Warum man sich von Gott kein Bild machen soll

„Mythos Frau. Und ewig lockt das Weib! Plastiken der Altsteinzeit in Hamburg“, so lautete die Schlagzeile auf dem Cover der renommierten Zeitschrift Archäologie in Deutschland (1/2017). Dieser Sexismus soll die offenbar männliche Mehrheit der Leserschaft ansprechen.  Ich bin aber eine Frau und äußerst kritische Leserin dieses Blattes. Mann stelle sich das in männlicher Form vor: „Mythos Mann. Und ewig lässt sich der Mann locken.“ Oder so ähnlich, dies vielleicht geschmückt von einem fast unbekleideten Christus am Kreuze als Ankündigung für eine Ausstellung über die Gegenwartskultur. Dann wird klar, wie unsinnig, ja unseriös eine solche Schlagzeile ist. Die unbekleideten Frauenstatuetten, die in der Hamburger Ausstellung gezeigt werden, haben es allerdings nicht aufs Titelblatt geschafft.

Die Ankündigung der aktuellen Hamburger Ausstellung „Eiszeiten“ folgt einem wohlbekannten Muster. Im Heft lautet die Überschrift dann doch etwas weniger reißerisch: „Mythos Frau – altsteinzeitliche Plastiken in Russland“. So ist auch der Artikel recht neutral gehalten und beschreibt, was dort zu sehen ist. Erst der letzte Absatz rückt mit der Botschaft heraus und beginnt mit einem Denkverbot. „Über den Zweck der in ganz Europa verbreiteten Figuren kann nur spekuliert werden. (…) Es springt ins Auge, die sogenannten Venusfigurinen als Ausdruck der weiblichen Sexualität und Fruchtbarkeit aufzufassen. Die meisten Versuche, diese eiszeitlichen Kunstwerke zu erklären, bewegen sich in der gegenwärtigen Diskussion von ‚Pin-up-Girl’ bis Fruchtbarkeitsgöttin.“ (Merkel et al. S. 63)

Wir bekommen eine Warnung mit auf den Weg nach Hamburg: Versucht es gar nicht erst, wir werden Euch mit unserem Schlusssatz zum Schweigen bringen!

Bleiben da noch die anderen Versuche, also die, die nicht zu den „meisten“ zählen, es handelt sich genaugenommen um EINEN Versuch. Dass er nicht mit aufgezählt wird, beweist die alte Ignoranz der Herrschenden Lehre gegenüber der Patriarchatsforschung. Letztere deutet die „Plastiken“ nämlich als Darstellung der Urmutter. Schön, dass der Artikel auf die fehlenden Gesichter aufmerksam macht (es wird aber nicht versäumt, die extrem seltenen Ausnahmen herauszukehren). Die Urmutter ist die eine gesichtslose Ahnin, auf die sich alle Menschen mit ihrer altsteinzeitlichen Spiritualität zurückführten. Sie wäre im christlichen Jargon die Schöpferin allen Lebens. Daher wurden die Urmutter-Statuetten, wie der Artikel richtig erwähnt, an besonderen Plätzen aufgestellt, z.B. in Kulthöhlen.

Urmutter-Statuetten
Urmutter-Statuetten: Hohle Fels (Schwäbische Alb), 35 – 40.000 Jahre; Lespugue (Frankreich), 25.000 Jahre; Willendorf (Österreich), 23.000 Jahre; Grimaldi (Italien), 21.000 Jahre;
Gagarino (Russland), 18.000 Jahre. Collage: Gabriele Uhlmann

