleichberechtigung, aber alles hat seine Grenzen“ sagte neulich ein Mann in den Sozialen Medien. Ja, Männer setzen absurde Grenzen, nicht Frauen. Weibliche Grenzen werden ungefragt überschritten, denn ihr Körper und alles, was aus ihr geboren wird, soll dem Mann gehören. Die Abgabe dieses und anderer Privilegien löst bei den Männern Angst aus, und zwar vor dem Gespenst eines Matriarchats, einer Frauenherrschaft. Männer haben Angst vor dem Echo. Alle Frauen leben ja vor, wie furchtbar es ist, beherrscht zu werden. Statt aber daraus abzuleiten, dass Frauen anständig zu behandeln sind, schützen Männer nur sich selbst vor dem Gespenst, das es selbst in vorpatriarchaler Zeit nicht gegeben hat.

Es ist ein selten dummer Kurzschluss, der nachfolgenden Generationen Schaden zufügt. Denn im Patriarchat werden alle Männer von leidenden Frauen geboren. Schon im Mutterleib leiden auch männliche Kinder, und zwar nachhaltig über die Epigenetik, und wenn sie geboren werden, leiden sie unter der mehr oder weniger sichtbaren Herrschaft ihres Vaters und der von Vater Staat, aber auch nicht selten unter einer Mutter, die mit dem Vater oder dem patriarchalen System kooperieren muss, statt, dass sie ihr Kind davor beschützen kann. Insbesondere von Söhnen erwarten Väter mehr oder weniger bewusst, dass sie in ihre Fußstapfen treten oder es sogar noch besser machen. Selbst das weitere Umfeld erwartet nun vom Sohn, dass er es dem Vater zumindest gleich tut. Wenn nicht, gibt es Gerede. Insbesondere bei Söhnen berühmter Männer kennen wir das. Diese in der Kindheit erworbenen Verletzungen können im Patriarchat nicht geheilt, sondern höchstens kompensiert werden und sie sind für den überall grassierenden Narzissmus verantwortlich. Männer suchen dafür die Schuld bei der Mutter – das Wesen, von dem sie unter natürlichen Bedingungen Schutz erwarten könnten. Diese Täter-Opfer-Umkehr wird zum zentralen Verhaltenskodex des Patriarchats und mündet in einer generationenübergreifenden Männersolidarität gegen Frauen. Frauenfeindlichkeit ist automatisch jedem patriarchal sozialisierten Mann anerzogen, mehr oder weniger. Es ist seine Aufgabe, das zu erkennen und zu therapieren.

Während Söhne von Vätern angetrieben werden, werden Töchter eher ausgebremst und kontrolliert, leider auch von den mit dem Patriarchat kooperierenden Müttern. Als Geschlechtsgenossinnen müssen sich daher alle Töchter von ihren Müttern besonders verraten fühlen – wenn sie der Sache nicht auf den Grund gehen. Der Mutter-Tochter-Konflikt ist ein Symptom der tiefen Krankheit der Gesellschaft, der Patriarchose (nach Dagmar Margotsdotter) und zugleich ein heimtückisches, aber nicht unüberwindbares Hindernis auf dem Weg aus dem Patriarchat.

Der Hunger nach unerfüllter Mutterliebe, letztlich nach bedingungsloser Liebe, drängt Männer wie Frauen in die Depression. Während Männer dann meist aggressiv reagieren, werden Frauen antriebslos, zwei Seiten einer Medaille. Die Handlungsfähigkeit der Frau wird ohnehin eingeschränkt und gelähmt, auch weil sie selbst weiß, dass sie es niemandem Recht machen kann.

„Sich auf Kosten des Mannes ein schönes Leben machen“ wird das genannt und damit soll jetzt Schluss sein. Auch Frauen sollen spüren, wie hart das Leben ist! In ihrer grenzenlosen Überheblichkeit und Wehleidigkeit sehen patriarchale Männer nicht, dass es die Mütter sind, die sowieso zuerst die ganze Härte patriarchalen Lebens zu spüren bekommen, und die aber aus Fürsorge den Karren am Laufen halten, obwohl sie allen Grund dazu hätten, ihn in den Sand zu setzen. In Wahrheit sitzen die Männer auf dem Kutschbock und lenken die Welt in den Abgrund, durch die von ihnen verursachte fatale Überbevölkerung und dadurch mitausgelöste Armut, Ausbeutung, Kriege und Umweltverschmutzung.

Nun sind die Frauen auch noch in die Abhängigkeit von einem Arbeitgeber getrieben worden und doppeltbelastet, denn es geht nicht darum, den Männern den gerade restlos frei gewordenen Rücken wieder mit Hausarbeit zu belasten. Eine 50:50-Aufteilung der Hausarbeit ist eine Illusion. Es geht jedoch letztlich immer auf Kosten der Kinder, denn eine unglückliche Mutter kann keine glücklichen Kinder haben, das scheint den Vätern mehr oder weniger egal zu sein.

Seifenblasen

Seifenblasen (Bildquelle: Wikimedia Commons, user: Andreas Hendrik)

„Vater werden ist nicht schwer, Vater sein dagegen sehr“

Es gibt keinen entsprechenden Spruch für Mütter, und er wurde von einem „äußerst geplagten“ Mann (Wilhelm Busch) geprägt. Damit wollte er im Grunde ahnungslose Männer vor der Vaterschaft warnen. Die Männer haben sich mit dem Patriarchat und der Vaterschaft eine Last aufgeladen, die sie unter natürlichen Bedingungen niemals hatten, und die zu tragen sie in Wahrheit gar nicht in der Lage sind. Ihre Privilegien gestatten ihnen, das zu kompensieren. Es gelingt nur über die Ausbeutung der Frau, übrigens ebenso eine nicht ganz leichte Aufgabe. Je schlechter die finanzielle Situation des Vaters ist, desto mehr wird Kinderhaben für ihn zum Zwang, einer lukrativen Berufstätigkeit nachzugehen. Viele dieser Väter entziehen sich irgendwann. Keine Frau weiß vorher, als was sich der Vater ihrer Kinder eines Tages und im Falle eines Falles entpuppen wird, oft nicht einmal er selbst. Er ist und bleibt für sie ein Fremder, ein Risiko. Nur extrem wenige Mütter verlassen ihre Kinder, und zwar, wenn sie ernsthaft krank sind oder in Lebensgefahr schweben.

