Solidarität unter Frauen im Patriarchat

Suedelbien

Oder: Was fehlt

Inzwischen bekommen immer mehr Frauen mit, in welcher Art von Gesellschaft sie leben, nämlich im Patriarchat. Auch, wie es entstand und welche verheerenden Auswirkungen es auf Mensch, Tier und Umwelt hatte und hat, wird immer mehr Frauen (und auch Männern) bewusst. Das Patriarchat ist eine Fehlentwicklung der Menschheit seit ungefähr zehntausend Jahren. Unglückliche Umstände wie Klimawandel und Hungersnöte, Naturkatastrophen mit daraus resultierenden Völkerwanderungen, aber auch große Missverständnisse haben dazu beigetragen, dass es entstehen konnte. Es funktionierte und funktioniert heute noch. All die hochgehaltenen zivilisatorischen, technischen und kulturellen Entwicklungen und Errungenschaften der heutigen Zeit entstammen dem Patriarchat. Doch auf welche und wessen Kosten? Und wie würde die Menschheit, die Natur, die Erde heute aussehen, hätte es das Patriarchat nie gegeben?

Dass es auf Kosten der Frauen, der Natur, der Umwelt und der Tiere ging, ist unübersehbar. Die eine Hälfte der Menschheit wurde Jahrtausende lang in jeder Hinsicht ignoriert…

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Der Begriff ‚Familie‘ – eine dringende Korrektur

Zum Vatertag reblogge ich dies.

Matrifokale Gegenwart

…neulich stolperte ich wieder einmal über das Wort „matriarchale Großfamilie“. Das ist für mich nun doch der Anlass auf das, fast schon gedankelose Selbstverständnis hinzuweisen, mit dem leider allerorten mit dem Begriff „Familie“ umgegangen wird. ‚Familie‘ ist nicht nur das patriarchöse Verständnis von patrilinearen und patrilokalem Zusammenleben, es ist darüber hinaus ein aktiv gelebtes Bekenntnis gegen den naturgemäßen matrifokalen Sippenzusammenhang.
(siehe unten: ‚Das Matrifokal… mehr als nur eine Theorie‘)

Das hochgehaltene Familienideal ist ein Denkgebot bzw. Glaubenssatz im Patriarchat. Auch wenn es manch einer schwer fällt zu akzeptieren, aber „Familie“ (und „Ehe“) gab es nun mal von Anfang an nicht im sozialen Miteinander der Spezies Mensch. Die Familie ist eine patriarchale „Errungenschaft“ und diese ist, wie alle patriarchösen Meriten, keine natürliche Entwicklung. Schauen wir also was Familie ist bzw. wo die Bezeichnung herkommt. Semantisch leitet sich das Wort ‚Familie‚ von lat. ‚familia‘ – der römischen Hausgemeinschaft und…

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Fälschung oder nicht: Der Fall Zangger

Diese Woche titelte das online-Wissenschaftsmagazin scinexx: „Archäologe als Fälscher entlarvt – James Mellaart fälschte unzählige Belege für archäologische Funde in Kleinasien“, und schrieb:

„Noch ist offen, ob auch das spektakuläre 30-Meter Fries von Beyköy eine komplette Fälschung ist. Aufgrund der Sichtung seines Nachlasses ist aber klar, dass viele der ‚Beweise’, die Mellaart für die Echtheit der Inschriften anführt, von ihm selbst erstellt wurden. (…) Damit ist klar: Der berühmte Archäologe James Mellaart war ein Fälscher.“ (scinexx, 14.3.2018)

Auch DER SPIEGEL, Ausgabe 11/2018 (Frank Thadeusz) nahm sich der Angelegenheit in seiner Printausgabe an und titelte „Schrump­liger Luftballon – Ein Altertumsforscher enttarnt einen Fälscher – auf dessen angebliche Sensationsfunde er allerdings selbst hereingefallen war“. Der gleiche Artikel wurde kurz darauf bei SPIEGEL-Online unter dem Titel „Geneppter AltertumsforscherDie Verfälschung der Bronzezeit“ hinter einer paywall zugänglich gemacht.