Die Urmutter ist das große Geheimnis, das die Herrschende Lehre aus den „Plastiken“ macht. Bei ihr handelt es sich aus christlicher Sicht um Blasphemie, auch aus Sicht aller anderen monotheistischen Weltreligionen, die einen Urvater an den Anfang stellen. Was sich hinter der altsteinzeitlichen künstlerischen Äußerung der Spiritualität verbirgt, könnte jeden Wissenschaftler in Schwierigkeiten und um seine Karriere bringen. Auch dieser Artikel wirkt wie ein Glaubensbekenntnis: Die Urmutter gibt es nicht, nur der Urvater wird anerkannt (Bott 2009). Die Frau ist ein Mythos, der Mann ist echt. Was nicht sein darf, wird in den Bereich purer, nicht ernstzunehmender Spekulation verbannt.
Weiterlesen „Warum man sich von Gott kein Bild machen soll“

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Zum Artikel „Das Weltbild der Hethiter“ von Susanne Görke im „Spektrum der Wissenschaft“, Heft 8/2015

(Leserbrief)

Als äußerst irritierend empfinde ich den Artikel der Autorin Susanne Görke, die entscheidende Hinweise unterschlägt, womit das Weltbild der Hethiter verzerrt, ja beinahe begrüßenswert fortschrittlich und tolerant dargestellt wird, ein Umstand, den die Autorin doch sicherlich nicht beabsichtigt hatte, bemerkt sie doch, dass die Hethiter Eroberer waren. Das bedeutet konkret: Krieg und Unterdrückung der Hattier, der nicht indoeuropäischen und nicht semitischen Urbevölkerung Anatoliens. Schmerzlich fehlt ihre Erwähnung. Bereits vor hethitischer Zeit wurde ihre Kultur von den Assyrern überformt, und diese waren es, die den Wettergott zuerst nach Anatolien mitbrachten. Die ersten hattischen, frühpatriarchalen Königreiche integrierten ihn, jedoch war er der hattischen Sonnengöttin nachgestellt. Sie hieß sicherlich einst namenlos, „Sonne“, mit den Assyrern erhielt sie jedoch den an die mesopotamische Ishtar erinnernden Namen Ishtanu. Als „Sonne“ war sie ursprünglich alleinregierende Große Göttin wie Inanna in Sumer und integrierte das Oben und das Unten in ihrer einen Gestalt. Als „Sonnengöttin von Arinna“ (Arinna bedeutet „Brunnen“) war sie wie unsere Holda/Frau Holle ursprünglich Wettermacherin und wurde auf Bergen verehrt. Noch ihre hethitische Ausformung Eshtan war nach HAAS (1994, 133) in frühhethitischer Zeit „Sonnengöttin des Himmels“ und als Nachtsonne Unterweltsgöttin. Die indoeuropäischen Hethiter brachten jedoch eine typische Steppenreligion mit, zu der kein Wettergott gehörte, sondern eine Triade aus Sonnengott, Kriegsgott und Muttergöttin. Eigenartig, dass die Autorin dies nicht berücksichtigt, stattdessen den Wettergott als hethitischen Import darstellt. Wie KLINGER (1996, 141 ff.) bereits festgestellt hat, ist der hethitische Sonnengott stets blass geblieben. Die Unterscheidung einer Sonnengöttin als Unterweltsgötttin und eines Sonnengottes des Himmels, wie es HAAS/KOCH (2011, 223) später postulieren, ist nicht haltbar, weil ein starker, männlicher Sonnengott dem Wettergott Konkurrenz gemacht hätte. Denn dieser Wettergott wurde von der Priesterschaft immer weiter aufgebläht, seine Alleinherrschaft wurde angestrebt, wie in allen patriarchalen Religionen. Entsprechend war der Sonnengott des Himmels, wie SCHWEMER (2006, 252) es nachweisen konnte, niemand anderes als der vergöttlichte Herrscher, ein lebendiger Mensch.