Getrennt lebende Väter, die das Sorgerecht erstritten haben, merken erst, was es für eine ungeheure Anstrengung es ist, mit Kindern zu leben. Erst jetzt verstehen sie, dass es weit mehr als einen Menschen braucht, um ein oder mehrere Kinder groß zu bekommen. Konsequenterweise versuchen sie fast immer, ihre Kinder von einer anderen Frau/Frauen versorgen zu lassen, und zwar welche, die das Sorgerecht gar nicht besitzen! Entweder ist das die Kita oder die Großmutter väterlicherseits, was für die Mutter eine Katastrophe bedeutet, denn sie weiß instinktiv: die Kita nicht und auch die Schwiegermutter ist kein adäquater Ersatz. Oder es ist eine neue Partnerin, an die sich das Kind gewöhnen muss, und die der Mutter natürlich ein rotes Tuch sein muss. Trennt sich der Vater abermals, gilt das Kindeswohl plötzlich nichts mehr, wenn diese Frau zu einer wichtigen Bezugsperson geworden war. Die Großmutter mütterlicherseits verliert oft jede Möglichkeit, sich um ihre Enkel zu kümmern, wenn sie nicht erheblichen Druck auf den Vater ausübt. Sie zieht sich meist resigniert zurück, denn das ist in der Tat eine echte Zumutung. So wird sie in Sippenhaft genommen und ihres natürlichen Fürsorgerechts beraubt. Das Großmutter-Mutter-Kind-Kontinuum war einst eine Erfolgsgeschichte der Evolution, die vom Vaterrecht beendet wurde.

Fortgesetzter Frauen- und Kindesraub

Das Patriarchat ist ein heimtückisches System, das auf einem Urverbrechen aufbaut. Es begann mit realen Entführungen von realen Frauen aus ihren matrifokalen Sippen und der Ermordung ihrer Brüder und Onkel, und brauchte meist nur drei Generationen, um sich zu stabilisieren. Das Verlies, in das die Frauen verschleppt wurden, war die Weite und Einsamkeit der Steppen, wo die ersten Patriarchen – es waren die Indoeuropäer – auch die Viehzucht erfanden. Erst in der übernächsten Generation, als das Verbrechen zur Normalität geworden war, konnten sich selbsternannte Familienoberhäupter sicher sein, dass die Frauen nicht einfach wieder wegliefen.

inks: Das verlorene Schaf (Der gute Hirte), Willi Langbein, 1930 (Kirche Allermöhe) rechts: Raub der Sabinerinnen, Albrecht Dürer, 1495 (Ausschnitt)

Links: Das verlorene Schaf (Der gute Hirte), Willi Langbein, 1930 (Kirche Allermöhe)

Rechts: Der Raub der Sabinerinnen, Albrecht Dürer, 1495 (Ausschnitt) (gemeinfrei)

Nur in der Familie, wenn „seine“ Frau bei ihm wohnt (Patrilokalität) und wenn er dabei von seinem Vater (Patrilinearität) und seiner Mutter unterstützt wird, kann sich ein Patriarch entspannt zurücklehnen. Nun kann er wenigstens halbwegs sicher sein, dass er der biologische Vater der Kinder ist. Frauen und Kinder sind in der Familie der Gewalt des Vaters und seiner Familie schutzlos ausgeliefert. Das Käfiggefühl kennen viele Mütter und es ist sehr real. Schwer zu verstehen ist, dass bis heute JEDER Mensch, der in einer Familie lebt, im Grunde ein Entführungsopfer ist. Denn Menschen, egal welchen Alters und Geschlechts, gehören ihrer Natur nach zu ihrer matrifokalen Sippe, die nur aus der mütterlichen Linie besteht. Nur sie ist ein verlässlicher Schutz- und Versorgungsraum für Mütter und Kinder.

Der Täter glaubt heute, dass er sein natürliches Recht ausübe, und die Entführte meint, dass der Vater ihrem Kinde ein Wohl-Täter sei und es ein Recht auf die Kenntnis seines Vaters hätte. Aus matrifokaler Sicht ist es eigentlich nur das Recht der Kenntnis auf den Namen seines Entführers. Im Patriarchat aber wird eine Mutter bestraft, wenn sie ihr Kind „entführt“, d.h. dem Vater entzieht; dies ist die initiale Täter-Opfer-Umkehr.

Archäologisch sind die initialen Entführungen in der Zeit um 8-7000 v.h. gut nachweisbar, ebenso der plötzliche und dann enorme Anstieg der Gewalt in der Zeit der Entstehung des Patriarchats. Zahlreiche Massaker mit nachgewiesenem Frauenraub aus dieser Zeit wurden mittlerweile entdeckt. Diese Befunde werden von der Herrschenden Lehre jedoch nicht mit der Entstehung des Patriarchats in Verbindung gebracht, sondern als Folge der Sesshaftigkeit hingestellt. Dabei hatte die Sesshaftigkeit bis dahin eine weit über 4000-jährige Geschichte, in der die Menschheit sich das Ausleben ihrer Matrifokalität bewahren konnte. Dies ist sowohl naturwissenschaftlich als auch archäologisch ausreichend belegt (siehe Kasten rechts „Studien, die Sie kennen sollten“).

Die Vaterschaft wurde gewaltsam durch Entführungen von Frauen durchgesetzt. Die Nachhaltigkeit erklärt sich daher psychologisch gesehen mit dem Stockholm-Syndrom (Link 1: Zur peer-reviewten Studie aus HUMAN NATURE, Link 2: Original-Studie zum Download Link 3: Begriff bei Wikipedia, Link 4: nach Stephanie Gogolin), also die aufgezwungene Kooperation mit den väterlichen Tätern, und der Belohnung der Kooperation mit männlichen Privilegien und weiblichen Scheinprivilegien. Tatsächlich würde kein Vater von seinen Kindern wissen, wenn er nicht von der Mutter darüber informiert würde. Die Mutterschaft ist immer sicher. Die Vaterschaft wird per Gesetz festgestellt und es kann nur als Vater gelten, wer zum Zeitpunkt der Zeugung mit der Frau zusammen war. Daher muss ein Mann eine Frau festsetzen, wenn er Vater werden will. Vaterschaft ist Freiheitsberaubung der Mutter.

