Warum Kontrolle?

Wahrscheinlich ist alles richtig, was in den Büchern steht, was in der Zeitung steht und was wir im Fernsehen erfahren. Aber eben nur wahrscheinlich. Es ist eine Illusion, dass die Presse ihre Aufgabe redlich erfüllt. Journalisten machen sich zu Handlangern von Politik, Wirtschaft und Wissenschaft, und sie schreiben, was die Verkaufszahlen höchstwahrscheinlich in die Höhe treibt. Das sind genau die Dinge, die die Leute lesen wollen und ihre Vorurteile und Dogmen bestätigen.
Oft ist schon die Fragestellung falsch, z.B. hier: Welche evolutionären Vorteile zog Homo Sapiens aus dem Leben in Monogamie?
Die Voraussetzungen, also die Dogmen und Vorurteile führen zu solchen Fragen; und davon gibt es im Patriarchat mehr als genug. Ja, sie sind die Grundlage eines halbwegs reibungslos funktionierenden Patriarchats, denn sie lassen patriarchale Strukturen als vorteilhaft dastehen und lullen ein.
Reibungslos bedeutet hier aber beileibe nicht friedlich. Krieg gehört zum Patriarchat dazu. Patriarchen wollen ungestört Kriege führen, als sei dies eine lebenswichtige, ja evolutionäre Notwendigkeit. Legitimiert wird das in den Manifesten des Patriarchats: früher waren das die sog. heiligen Schriften und heute sind es auch Literatur und Presse. Die neuen Generäle sind Wissenschaftler und Journalisten, ihre Krieger sind oftmals die Menschen in den Foren des Internet. In diesem Blog wird es keinen Krieg geben außer thematisiert und untersucht. Manche Artikel gebe ich zur Diskussion frei, lösche aber rigoros alles, was zur Kriegsführung gehört.

Das Bild oben zeigt den „Wilden Mann“, fotografiert an einer Hausecke in Ulm. In der Mythologie vieler Völker wird er als Chaostreiber und schädlicher Riese hingestellt. Dabei ist er nichts anderes als ein harmloser Wildbeuter, der altsteinzeitlich matrifokal lebt. Einem Patriarchen ist das Grund genug, Angst vor ihm zu haben. „Seine“ Frau ist nicht dabei, weil der Wilde Mann keine hat. Bis in die frühe Jungsteinzeit gab es die Ehe nicht. Dennoch ist er nicht allein: Der Wilde Mann kennt seine Mutter, seine Schwestern, Tanten und deren Kinder, die Freundinnen aus anderen Sippen sowie seine Jägergruppe, zu der seine Brüder, Neffen und Onkel der mütterlichen Linie, aber auch Freunde aus anderen Sippen gehören. Natürlich weiß er nicht, wer seine leiblichen Kinder sind. Aber das ist auch gut so, denn sonst wäre die Menschheit schon in der Altsteinzeit ausgestorben. Die Vaterschaft ist die Basis der Geißel Patriarchat.

Der Mann ist von Natur aus kein Patriarch. Der Patriarch, der heute auch eine Frau sein kann, muss sich genau daran erinnern, wenn er überleben will.

Gabriele Uhlmann