Zudem irritiert mich, dass die Autorin eine assyrische Quelle als Belege für ihre These anführt, in der sie Inanna und Ishtar als ebenso arbeitsteilige Göttinnen darstellt. Die sumerische Inanna war zu assyrischer Zeit ein Anachronismus und wurde schon bei den Akkadern von Ishtar abgelöst, wenngleich ihr Name mit der Gelehrten- und Priestersprache Sumerisch tradiert wurde. Längst war Ereshkigal die Göttin der Unterwelt. Inannas Gang in die Unterwelt, wo sie Ereshkigal aufsuchte, war nichts anderes als der Versuch, die Spaltung in Oben und Unten rückgängig zu machen, eine antipatriarchale Revolte. Weiterlesen „Zum Artikel „Das Weltbild der Hethiter“ von Susanne Görke im „Spektrum der Wissenschaft“, Heft 8/2015″

Mr. Sam Nang’s Elephant Project

Dieser Reisebericht hat mich sehr berührt. Unter dem Aberglauben Kambodschas haben die Elefanten extrem zu leiden. Typisch für das Patriarchat dreht sich alles um die Fruchtbarkeit. Dabei wird die weibliche Sexualität unterdrückt, ob es nun die einer Elefantin ist oder die einer Frau.

Anmerkung: Der Link zu diesem Artikel hat sich geändert. Klicken Sie hier, um weiterzulesen.

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Tag 9 in Kambodscha beginnt früh und wir sind voller Vorfreude, auf das was wir heute erleben werden! Heute nehmen wir an einer von Mr. Sam Nang’s Touren teil, die man ganz einfach im Green House (Bar, nicht Guest House) in Sen Monorom buchen kann. $35 bezahlen wir pro Person für das Elefanten Projekt. Mr. Mout, Besitzer der Happy Elephant Bungalows, hatte uns zwei Tage zuvor empfohlen an einem lokalen Elephant Project teilzunehmen. Das originale, von einem Engländer Geleiteten sei zu teuer und bei Mr. Sam Nang würden wir viel mehr an Informationen mitbekommen. Glaubt mir: Diese Investition werdet ihr bestimmt nicht bereuen!!!

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Live: Der Zusammenbruch einer Zivilisation

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Ein kluger Artikel auf FAZ-online über die wahren Hintergründe des Syrienkonflikts beschreibt, dass es nicht um Menschen geht, weder auf amerikanischer noch auf russischer, chinesischer, ja nicht einmal auf syrischer Seite selbst. Syrien ist strategischer Raum, die Menschen sind denen da oben schnurzpiepegal. Soweit geht die Analyse der FAZ, aber leider nicht weiter.
Die Menschen in Syrien sind lästig, sie stören. Also weg damit. Warum gibt es kein echtes Erbarmen? Das Problem ist hausgemacht, denn der Mensch wäre dort sowieso längst nicht mehr, hätte es keine Schaf-, Ziegen- und Rinderherden gegeben. Syrien ist ein menschenfeindliches Land und zwar schon seit mehreren tausend Jahren, denn Syrien ist eine Steppe an der Schwelle zur Wüste. Nur an wenigen Flussoasen ist Landwirtschaft möglich. Dürren sind auch hier eine stete Bedrohung und die menschengemachte Erosion geht voran. Mehr als Massentierhaltung auf spärlichem Gras geht dort nicht, und diese wurde von Beginn an von Patriarchen betrieben. Die aktuellen Ereignisse zeigen, dass auch das nur eine Episode, ein kurzes Aufbäumen gegen Mutter Natur bleiben kann. Das Land ist dem Untergang geweiht, nicht trotz, sondern wegen des Patriarchats.