Das Andere ist nun, als Ursache des Patriarchats die Vaterschaft selbst anzuerkennen.

Es ist die größte geistige Hürde, zu verstehen, dass das Patriarchat nur ZUSAMMEN mit der Vaterschaft abgeschafft werden kann.

Die Vaterschaft sitzt sozusagen wie ein Kronkorken auf der Flasche, in der der Geist der Aufklärung gefangen ist. Die normative Gewalt aber zwingt uns zu glauben, dass es nur gerecht sei, dass ein Vater seine Kinder kennt und auch erzieht. Das ist es aber nicht, weil die Vaterschaft nur mit den oben aufgezählten Formen der Gewalt existiert.

Das, was wir als normal ansehen, ist voller kranker Gewalttätigkeiten. Trotzdem macht uns das Unnormale Angst, denn wir wissen meist nicht, was wir an diese Stelle sonst setzen könnten. Zu tief ist das Patriarchat in allen Bereichen des Lebens verankert.

Zum Beispiel in der Sprache: Zu den biologisch falschen Begriffen wie Zeugung, Vererbung, Same, Befruchtung usw. gibt es keine Alternativen, die frei von patriarchalen Kontaminationen oder Projektionen wären. Der Grund ist der indoeuropäische Ursprung unserer Sprache. Es waren indoeuropäische Männer, die uns diese Sprache aufzwangen, nachdem sie Mitteleuropa unterworfen hatten. SIE waren die ersten Patriarchen der Welt und sie waren, wie bereits erwähnt, Viehzüchter. Daher ist alles, was mit unserem Leben zu tun hat, von dem Geist und der Sprache der ZUCHT durchdrungen, wie das Wort Erziehung, die Aufzucht der Kinder, die Zucht und Ordnung, die Unterjochung, die Zähmung des Weiblichen usw.. Dazu gesellt sich eine aus dem Nahen Osten stammende Viehzüchterreligion. In der Kirche wird den Schäflein vom Guten Hirten erzählt, einem männlichen Heilsbringer, der uns gelehrt hat, auch noch die linke Backe hinzuhalten. Patriarchat ist Gefangenschaft von Menschen, die wie Tiere im Pferch behandelt werden, und die nicht dagegen aufstehen, weil ihnen die Ursache, nämlich die Vaterschaft, als höchster Wert gepredigt wird und sie dies auch glauben, so wie sich eine Kuh im Stall freut und dem Bauern liebevolle Blicke schenkt, weil er ihr einen Eimer Trockenfutter vor die Füße kippt.

Ahnungslos informiert fast jede Mutter den Kindsvater über seine Vaterschaft, wie eine Eva, die dem Adam den Apfel schenkt. Die Bibel nennt den Apfelbaum den „Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen“. Der Apfel ist in Wirklichkeit das Symbol für die Leibesfrucht der Großen Mutter, die in der biblischen Mythologie mal eine Schlange und mal ein Baum (Ashera) ist. Der Baum wird zum Baum der Erkenntnis der Vaterschaft. Erst die erzwungene Vaterschaft erschafft das Böse, das mit dem Patriarchat zwar identisch ist, aber von ihm definiert wird; das nennen wir Gesetz.

Im Patriarchat bleibt einer Mutter auch nur das Bekenntnis zum Vater, wenn sie nicht über ein Netzwerk solidarischer und wirtschaftlich starker Blutsverwandter verfügt, die sie voll absichern, wie es im Patriarchat nur der Ehemann verspricht. Da dieses Netzwerk – das sie im Übrigen von Natur aus hätte – gewaltsam zerstört oder zumindest extrem geschwächt wurde, ist eine Mutter genötigt, nach den patriarchalen Vorgaben zu handeln. Sie ist genötigt, vom Vater ihrer Kinder Geld zu fordern, ob sie das gerecht findet oder nicht, denn sonst würden ihre Kinder im Elend aufwachsen. Eine Zwickmühle, aus der sich nicht die Mutter, aber der Vater befreien kann, indem er einfach nicht zahlt.

Heutige Mütter müssen sich vom Feminismus betrogen fühlen. Es ist nur verständlich, dass viele Frauen damit nichts mehr zu tun haben wollen. Genau diese Abwehr erleben wir, wenn eine Frau sich explizit nicht als Feministin bezeichnet und ihren Glauben an das Patriarchat betont.

„Paradies“ von Lucas Cranach dem Älteren (1530, Kunsthistorisches Museum Wien, gemeinfrei)

Das Patriarchat ist nicht natürlich.

Wie kann eine Lebensweise natürlich sein, die Mütter und Kinder derart in Schwierigkeiten bringt? In der Evolution ist schließlich alles auf den Nachwuchs und dessen Wohlergehen ausgerichtet! Der Akzeptanz, dass die Ursache des Patriarchats die Vaterschaft selbst ist, geht die Erkenntnis voraus, dass das Patriarchat nicht natürlich ist.

Wir könnten es längst besser wissen, schon aus dem gesunden Menschenverstand heraus, aber Generationen von Wissenschaftlern haben daran gearbeitet, jede Ahnung von der Unnatürlichkeit der Vaterschaft im Keime zu ersticken und sie mit Argumenten zu untermauern, die patriarchale Geister für plausibel halten. Es gibt sogar Wissenschaftler, die auf der Basis einiger herausgepickter, falsch verstandener Elemente der Evolutionstheorie nach Darwin erklären, dass es zur Natur des Mannes gehöre, dass er vergewaltigt, wie der Biologe Randy Thornhill und der Anthropologe Craig T. Palmer. In ihrem im Jahre 2000 veröffentlichen Buch A Natural History of Rape („Eine Naturgeschichte der Vergewaltigung“) versuchten sie, die Erkenntnis, dass Vergewaltigung ein Ausdruck männlicher Dominanz und nicht sexueller Motivation ist – erstmals aufgeschrieben von der Feministin Susan Brownmiller (Against Our Will, 1975) – als irrig und ideologisch hinzustellen.