Der britische Archäologe James Mellaart entdeckte 1961 den jungsteinzeitlichen, anatolischen Siedlungshügel von Çatal Höyük. Hier erlebte die Archäologie einen Jahrhundertfund, denn es wurde schlagartig erkennbar, wie hoch entwickelt die Jungsteinzeit in Wirklichkeit war, nachdem man sie sich lange als vollkommen barbarisch und rückständig vorstellte. Vor allem erkannte Mellaart die ausgeprägte Mutterzentrierung des Kultes und postulierte dies auch für die Gemeinschaft der einst dort Lebenden. Der Hügel war keine Fälschung, sondern ist bis heute weithin in der Landschaft erkennbar und wird wieder seit 1993 vom dem britischen Archäologen Ian Hodder und dessen Team untersucht.

Als jahrzehntelange Beobachterin der Ausgrabung schreckte mich diese Meldung auf. Die Vorwürfe sind allerdings nicht neu. Immer wieder wurde in der Vergangenheit versucht, Mellaarts Ansehen mit derartigen Meldungen zu schmälern. Im Zusammenhang mit den Mustern anatolischer Kelims berichtete ich bereits in meinem Openbook darüber. Einen schlagenden Beweis, dass er seine Zeichnungen gefälscht hatte, hat es nie gegeben.
Zweifelhaft sei auch der sog. Schatz von Dorak, von dem Mellaart lediglich Zeichnungen vorweisen konnte. Der Fall ist bei Wikipedia nachzulesen. Auch hier konnte Mellaart letztlich aus Mangel an Beweisen keine Fälschung nachgewiesen werden und die Polizei stellte die Untersuchungen ein. Weiterlesen „Fälschung oder nicht: Der Fall Zangger“

Rebloggt: Billi Miller: Wechselmodell per Zwang manifestiert patriarchale Strukturen und ist absolut frauenfeindlich

Mütterinitiative - Mamas wehren sich

Das Wechselmodell per Zwang manifestiert patriarchale Strukturen und ist in vielen Fällen absolut frauenfeindlich.
Vor einigen Tagen hatte ich ein Treffen mit einigen vom Zwangswechselmodell betroffenen Müttern.
Die Mehrzahl dieser vom Gericht festgelegten oder durch Nötigung auf dem Jugendamt oder im Gerichtssaal zustandekommenen Modelle funktioniert für diese Frauen folgendermaßen:
1. Die Frauen haben innerhalb der Beziehung die Hauptlast der Carearbeit geleistet und beruflich zurückgesteckt.
2. Nach der Trennung wurde ihnen entweder Bindungsintoleranz angedichtet, oder ihnen wurde vorgeworfen, dass sie Partnerschaftsgewalt thematisiert haben.
3. Gutachter oder Verfahrensbeistände, die von Väterverbänden ausgebildet wurden oder von Institutionen, die mit Väterverbänden zusammenarbeiteten, setzten diese Frauen unter Druck, u.a. mit Begründungen wie: Wer Partnerschaftsgewalt thematisiert, ist PER SE bindungsintolerant, oder: Wer das Wechselmodell ablehnt, ist PER SE bindungsintolerant.
4. Die Folge: Diese Frauen wurden in ein Wechselmodell gepresst, mit der Drohung: „Wenn Sie dem Wechselmodell nicht zustimmen, verlieren Sie das ABR.“ Manche Gerichte haben aufgrund…

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Rebloggt: #Deutschland atmet auf – Schuld an sexueller Gewalt gegen #Kinder haben letztlich die #Mütter? #childabuse

fraupolitik

Die Unabhängige Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs hat am 14.06.2017 ihren Zwischenbericht vorgestellt. Die deutsche Öffentlichkeit atmete danach deutlich lesbar auf. Die Berichterstattung in den Medien zusammengefasst: Schuld an sexueller Gewalt gegen Kinder und Jugendliche sind eigentlich die Mütter!

Als wüssten wir alle nicht schon seit vielen Jahren, dass in unserer Gesellschaft sexuelle Gewalt an Kindern und Jugendlichen täglich geschieht. Dass die Dunkelziffer der Kinder und Jugendlichen, die Opfer sexueller Gewalt werden, wesentlich höher liegt als die, in der Polizeistatistik erfassten 14.000 Opfer. Dass Kinder und Jugendliche die Gewalttäter in den meisten Fällen kennen. Dass sexuelle Gewalt besonders in Beziehungssystemen geschieht, in denen Kinder und Jugendliche zu den Gewalttätern in einem Abhängigkeitsverhältnis stehen. Dass die Gewalttäter zu über 90 Prozent männlich sind (Mikado-Studie). Dass in unserer Gesellschaft bei diesem Thema immer schon gerne weggeschaut wurde und wird. Das alles wollte bisher und will auch heute kaum jemand in Deutschland…

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Rebloggt: Der Mann wird Mutter und alle schauen zu!