In Syrien erleben wir live den selbstverantworteten Zusammenbruch einer patriarchalen Zivilisation, ein Schicksal, das in der Vergangenheit alle patriarchalen Zivilisationen irgendwann geteilt haben. In Syrien gab es vor 6000 Jahren noch lebensfreundliche Gegenden, von denen kulturelle Impulse ausgingen, doch sie waren klimatisch dem Untergang geweiht. Statt dass sich die Bevölkerung auf natürlichem Wege gesund schrumpfte, statt dass die Menschen weniger wurden, wurden sie immer mehr. Mehr als je zuvor, auch trotz der damals schon stattfindenden Migrationen. Wie konnte das passieren? Wo vorher alles allen, der matrilinearen Sippe gehörte, begannen Männer, Brüder die wenigen Haustiere und das Land an sich zu reißen. Und die Tiere wurden immer mehr und es wurden junge Männer gebraucht, Arbeitskräfte, auf die sie sich verlassen konnten, die ihnen ihrerseits die Tiere nicht stahlen und sie auch im Alter nicht im Stich ließen. Aber sie hatten ganz am Anfang keine Söhne, jeder Mann kannte nur seine Mutter und seine Geschwister. Die Patrilinearität, die bis dahin völlig unbekannt war, musste also hergestellt werden. Das war der Beginn des Patriarchats. Und dazu brauchte es Frauen. Aber woher nehmen, wenn nicht stehlen? Und so standen am Beginn des Patriarchats Entführungen und Vergewaltigungen. Die Sexualität der bis dahin freien Frau wurde fortan unterdrückt, denn nur so konnten die Männer ihrer Söhne habhaft zu werden. Nichts anderes erleben wir bis heute, nicht nur mit Boko Haram oder dem sog. IS.

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Mit dem Patriarchat veränderte sich das Sozialgefüge, bei dem einst die Sorge für Mütter und Kinder (also aller) im Mittelpunkt stand (Matrifokalität), grundlegend und nachhaltig. Die Sorge der patriarchalen Familie dreht sich um das Wohl der männlichen Mitglieder. Frauen helfen sich daher kaum noch gegenseitig, sie sind ja auch nicht mehr blutsverwandt. Sie werden nicht nur für das sexuelle Wohlergehen des Mannes verantwortlich gemacht. Seit Beginn des Patriarchats mussten Frauen Ehemännern im Jahresrhythmus Kinder schenken, die auch erwachsen wurden. Die Ernährung mit Milch und Fleisch machte es möglich. Söhne waren und sind bis heute bevorzugt. Töchter oder Ehefrauen waren und sind zu teuer, die Frauen waren und sind „unwillig“, die Mütter waren und sind überfordert, Frauenhass machte sich breit.

Riesige Viehherden durchstreiften nun mit ihren Pastoren, den Viehhirten, das Land, die Frauen im wahrsten Sinne des Wortes immer im Schlepptau. Die Überweidung durch das Viehnomadentum erreichte jeden Winkel, die Erosion des nahm ihren Lauf. Auf der Suche nach brauchbarem Grasland oder neuen Frauen prallten die Patriarchen immer wieder aneinander, der Krieg, die organisierte Gewalt, war erfunden und endet bis heute nicht. Um Gras und Frauen geht es heute nur noch den Männern auf der Straße. Den Mächten geht es um Rohstoffe, Zugänge und Durchgänge.

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Mehr als ein wenig Viehwirtschaft, Handel und Tourismus lässt sich in Syrien, genau genommen im gesamten Nahen und Mittleren Osten, nicht betreiben. Wo also sollen jetzt all die Menschen hin, die aus den Städten vertrieben werden? Viehherden haben sie schon lange nicht mehr, ihre Geschäfte und Handelswege sind zerbombt, Touristen kommen nicht mehr. Die Menschen sind obdachlos und den Regimes sind sie völlig schnuppe. Das syrische Regime und Putin sind froh, wenn sie endlich alle tot oder vertrieben sind. So dachten schon die Herrscher in der Antike. Mit Sintfluten und Naturkatastrophen befreite sich der assyrische, der hethitische und der abrahamitische Gott, allesamt sog. Wettergötter, von der lästigen und als zu laut empfundenen Bevölkerung, genauso können wir es nachlesen. Dabei hatten sich eben diese Wettergötter vorgenommen, ihre „Schäfchen“ zu stillen. Kriege wurden auf diese Weise legitimiert, allerdings nicht weniger leise. Das Versagen und die Unfähigkeit der Götter und der Herrscher in ihrem Versprechen, wie eine Mutter für die Menschen zu sorgen, macht sich an allen Ecken und Enden bemerkbar.