Zum Glück gibt es nicht nur Feministinnen, die solche Machwerke entlarven, sondern auch kluge Männer, wie den Anthropologen Frans de Waal, der mit der Evolutionstheorie beweisen konnte, dass Thornhill/Palmer unwissenschaftlich vorgegangen sind. Wenn wir die Regeln der Evolution, wie Darwin sie beschrieben hat, anwenden – also die Female choice (Sexuelle Selektion) und die Natürliche Selektion – kann es einfach nicht sein, dass die Vergewaltigung zum natürlichen Verhaltensrepertoire des Mannes gehört. Die Anthropologin Sarah Blaffer Hrdy fügte der Evolutionslehre eine weitere bedeutsame Erkenntnis hinzu – ich will sie einmal „Selektierte Fürsorge“ nennen. Sie erklärt, warum und wie Menschenmütter eine matrifokale Sozialordnung geschaffen hatten. Unter dieser Bedingung fehlt schlicht der Boden, auf dem Vergewaltigung stattfinden könnte. Dagegen baut das Patriarchat auf Zucht auf, die eine Form der Vergewaltigung ist, da sie die Female choice außer Kraft setzt.

Der Fall Thornhill/Palmer führt uns vor Augen, wie wichtig es ist, dass wir unsere Biologie kennen. Mit Feminismus allein – also mit nichts als Gerechtigkeitsgefühl – kommen wir nicht weiter, weil das Gefühl als subjektiv angreifbar ist. Das Gerechtigkeitsgefühl spielt uns im Patriarchat auch immer wieder Streiche, weil Unrecht schon lange zu Recht geworden ist. Für besonders gerecht und selbstverständlich halten es die meisten Leute, dass Männer ihre genetischen Kinder kennen dürfen, und verdrängen vollkommen, wie viel Ungerechtigkeit das Vaterrecht nach sich zieht. Wir haben es mit einer äußerst perfiden Instrumentalisierung des Gerechtigkeitsgefühls zu tun, das in seinem Ursprung angeboren und daher matrifokal ist. Wir können es auch kaum verübeln, denn das Übel des Patriarchats ist in seiner Komplexität nur zu erfassen, wenn über das Patriarchat alles bekannt ist; eine Katze, die sich in den Schwanz beißt, aber nicht unmöglich aufzulösen, wenn wir es erst einmal zu denken wagen, dass die Vaterschaft nichts als ein ideologisches Dogma ist.

Selbst Frauen, die von sich behaupten, Feministinnen zu sein, verbieten uns, über unsere Natur nachzudenken. Jeder Gedanke an unsere natürliche Biologie wird als „biologistisch“ gekeult. Wir seien kulturelle Wesen, die im Patriarchat lediglich Rollen spielten, und da sei die Biologie die denkbar schlechteste, weil sie Mütter an den Herd zwinge; ja, die Mutterschaft selbst sei nur eine Rolle, die wir ablegen könnten und müssten. Die weibliche Biologie ins Feld zu führen, sei nichts anderes als faschistischer Mutterkult.

Hinter dieser Argumentation steckt aber nichts anderes als der Glaube, dass das Patriarchat im Grunde doch natürlich sei, es aber nur eine Frage gleicher Rechte sei, wie Frauen zu ihrem Recht kämen! In jüngerer Zeit wird uns das Patriarchat sogar wieder als schützenswerte Kultur verkauft, die uns bereichern soll. Beides ist ausgeprägter Vaterkult. In Wahrheit gibt es keinen radikaleren Feminismus als die Biologie (Siehe hierzu Uhlmann 2018) und nichts ist faschistischer als das Patriarchat selbst, das immer wieder ebensolche Blüten treibt.

Ja, der Mensch ist in besonderem Maße zur Kultur fähig. Archäologen wissen, dass es sogar eine über 3000-jährige Phase der Hochkultur gab, bevor das Patriarchat errichtet wurde. Das Patriarchat ist aber nichts als eine kranke, zerstörerische Unkultur, eine Mutation, und stellt in der Natur keine Option dar: Nach den Regeln der Evolution kann kein Patriarchat entstehen und dann am Leben bleiben, es ist immer eine Sackgasse, ein schrecklicher Unfall.

Das Patriarchat ist Käfigzucht, die den Menschen aus seiner natürlichen Umwelt reißt, der Technik unterwirft und der Selbstzerstörung ausliefert. Äußerlich sind am Menschen bereits die Auswirkungen der Zucht erkennbar, aber in Freiheit würden wir wieder ganz Natur, wie wir das auch an verwilderten Haustieren beobachten können, denn das Patriarchat kann die Female choice genetisch nicht ausmendeln. Sie ist an der Basis des Lebens verortet, das immer aus einer Mutter kommt. Keine andere Tierart lebt daher ein Patriarchat. Es ist festzustellen, dass wir Menschen, wie auch die Tiere, nur ein einziges natürliches Sozialverhalten haben, die Matrifokalität. Sie ist uns angeboren, kann nicht weggezüchtet werden und ist daher bis heute in jedem Menschen verwurzelt.

Die Frage nach den väterlichen Genen bekommt in Zeiten der Hochleistungs- und Reproduktionsmedizin eine immer größere Bedeutung. Dass diese nicht nur die Female choice unterdrückt, sondern auch ein ebenso übles Endziel verfolgt, nämlich die Abschaffung der Mutterschaft, ist den meisten Menschen noch gar nicht bewusst. Doch auch ohne medizinische Gründe ist die Frage nach dem leiblichen Vater nichts als Neugier, und ihre Beantwortung kann weder unser gelebtes Leben verändern noch das künftige heilen. Die Suche nach dem Vater ist letztlich allein davon motiviert, dass uns eingeredet wird, dass uns ohne Vater etwas fehle.