Dieser Beitrag bestätigt meine These, beschrieben in meinem Buch „Der Gott im 9. Monat“. Die lästige Mutter wird entsorgt und es wurde seit 8000 Jahren schon darauf hingearbeitet. Jetzt scheint es beinahe vollbracht. Der Endsieg des Patriarchats.

Entmuttert

Zum gestrigen internationalen Frauentag konnte ich mich nur kurz beglückwünschen.
Der fade Nachgeschmack von Emanzipation und Gleichstellung – „gleiche Rechte für Mann und Frau“- passte nicht zu dem Jubeltag und den von Männern schuldbewusst verteilten Rosen, die wir Frauen gestern symbolisch oder real erhalten haben.
Vielleicht wäre die Bezeichnung „Anlehnung des Mannes an das weibliche Geschlecht“ besser gewesen zu feiern, denn nichts anderes erleben wir in den letzten Jahren doch.
Männer werden zu erziehungsfähigen Vätern deklariert, Ämter veranstalten Wettbewerbe für den besten Papa und die Bundesregierung schickt wohl bald einen Familienminister in Erziehungsurlaub, um die abgepumpte Milch der Still-Mutter zu füttern.

Bildschirmfoto 2016-03-09 um 13.56.16.png Wie könnte es anders sein: Die  Aktion wird vom Jugendamt des Landkreises Aschaffenburg veranstaltet!

Wann gibt es eigentlich einen staatliche anerkannten Ausbildungsgang “ Vaterqualitäten lernen in 3 Jahren“ mit Abschluss eines alleinig sorgenberechtigten Mutter-Ersatzes und der Aussicht durch Leihmutterschaft die Vereinigung von Mann und Frau zu Zeugung des Nachwuchses…

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Existenz, Bewusstsein und Wahrheit

Die Wahrheit zu kennen, wird vom Patriarchat zum Tabu erklärt, damit es bei der allgemeinen Ver(w)irrung bleibt. Toller Artikel von Suedelbien.

Suedelbien

Die Spezies Mensch lebt auf diesem Planeten seit etwas mehr als einer Million Jahren. Sie entwickelte sich aus Lebewesen, von denen auch die heutigen Menschenaffen, die nächsten Verwandten, abstammen. Daraus folgt, dass Menschen zur Fauna des Planeten Erde gehören. Die Spezies Mensch hat im Laufe ihrer Entwicklung ein Bewusstsein erlangt, das ihr vieles ermöglichte. Leider führte dieses Bewusstsein auch in eine Fehlentwicklung, die wir heute in der patriarchalen Gesellschaft erkennen können, welche den überwiegenden Teil des Planeten bevölkert.

Die Menschen wurden irgendwann in ihrer Entwicklungsgeschichte sich ihrer selbst bewusst. Inzwischen wissen wir, dass Menschen nicht die einzige Spezies ist, die über diese Fähigkeit verfügt. Möglicherweise ist dieses Selbst-Bewusstsein im Tierreich sogar viel weiter verbreitet als bisher angenommen.

Doch Bewusstsein ist nicht identisch mit Existenz. Für bewusste Lebewesen wie die Spezies Mensch müsste dies eigentlich offensichtlich sein. Ist es aber nicht. Descartes hat gesagt: „Ich denke, also bin ich.“ Das ist…

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Patriarchatslogik

Das postfaktische Zeitalter begann mit den Patriarchat, wie Kirsten Evers es hier auf die wesentlichen Punkte bringt.

Suedelbien

Oder: Das Patriarchatsbullshitbingo

Vor gut einem Jahr entdeckte ich einen weiteren Lebensbereich, in dem ich falschen Fakten, Überzeugungen und Glaubenssätzen auf den Leim gegangen bin. Diesmal ist es einer, dessen Überzeugungen ich sogar selbst einmal vehement nach außen verteidigt habe und die sich nun als weitgehend falsch herausgestellt haben. Aber auch dieses Mal empfand ich es als eine Befreiung, endlich die Wahrheit erfahren zu haben, denn ich war dadurch wieder in die Lage gekommen, für mich selbst zu handeln.