Wenn alle tot gebombt sind, könnte es sich Assad in seinem Palast gemütlich machen… aber dann werden die Potentaten aus Russland, China oder den USA ihn nicht mehr brauchen und erledigen. Die brauchen nur das pure Land, das sie bequem als strategisches Gebiet zur Eroberung der Welt nutzen wollen. Das Patriarchat in Reinkultur kümmert sich nicht um Menschen, sondern um den Profit. Kümmert es sich ausnahmsweise doch einmal um Menschen, z.B. um Assad oder um alleinerziehende Mütter, dann nicht bedingungslos und schon gar nicht uneigennützig. Aber das Öl wird irgendwann alle sein. Vielleicht versuchen die Scheichs, in Europa einen islamischen Staat aufzubauen, damit sie am Ende des Ölzeitalters hier weitermachen können.

Es wäre klug, den Menschen, die zu uns kommen, auch diese Zusammenhänge zu erklären. Die Weisheit von Mutter Natur wird den patriarchalen Menschen völlig von Mutter Erde verbannen. Die Mächtigen haben längst begonnen, den Menschen auf den Mond zu schießen.

Das Patriarchat. Definition, Geschichte und Symptome

Fettschwanzschafe Usbekistan
„(…) Das Patriarchat wurde vor ca. 8000 Jahren mit dem Aufkommen des Viehnomadismus in den Steppengebieten errichtet. Die Frau wurde in die Ehe gezwungen und sie hatte ihrem Ehemann und seiner Herde zu folgen. Unsere indoeuropäische Sprache, die aus der Steppe stammt, ist entsprechend durchsetzt mit Metaphern aus der Tierzucht. Eine Frau, die ihre female choice frei lebt, also selbstgewählte, wechselnde Sexualpartner hat, wird als „unzüchtig“ (sinngemäß: sich der Zucht entziehend) oder „zügellos“ bezeichnet. Es handelte sich um eine bis dahin unbekannte Denk- und Lebensweise, in der sich die Männer ihrer väterlichen Linie bewusst geworden waren (Patrilinearität) und die Frauen und Kinder daher zwingen konnten, bei ihnen zu wohnen (Patrilokalität). Bei der Beobachtung der Tiere, welche der Mann wie ein Schöpfergott nach seinem Willen zu züchten begann, passierte der größte Irrtum der Menschheit, nämlich, dass die Frau nur das Gefäß männlichen Samens sei. Zu teuer und obendrein meist unwillig war die Frau für den Mann zur Last geworden, Ursache des tiefen Hasses auf die Frauen, sowie männlicher Überheblichkeit und des Machtstrebens. Als Ziel des Patriarchats ist in den Heiligen Schriften die Abschaffung der Mutter erkennbar, deren Metapher „Fruchtbarkeitsgöttin“ sukzessive durch einen allmächtigen, d.h. unsterblichen, menstruierenden, gebärenden und stillenden Gott ersetzt wurde. Dieses Ziel erschien wie oben erwähnt im Sozialdarwinismus neu verpackt wieder an der Oberfläche patriarchalen Denkens. In unserer Zeit wird es durch die Reproduktionsmedizin, die Patentierung der Muttermilch, die Fremdbetreuung der Kinder u.a. vorangetrieben, mitgetragen auch von einem falsch verstandenen Feminismus, der die Frau von dieser vermeintlich lästigen und undankbaren Aufgabe zu befreien sucht. Dass es das Patriarchat auf die besonders kostbare Fähigkeit der Frau, Mutter zu werden, abgesehen hat, wurde vom Feminismus nicht erkannt und von den Gender Studies ausgeblendet. Eine Frau, die ihr Frausein über ihre Fähigkeit, Mutter zu werden, definiert, wird als biologistisch abgewertet, sind da ja auch Männer, denen das ermöglicht werden soll. Die Strategie ist denkbar einfach. Erst der Frau unerträglich gemacht, dann von ihr abgelehnt und vom Patriarchat scheinheilig diffamiert, kann die Mutterschaft der Frau weggenommen werden, um die Supervaterschaft, den Endsieg des Patriarchats, Wirklichkeit werden zu lassen. In den Heiligen Schriften ist dieses Ziel von Gott-Vater längst umgesetzt. Aber was will der Patriarch mit dieser Fähigkeit? Wird sie ihm einst nicht ebenso lästig und unangenehm wie der patriarchalisierten Frau? Mit der Supervaterschaft sucht der Mann Unsterblichkeit, die ihm zur totalen Macht fehlt. (…)“