Alles Leid spüren wir nur, weil unsere innere Matrifokalität mit dem Patriarchat nicht kompatibel ist. Jeder Mensch hat die Möglichkeit zu erkennen, dass wir sozusagen im falschen Film leben, und so viele tun es bereits. Alle Revolutionen und Aufstände, alle Bewegungen, ja sogar die Vaterrechtsbewegung, werden von unter dem Patriarchat leidenden Menschen getragen. Aber alle Menschen, die der Mutter die Schuld geben, sind von dieser Inkompatibilität in die Irre geleitet worden. Die patriarchale Logik besagt, dass ein Mann, der keine Kinder sein eigen nennt, weder sein Lebenswerk über seine Lebensspanne wird retten können, noch im Alter eine Unterstützung haben wird. Die nachvollziehbare Angst vor Einsamkeit ist der Antrieb heutiger Vaterrechtler, die schon so viel Zeit und Geld investiert hatten, eine Frau an sich zu binden, um Vater werden zu können, und dann wieder von vorne anfangen sollen, wenn sich die Mutter trennt. Die matrifokale Sehnsucht nach lebenslanger Gemeinschaft in Frieden und Wohlergehen kann aber unter patriarchalen Bedingungen nicht gestillt werden, denn Liebesbeziehungen, Familie, Freundschaften, Nachbarschaften und Staatsbündnisse sind extrem anfällig für Streit und Zerwürfnis. Mit keinem Geld der Welt und schon gar nicht mit Gewalt lässt sich dies verhindern. Es werden sich fremde Menschen in einer künstlichen Gemeinschaft versammelt, und es wird ihnen eingeredet, das man lebenslang zusammenpassen könne, wenn nur bestimmte äußerliche Kriterien erfüllt seien. Es ist nicht nur die Liebe, die auf eine harte Probe gestellt wird, das entscheidende Kriterium wird immer übersehen. Es fehlt die bedingungslose Mutterliebe und die Liebe sozusagen eines ganzes Dorfes, der Sippe in der rein mütterlichen Linie, die ohne Machtstrukturen funktioniert, und in der niemand auf das Leben mit Kindern verzichten und einsam sein muss.

Warum wir aus der Geschichte nicht lernen…

… und warum Revolutionen und alle alternativen Lebensformen, z.B. in Kommunen, keinen nachhaltigen Erfolg hatten, fragen sich viele Menschen. Ursache ist, dass kein Revolutionär und kein Sponti je am Dogma der Vaterschaft gerüttelt hatte. Wie könnte er auch? Bis heute gibt es, wenn überhaupt, nur bruchstückhafte Aufklärung über unsere Matrifokalität und die Entstehung des Patriarchats, und leider auch den Unwillen, etwas darüber zu lernen. Wenn wir aus der Schule kommen, haben wir nur gelernt, was wir lernen sollten. Die Geschichte und Wissenschaft wird immer noch mehrheitlich von patriarchal geprägten Männern geschrieben und gelehrt. Sie und ihre weiblichen Erfüllungsgehilfen werden uns über nichts unterrichten, was sie selbst ins Straucheln bringen würde. Und wie wurden wir damit gequält! Jetzt wollen wir nichts mehr damit zu tun haben, und glauben, dass wir auch genug wüssten. Kaufen können wir uns dafür sowieso nichts. Ja, wir lernen nichts aus der Geschichte, weil wir in einer Zwangsmaschine stecken, die nicht stoppt, solange das Dogma der Vaterschaft sie am Laufen hält. Es wird immer und immer wieder derselbe Fehler gemacht! Stur wie der sprichwörtliche alte Mann halten wir am Patriarchat fest, weil wir die Vaterschaft nicht als Grundübel wahrhaben wollen.

Das Mainstream-Wissen offen in Frage zu stellen, macht Angst, weil niemand als unnormal und schon gar nicht als Verschwörungstheoretiker gelten will. Normal ist das, was uns die Eltern vorgelebt haben und was wir in den Leitmedien serviert bekommen. Jeder Mensch hat das tiefe Bedürfnis zu einer Gruppe zu gehören, die das gleiche denkt und tut. Ausgestoßen zu werden, bedeutet den baldigen Untergang, auch da kann sich das Patriarchat der Dienstbarkeit unserer angeborenen Matrifokalität sicher sein.

Aber genau das ist uns längst passiert. Die Gruppe, zu der wir gehören glauben, ist gar nicht unsere Gruppe! Unsere Gruppe ist in der Natur die mütterliche Sippe. Wir leben stattdessen in von den Vätern kontrollierten Familien und Stämmen, was wir als normal anzusehen haben.

Mann mit Kindern auf einer WieseIdylle mit Kindern (Bildquelle: Juliane Liebermann via Unsplash)

Keine einfache Erklärung, sondern an Komplexität kaum zu überbieten

Gegen die Kritik an der Vaterschaft regt sich natürlich besonders bei Eltern Protest. Eine Frau sagte neulich in den Sozialen Medien, sie hätte schließlich auch einen liebevollen Vater gehabt und wolle ihn nicht missen. Das mag ja sein, aber wenn der Vater gänzlich unbedeutend wäre, wenn sie ihn daher nicht kennen würde, wie unter Matrifokalität, würde sie ihn weder vermissen, noch etwas vermissen. Ihr wären die vielen blutsverwandten Männer ihrer mütterlichen Linie vertraut und sie würde diese nicht missen wollen. Es würde sie niemand auf die Idee bringen, Kontakt zum Vater aufzunehmen. Gleiches gilt natürlich auch für Männer, die wesentlich mehr männliche Bezugspersonen haben könnten, als es das Patriarchat zulässt.

Um nur einen einzigen lieben Vater zu schützen, nehmen wir die vielen gewalttätigen Väter in kauf. Schon ein einziger gewalttätiger Vater kann eine matrifokale Ordnung in Unordnung bringen. Und um nur einen einzigen lieben Vater zu kennen, brauchen wir ein ganzes gewalttätiges System um ihn herum. Da sowieso gleiches Recht für alle gelten muss, ist die Vaterschaft – besonders auch angesichts des Gesamtschadens, den das Patriarchats anrichtet – nicht zu verantworten. Es ist klar, dass es auch im Angesicht der Globalisierung nur mit Aufklärung und viel Zeit möglich ist, das Patriarchat irgendwann wieder loszuwerden. Wir kämpfen gegen den Klimawandel, gegen den wir nichts mehr tun können, aber die Vaterschaft halten wir für unumstößlich. Selbst der Club of Rome, der die Überbevölkerung als einzige Instanz immer wieder anprangert, macht nur hilflose Vorschläge.

„Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind.“

Albert Einstein

Die meisten Menschen wollen nicht zur Kenntnis nehmen, dass es die Vaterschaft ist, die unnatürlich und deshalb „toxisch“ ist. Reflexhafte Gegenargumente sind: „einfache Erklärungen stammen immer von Populisten“ und „das ist Biologismus“ oder ganz neu „das ist Väter-Bashing“. Es kann ja auch nicht sein, was nicht sein darf. Die Weigerung, darüber nachzudenken, ist dann nur konsequent.

Nachdenken und besonders Lesen muss aber schon sein, denn es ist GAR KEINE EINFACHE Erklärung! Es ist sogar extrem schwer das zu verstehen, sonst würde es sofort allen „wie Schuppen von den Augen fallen“. An den vielen Links und Querverweisen, die ich hier und auf dem Blog setze, ist nur ansatzweise zu erahnen, wieviel gelesen, geschaut und hingesehen werden muss, um einen Artikel wie diesen schreiben zu können. Meistens sind es übrigens alleinerziehende Mütter, die sich in einem Sorgerechtsprozess befinden oder das sog. Wechselmodell leben müssen, die damit einen Aha-Effekt erleben.

Das Patriarchat ist ein Gewirr aus Synapsen in unseren Gehirnen. Um das Patriarchat zu durchschauen, müssen unendlich viele Synapsen getrennt und neue gebildet werden, aber das dauert. Es muss sich über das sog. Belohnungssystem gut anfühlen und an irgendetwas Bekanntem andocken können, sonst ändert sich im Gehirn nichts. Natürlich springt bei Männern durch Patriarchatskritik nicht gleich das Belohnungssystem an, sondern zuerst tiefe Scham, die zu gewaltsamer Schamabwehr führt. Besonders die radikalen Vaterrechtler sind gleich beleidigt: es sei herzlos und ohne jedes Einfühlungsvermögen, liebende Väter anzugreifen. Das Patriarchat sei schließlich schon lange beendet und wir würden längst im Matriarchat leben.

Das Gegenteil ist der Fall, es ist nur sehr schwer zu verstehen, dass es sich auch nicht um einen Angriff handelt, sondern um eine Erklärung, die auch die nachvollziehbare Not dieser Väter lindern helfen kann. Und wenn sie es verstünden, könnten sie ihren Kampf gegen die Windmühle der Matrifokalität beenden und mit der Situation Frieden schließen.

Wenn Frauen diese Gedanken abwehren, ist der Leidensdruck wohl noch nicht groß genug. Grundsätzlich sind Frauen äußerst leidensfähig und versuchen aus ihrer Situation immer das Beste zu machen. Wir könnten ihnen unterstellen, es sich im Patriarchat bequem eingerichtet zu haben. Aber Frauen sind Überlebenskünstlerinnen, weil sie nicht nur für sich selbst, sondern auch für ihre ungeborenen und geborenen Kinder und Kindeskinder mitdenken müssen. Weibliche Zufriedenheit speist sich dann vor allem aus dem Vergleich mit anderen Frauen, denen es schlechter geht.

Neid – abgelehnt und doch erwünscht

Manche Frauen sagen, sie seien glücklich, aber es ist, wenn es nicht sowieso gelogen ist, nur ein „Glück haben“. Sie haben Glück, dass es ihnen nicht schlechter geht. Und so besteht ein großer Teil der Konkurrenz unter Frauen in der krankhaften Obsession, anderen Frauen zu zeigen, dass sie „es schaffen“, dass sie „glücklich seien“, und damit werden sie zu Vorbildern, die bei anderen Frauen ein schlechtes Gefühl hinterlassen. Neid und Mobbing sind eine patriarchatslogische Folge.

Neid wirkt unsympathisch und ist verdächtig, von niederen Beweggründen auszugehen. Dabei ist Neid nur der Ruf unseres matrifokalen Erbes, das keine Ungleichheit kennt. Menschen werden neidisch, weil Ungleichheit das Dasein bedroht. Der Neid ist uns daher angeboren, aber nicht damit wir uns über andere erheben, sondern im Gegenteil: Neid ist ein Warnsystem. Es informiert die Gruppe über die sie bedrohende Ungleichheit und hilft damit, Herrschaft zu verhindern.

Das Patriarchat macht sich den Neid zunutze, einerseits indem Steuern für das Allgemeinwesen erhoben werden. Dabei sind aber immer einige gleicher als gleich, denn die Herrschenden entscheiden konsequenterweise nie selbstlos. Im Patriarchat müssen alle Menschen mehr oder weniger anderen etwas wegnehmen oder zumindest vorenthalten: Der Mangel ist das Grundprogramm, der Wohlstand ist eine App, die wir installieren müssen. Andererseits ist der Neid, wenn ihm die Gier auf dem Fuße folgt, ein willkommener Antrieb des kapitalistischen Systems. Wer dann auf Reiche neidisch wird, dem wird Sozialneid unterstellt. Die Doppelmoral des Patriarchats arbeitet gegen die matrifokale Moral. Die Religion ist ebenfalls eine solche Doppelmoral, die sich erdreistet zu behaupten, dass der Mensch von Natur aus keine Moral besäße.

Die großen Unterschiede sind eine Folge der patriarchalen Hierarchie, der göttlichen Herrschaftspyramide der Väter, mit einem männlichen, gebärenden Gott an der Spitze. Eine Frau, der es gelingt, obere Stufen zu erreichen, wird regelrecht vom Wohlstand geblendet und kann nicht sehen, dass sie niemals oben ankommen wird. Eine Frau, die nichts von ihrer Matrifokalität weiß und entsprechende Gefühle unterdrückt, wird niemals erkennen, was sie haben könnte, wenn es diese Pyramide nicht gäbe. Gleiches gilt für die Männer, deren Leidensdruck jedoch um einiges geringer ist, da sie mit den bekannten Privilegien ausgestattet sind.