Gemeint sind meine Irrtümer in Bezug auf mein (Über)gewicht. Seit Jahren schon und immer wieder war ich übergewichtig, zuletzt sogar adipös. Meine Überzeugungen, die ich im Laufe des Lebens rund um Ernährung und Gewicht gelernt und nie wirklich hinterfragt hatte, hinderten mich daran, aktiv etwas dagegen zu tun. Alle zusammen führten mich zu dem irrtümlichen Schluss: Ich kann nichts daran ändern. Ich bin machtlos.

Nun hatte die Bloggerin erzaehlmirnix die…

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Zum Artikel „Das Weltbild der Hethiter“ von Susanne Görke im „Spektrum der Wissenschaft“, Heft 8/2015

(Leserbrief)

Als äußerst irritierend empfinde ich den Artikel der Autorin Susanne Görke, die entscheidende Hinweise unterschlägt, womit das Weltbild der Hethiter verzerrt, ja beinahe begrüßenswert fortschrittlich und tolerant dargestellt wird, ein Umstand, den die Autorin doch sicherlich nicht beabsichtigt hatte, bemerkt sie doch, dass die Hethiter Eroberer waren. Das bedeutet konkret: Krieg und Unterdrückung der Hattier, der nicht indoeuropäischen und nicht semitischen Urbevölkerung Anatoliens. Schmerzlich fehlt ihre Erwähnung. Bereits vor hethitischer Zeit wurde ihre Kultur von den Assyrern überformt, und diese waren es, die den Wettergott zuerst nach Anatolien mitbrachten. Die ersten hattischen, frühpatriarchalen Königreiche integrierten ihn, jedoch war er der hattischen Sonnengöttin nachgestellt. Sie hieß sicherlich einst namenlos, „Sonne“, mit den Assyrern erhielt sie jedoch den an die mesopotamische Ishtar erinnernden Namen Ishtanu. Als „Sonne“ war sie ursprünglich alleinregierende Große Göttin wie Inanna in Sumer und integrierte das Oben und das Unten in ihrer einen Gestalt. Als „Sonnengöttin von Arinna“ (Arinna bedeutet „Brunnen“) war sie wie unsere Holda/Frau Holle ursprünglich Wettermacherin und wurde auf Bergen verehrt. Noch ihre hethitische Ausformung Eshtan war nach HAAS (1994, 133) in frühhethitischer Zeit „Sonnengöttin des Himmels“ und als Nachtsonne Unterweltsgöttin. Die indoeuropäischen Hethiter brachten jedoch eine typische Steppenreligion mit, zu der kein Wettergott gehörte, sondern eine Triade aus Sonnengott, Kriegsgott und Muttergöttin. Eigenartig, dass die Autorin dies nicht berücksichtigt, stattdessen den Wettergott als hethitischen Import darstellt. Wie KLINGER (1996, 141 ff.) bereits festgestellt hat, ist der hethitische Sonnengott stets blass geblieben. Die Unterscheidung einer Sonnengöttin als Unterweltsgötttin und eines Sonnengottes des Himmels, wie es HAAS/KOCH (2011, 223) später postulieren, ist nicht haltbar, weil ein starker, männlicher Sonnengott dem Wettergott Konkurrenz gemacht hätte. Denn dieser Wettergott wurde von der Priesterschaft immer weiter aufgebläht, seine Alleinherrschaft wurde angestrebt, wie in allen patriarchalen Religionen. Entsprechend war der Sonnengott des Himmels, wie SCHWEMER (2006, 252) es nachweisen konnte, niemand anderes als der vergöttlichte Herrscher, ein lebendiger Mensch.

Zudem irritiert mich, dass die Autorin eine assyrische Quelle als Belege für ihre These anführt, in der sie Inanna und Ishtar als ebenso arbeitsteilige Göttinnen darstellt. Die sumerische Inanna war zu assyrischer Zeit ein Anachronismus und wurde schon bei den Akkadern von Ishtar abgelöst, wenngleich ihr Name mit der Gelehrten- und Priestersprache Sumerisch tradiert wurde. Längst war Ereshkigal die Göttin der Unterwelt. Inannas Gang in die Unterwelt, wo sie Ereshkigal aufsuchte, war nichts anderes als der Versuch, die Spaltung in Oben und Unten rückgängig zu machen, eine antipatriarchale Revolte. Weiterlesen „Zum Artikel „Das Weltbild der Hethiter“ von Susanne Görke im „Spektrum der Wissenschaft“, Heft 8/2015″