Den ganzen Artikel finden Sie hier: http://www.gabriele-uhlmann.de/patriarchat.htm

female choice – unser Menschenrecht


Buschleute San
Inhaltsangabe. Ganzer Artikel zum Download (PDF). Es ist die Frau, die wählt. Diese sog. female choice ist das oberste Naturgesetz der Evolution. Sie ist auch das Erfolgsgeheimnis der menschlichen Evolution, unseres Menschseins, denn sie bedingte die Zusammenarbeit beider Geschlechter in der Sippe, in der die Mütter und Kinder stets im Zentrum der Fürsorge standen. Die female choice als Basis dieser Kooperation kommt daher nicht der Frau allein zugute, sondern allen Menschen. Sie ist nicht nur ein Frauenrecht, sondern ein echtes Menschenrecht, und die Männer täten auch im eigenen Interesse gut daran, sie zu achten. Die Unterdrückung der female choice macht das Patriarchat und seine Folgen erst möglich. Die Erforschung des Patriarchats ist in diesem Sinne Ursachenforschung. Sie liefert die Antwort auf die Frage, warum ausgerechnet der Mensch, der für sich in Anspruch nehmen kann, eine besonders intelligente und soziale Tierart zu sein, Kriege führt, und sich mit psychischen Problemen, Zivilisationskrankheiten und Epidemien herumschlagen muss. Diese Probleme betreffen andere Arten auch nur dann, wenn der Mensch sie aus ihrem artgerechten Leben reißt. Auch keine andere Tierart neigt zu Überbevölkerung oder hat Umweltprobleme ausgelöst, die es in seiner Existenz bedrohen. Die Überbevölkerung ist die unmittelbarste Folge der Unterdrückung der female choice und erst in zweiter Linie mit einigem Abstand Folge der landwirtschaftlichen Überproduktion. Letztere war wiederum nur wegen der steigenden Bevölkerungszahlen möglich geworden. Sämtliche menschengemachte Probleme, mit denen die Weltgemeinschaft heute zu kämpfen hat, sind daher ursächlich mit der Unterdrückung der female choice bzw. dem Patriarchat in Verbindung zu bringen. Im folgenden Artikel erläutere ich diese Feststellung anhand der vielen Funktionen und unterschiedlichen Formen der female choice, unserem Menschenrecht, von dem nur Wenige wissen.

Ganzer Artikel zum Download (PDF).

Mein Kommentar zu einem Biologismus-Vorwurf in einem Blog:

Wie wollen wir einem Erdogan (Quelle) entgegentreten, der die Gleichberechtigung für unnatürlich hält? Oder den Maskulisten, die das auch behaupten?
Wenn wir ihnen mit nichts weiter als Gender und Feminismus entgegentreten, also ideologischen Konzepten, dann haben wir in Wahrheit NICHTS und nochmal NICHTS entgegenzusetzen! Dann steht Aussage gegen Aussage. Ideologie gegen Ideologie. Dann gibt es den Krieg, den wir jetzt haben.