Auch wenn der Neid häufiger Frauen zugeschrieben wird – weil er so offen sichtbar ist – so ist er doch vom Patriarchat jedem Manne eingepflanzt worden. Der Gebärneid und der Stillneid sind sein latenter Hauptantrieb. Während Frauen nur mit einem Mann schlafen müssen, um Mutter zu werden, müssen Männer einen ganzen Staatsapparat beschäftigen, um Kinder erziehen zu dürfen. Dabei hätte jeder Mann unter matrifokalen Bedingungen den ganzen Tag viele Kinder um sich, nämlich die seiner Schwestern und Cousinen in mütterlicher Linie, und wäre auch im Alter niemals einsam. Die Last wäre gar nicht spürbar und er könnte sich zu 100% sicher sein, dass diese Kinder mit ihm Gene teilen.

3,5 Billionstel Gramm

Jüngst entschied der Bundesgerichtshof (Az. XII ZB 231/18), dass die Ehefrau der Frau nicht automatisch zum zweiten Elternteil wird. Dies könne nur bei Ehemännern gelten, weil da eine genetische Verwandtschaft vorliegt oder vermutet werden dürfe. Die Vaterschaft beruht also auf reiner Vermutung und auf ein wenig DNA, übrigens mit einem Gewicht von 3,5 Billionstel Gramm; das ist das Gewicht eines „halben“, haploiden Chromosomensatzes.

Acht Milliarden Spermien wiegen ein Gramm und können acht Milliarden Kinder zeugen und sind die Ursache von sechs Milliarden Jahre Schwangerschaft.

Die Geburten zusammen dauern zusammen 6,8 Millionen Jahre. In dieser Zeit (30 Jahre) sterben 8,7 Millionen Frauen an den Komplikationen von Schwangerschaft und Geburt.

In diesem Zusammenhang erinnert sich der Mann nur an den gewollten und lustvollen Sex, der zudem auch mal eine Vergewaltigung sein kann.

(Georg Reischel, https://konzept-der-vaterschaft.blogspot.com Blog-Post vom 7.10.2018)

Der Vater wird von manchen alleinerziehenden Müttern statt als Vater gerne nur noch als „Erzeuger“ betitelt. Ich plädiere dafür, dass sie den Begriff überdenken und z.B. durch „gesetzlicher Vater“ ersetzen. Der Begriff „Erzeuger“ beinhaltet nämlich schon die Anerkennung, dass der Vater kraft seiner Zeugungsfähigkeit Rechte habe, ganz wie das Urheberrecht es vorsieht.

Väter glauben, dass eine Mutter ihnen ihr Kind wegnimmt, wenn sie das alleinige Sorgerecht beantragt, sozusagen das Urheberrecht verletzt. Sie unterstellen der Mutter ein unzulässiges Besitzdenken. Dabei projizieren sie lediglich ihr eigenes Besitzdenken, das im Patriarchat eine inzwischen 8200 Jahre andauernde Tradition geworden ist (Misox-Schwankung als Auslöser des Patriarchats). Der sprichwörtliche Same, der in die Ackerfurche gepflanzt wird, stammt aus der Vergewaltigungs(un)kultur. Fakt ist: Eine Frau wird nicht geschwängert, sie macht sich selbst schwanger mit Hilfe der DNA einer einzigen Zelle aus der Körperflüssigkeit eines Mannes (der auch schon tot sein kann), und ist damit die Erzeugerin ihres Kindes. Nur das ist evolutionsbiologisch richtig. Ich möchte das mit einem metaphorischen Beispiel veranschaulichen:

Zwei Sprayer waren befreundet. Der eine sprüht nur aus Spaß hin- und wieder, der andere ist ein begabter Künstler. Lange haben sie alles Material geteilt, doch dann streiten sie sich. Der eine packt seine Sachen und geht; eine alte, verbeulte Sprühdose, die er mal gekauft hatte, kickt er achtlos in eine Ecke. Später findet der Künstler die Sprühdose, und er stellt fest, dass sich darin doch noch mehr Farbe befindet als gedacht. Er sprüht damit ein Kunstwerk auf eine Leinwand. Ein Galerist versteigert das Bild für viel Geld, von dem der Künstler einen ordentlichen Betrag abbekommt. Das Bild wird bald bekannt und der Künstler berühmt, wodurch sich auch alle anderen Bilder besser verkaufen.

Das Bild ist ein lebloses Objekt, daher erlaube ich mir wenigstens einmal zu fragen: Wem gehört das Werk? Nach geltendem Recht und nach dem gesunden Menschenverstand gehört es jedenfalls nicht dem Sprayer, der die Dose weggeworfen hatte. Er darf es nicht einfach an sich nehmen und bei sich zuhause aufhängen. Der Künstler ist der Urheber und er behält das Urheberrecht. Kraft seines Talentes, das von seinem sozialen Umfeld gefördert wurde, war er in der Lage ein Kunstwerk zu erschaffen. Das Bild musste in seinem Atelier bleiben, solange es noch nicht fertig war. Der Künstler allein durfte entscheiden, was mit dem Kunstwerk passiert. Er hat es einem Galeristen anvertraut. Günstigstenfalls dient das Kunstwerk fortan allen Menschen, die sich daran erfreuen, und irgendwann wird es wegen seiner Allgemeingültigkeit auch zum Allgemeingut. Niemand würde sich erlauben, darin herumzupinseln und den Künstler zu „korrigieren“. Ein Museum wird es für sehr viel Geld ersteigern und glauben, dass es nun ihm gehöre. Andere Menschen werden innerlich so eins mit diesem Kunstwerk, dass sie glauben, es hätte auch von ihnen sein können, und dass es in Wahrheit ihnen gehöre, einfach, weil sie es lieben.

Als der Sprayer mit der Farbdose erfährt, dass es einst seine Farbe gewesen sein muss, mit der das Bild gesprüht wurde, ärgert er sich. Er möchte in den Besitz des Bildes kommen. Weil das Museum es nicht freiwillig herausrückt, schneidet der Mann das Bild aus dem Rahmen und verschwindet damit.

Wenn, ja wenn es aber doch anders kommt, bleibt das Bild allen erhalten, wird den Künstler überdauern und andere Künstler anregen, eigene Werke zu erschaffen.