Mir kommt es darauf an, das anthropologische Wissen zu verbreiten, dass GLEICHBERECHTIGUNG DURCH UND DURCH BIOLOGIE IST. Die female choice sorgt auf natürliche Weise dafür. Die Natur ist nicht biologistisch und sie benachteiligt weder Frauen noch Männer. Das Pfund mit dem wir also wuchern können, unser selbstbewusstes Frau- und Muttersein, verunglimpfen die Gendermainstreamer als biologistisch und machen sich damit genaugenommen Erdogan gleich.
Wenn Gleichberechtigung nur eine kulturelle Errungenschaft wäre, dann bestünde keinerlei Hoffnung, dass wir jemals weltweit zu ihr zurückfinden. Denn Kultur wird im Patriarchat immer über die Natur gestellt, und nur daraus bezieht das Patriarchat seine Energie. Es zieht seine Energie aus der Unterdrückung der female choice.

Die HEILIGE HOCHZEIT der babylonischen Zeit ist dafür DAS Symbol schlechthin. Es geht in diesem Ritual um die Aneignung sog. weiblicher Macht (vermeintlicher Macht, denn Patriarchen können nur in dieser Kategorie denken) mit dem Mittel der Unterdrückung der female choice, dies öffentlich im Staatsritual mit einer Vergewaltigung zur Schau gestellt. Das Ritual finden wir heute verweltlicht in der Prostitution, in den Kriegsvergewaltigungen, in sexuellem Missbrauch etc.. „Sperma Care“ ist in diesem Sinne nichts weiter als das Dafür-Sorge-Tragen, dass der Mann weiterhin die Oberhand behält.
In meinem Buch „Der Gott im 9. Monat“ http://www.amazon.de/dp/3738639012 habe ich beschrieben, dass es dem Patriarchen darum geht, sich die Natur der Frau einzuverleiben, um die Allmacht zu erringen, die Unsterblichkeit, die Macht über Leben und Tod. Das versucht er nicht nur mit Unterdrückung zu erreichen, sondern auch damit, dass er der Frau das Frau- und Muttersein madig macht. Was uns keine Freude mehr bereitet, kann der Patriarch ergreifen und seine Willkür darüber ausüben. Begreifen wir doch endlich wie KOSTBAR unsere Fähigkeiten sind, so kostbar, dass die Patriarchen in ihrem Gebärneid sie uns wegnehmen wollen! Und ziehen wir uns nicht selbst gegenseitig herunter in vorauseilendem Gehorsam gegenüber dem Patriarchat.
Erdogan will uns auf die Mutterrolle zurückwerfen, schreibt der SPIEGEL. Das ist Gender-Soziologen-Vokabular, aber MUTTERSEIN IST KEINE ROLLE. Diesem Irrtum sind doch auch Erdogan und seine patriarchalen Ahnen schon erlegen, nur drückt er es weniger intellektuell aus. Mütter spielen buchstäblich weder im Patriarchat noch sonst wo eine Rolle. Wir befinden uns aber sprichwörtlich im falschen Film. Das habe ich in meinem Text ausgeführt. „Rolle“ ist ein moderner Begriff für „Gefäß“, dieses Wort wurde einst dafür benutzt. Aber eine Mutter ist kein Gefäß, in das ein Embryo vom Mann hineingepflanzt wird, kein Gefäß, das nach der Geburt leer ist und weggeworfen werden kann…kein Anhängsel, das nach der Geburt das Kind dem Patriarchen schenkt, überlässt, aushändigt, ausliefert.
Ein Topf wird nach dem Kochen abgewaschen und in den Schrank gestellt, ein Topf wird BENUTZT, so wie ein Schauspieler eine Rolle „spielt“, weil es anderen gefällt.