Der Mann mit der Farbdose denkt und handelt wie ein Patriarch. Er hält das Bild für sein Bild. Er weiß das Bild weder zu würdigen, noch kann er es lieben, wie es ist, nämlich als das Werk eines anderen. Er muss es haben, es reicht ihm vor allem nicht, es ansehen zu dürfen, obwohl das der eigentliche Wert ist. Es geht ihm um den Gewinn und den Vorteil, der damit zu erzielen ist, weil er im Patriarchat genötigt wird, Gewinn zu machen und sich einen Vorteil zu verschaffen. Wenn es ihm gelingt, das Bild zu kaufen, wird er es entweder gewinnbringend weiterverkaufen oder versuchen, es in einen Raum seiner Wahl zu hängen. Aus seinem Kontext gerissen, schlecht beleuchtet und vor den Augen der Welt verborgen, wird es nicht mehr sein, was es war. Dieses Bild wird nicht gut behandelt und die Freude daran wird bald vergehen, denn Freude muss geteilt werden. Schlimmstenfalls wird es irgendwann so beschädigt sein, dass es auf dem Sperrmüll landet.

Der Gewinn und Profit der Vaterschaft besteht auch heute überwiegend darin, den eigenen Ruhm zu mehren, im Alter kostenlos umsorgt und geliebt zu werden, denn das ist im Patriarchat nicht selbstverständlich. Keine Frau, schlimmer noch, keine Kinder zu haben, bedeutet Einsamkeit. Auch Väter stecken also in einem Dilemma, aber eines, in das sie sich seit Jahrtausenden immer wieder selbst hinein manövrieren. Die Beziehung zum Kind wird erzwungen, wie die Frau in die Ehe gezwungen wird. Aber Kinder zu haben ist heute keine Garantie mehr, nicht einsam zu sein. Kinder gehen aus dem Haus und können sich leicht auch ganz abwenden. Ein Mann, der die Mutter schlecht behandelt, sollte sich sowieso keine Hoffnung machen, dass er bei den Kindern im Mittelpunkt steht. Wenn sie dürfen, suchen sich Kinder ihre Bezugspersonen selbst, nach ganz anderen Kriterien als es der Vater sich vorstellt, das ist ihr matrifokales Erbe. Nur die Mutter ist kraft der Natur gesetzt, weil das Kind aus ihr kommt. Das Kind gehört nicht der Mutter, aber das Kind gehört zur Mutter und deren Sippe.

Nicht die Mütter also – wie immer behauptet wird – sondern die Väter sollten lernen, loszulassen!

Zeus gebiert Athene, nachdem ihm der Schmied Hephaistos mit der Axt den Kopf zertrümmert hat (G. Uhlmann, nach einer altgriechischen Vase)

Heilige Vaterschaft – eine Kopfgeburt

Die Buchreligionen bauen darauf auf, dass ein gebärender und nährender (stillender) Gott am Anfang aller Dinge stehe, und predigen damit die Vaterschaft. In meinem Buch, der „Der Gott im 9. Monat“ habe ich dargestellt, dass die Mutter im Patriarchat lästiges Beiwerk ist und das Ziel darin besteht, sie überflüssig zu machen.

Der Vater sei schon immer der Ernährer gewesen und dies hätte schon in der Altsteinzeit zur Bildung von Familien geführt, so auch die Herrschende Lehre. Sie geht wider besseres Detailwissen davon aus, dass die Vaterschaft in einer Urgemeinschaft von Jäger und Sammlern – oder vielmehr „jagenden und manchmal auch sammelnden Menschen, wenn sie ausnahmsweise Frauen sind“ – eine tragende Bedeutung hatte und dem Überleben diente. Es gibt aber nicht eine einzige konsistente Beweisführung für ein natürliches Patriarchat. Ihr Modell vom Menschen baut nicht auf Fakten, sondern auf Wunschdenken und Dogmen auf, es ist reine Theologie. Dagegen sind zahllose Funde und Befunde Zeugen unseres matrifokalen Sozialverhaltens und es werden immer mehr!

Die Vaterschaft wurde und wird bis heute durch Gewalt und Gewalten durchgesetzt, die sich nun auch ein feministisches Deckmäntelchen umhängen. Der Feminismus ist damit zum Stillstand gekommen. Frauenministerien wurden zu Gleichstellungsministerien, aber die Egalität, die nur unter Matrifokalität möglich ist, rückt in immer weitere Ferne. Gleichberechtigung ist keine Egalität, sie kann uns jederzeit genommen werden, solange das Dogma der Vaterschaft gilt. Die Vaterschaft ist nicht gerecht, sondern zu tiefst ungerecht, weil sie nicht ohne Gewalt auskommt und neue Gewalt erzeugt. Das gilt es zu erkennen und bei der Familiengesetzgebung zu berücksichtigen.

Literatur:

  • De Waal, Frans: Der Mensch, der Bonobo und die Zehn Gebote. Moral ist älter als Religion. Stuttgart 2015
  • Hrdy, Sarah B.: Mütter und Andere. Wie die Evolution uns zu sozialen Wesen gemacht hat. Berlin 2010
  • Junger, Ilka: Geschlechtsspezifische Rechtsprechung beim Mordmerkmal Heimtücke, In: STREIT. Feministische Rechtszeitschrift 1984, Heft 2
  • Uhlmann, Gabriele: Der radikalste Feminismus. Leben in Matrifokalität. In: Siegel, M.; Schon, M.; Panther, A.; Werner, C.; Mau, H. (Hrsg.): Störenfriedas. Feminismus radikal gedacht. S. 410-425. Norderstedt 2018
  • Uhlmann, Gabriele: Der Gott im 9. Monat. Vom Ende der mütterlichen Gebärfähigkeit und dem Aufstieg der männlichen Gebärmacht in den Religionen der Welt. Norderstedt 2015
  • Wolters, Andreas: Mutter durch Geburt – Vater durch Gesetz. Ordnungsmuster der Vergesellschaftung. Roßdorf 2018

Ein Gedanke zu “Gar nicht einfach. Die Vaterschaft als Erklärung für alle menschengemachten Probleme.

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