MutterSEIN in der matrifokalen Sippe, also unter Wahrung der female choice, bedeutet in erster Linie Glück und Selbstbestimmung. Dieses Glück vererbt sich direkt und epigenetisch auf die Kinder. Matrifokalität bringt keine frustrierten jungen Männer hervor, die Bomben werfen, oder unglückliche Frauen, die sich prostituieren müssen. Keine Frau MUSS unter Matrifokalität Mutter werden, keine Lesbe, kein Schwuler wird diskriminiert, sondern sie werden aufgefangen und in der Sippe geliebt und gebraucht. Welcher Mann sich darum reißt, mit Kindern leben zu wollen, wird nicht als Väterrechtler per Gericht einer Mutter die Kinder wegnehmen können, sondern findet in der Sippe ausreichend Betätigungsfelder, die ihn keinen Cent kosten. Ebenso ist sexueller Frustration vorgebeugt, weil niemand ein Treuegelöbnis leisten muss. Treue findet in der Sippe statt, auf natürliche Weise, durch verwandtschaftliche Bindung, durch sich gegenseitiges Versorgen. Die Sexualität ist davon völlig getrennt und braucht keine Treue. Frauen und Kinder sind in der Sippe vor Übergriffen geschützt, weil keine Ideologie Tätern Rückhalt gibt, und weil die Sippenmitglieder füreinander Verantwortung empfinden.

Schon heute leben sog. alleinerziehende Mütter vor, dass es die natürlichste Sache der Welt ist, nicht von einem Mann abhängig zu sein. Sie erleben den Rückhalt ihrer Mütter und Schwestern, sind also gar nicht allein, und werden es nie wieder sein. Reich wird frau so vielleicht nicht, aber zufrieden. Wenn nur die nächste Generation es genauso macht, sind wir auf einem guten Weg.

Das Patriarchat kam aus der Steppe: Kurgan-These international bestätigt


Marija Gimbutas musste sich in der Vergangenheit für ihre sog. Kurgan-These immer wieder in einer unsachlichen, schändlichen Kampagne mit Schmutz bewerfen lassen, weil sie nachweisen konnte, dass die ersten Patriarchen, Reiterkrieger aus der südrussischen Steppe, das matrifokale Alte Europa mit Krieg überzogen und patriarchalisierten. Jetzt hat sie starke Rückendeckung aus der Genetik erhalten, womit die Kritiker eigentlich verstummen müssen.

Mit einer Großstudie unter Federführung von David Reich von der Harvard Medical School, und des Max-Planck-Instituts für Menschheitsgeschichte (Jena), die an der DNA von knapp 100 Skeletten, die 3000 bis 8000 Jahre alt sind und aus unterschiedlichsten Kulturen stammen, vorgenommen wurde, bestätigt sich, dass die indoeuropäische Kultur aus der südrussischen Steppe stammt. Die Untersuchungsergebnisse veröffentliche jüngst das online-Magazin des SPEKTRUM DER WISSENSCHAFT. Äußerst erfreulich ist dabei, dass in dem Artikel, den Jan Osterkamp schrieb, die Worte „Kurgan“ und „hierarchisch-patriarchisch“ fallen. Zudem ist der Text mit Wikipedia, Stichwort „Kurgan-These“, verknüpft, wo Marija Gimbutas als Begründerin der These erwähnt ist.

http://www.spektrum.de/news/indoeuropaeisch-kommt-aus-der-steppe/1335235

Dagegen scheint es die NEW YORK TIMES nicht für nötig zu halten, sie auch nur zu erwähnen:

http://www.nytimes.com/2015/06/16/science/dna-deciphers-roots-of-modern-europeans.html?_r=1

Der Archäologe David Anthony, der in dem NYT-Artikel als Experte befragt wird, muss sich aus schlechtem Grund dazu äußern. Er hat sich in der Vergangenheit an der Schmutzkampagne gegen Marija Gimbutas immer wieder beteiligt. Dabei ist er es höchstpersönlich, der mit seinen Forschungsergebnissen nichts anderes tut, als immer wieder Gimbutas These zu bestätigen. Mit seiner These der mafiösen „Wolf-Gangs“, Horden junger Männer, die als Wölfe verkleidet raubschatzend durch die Gegend zogen, belegt er auch die Gewaltbereitschaft der Steppenbewohner. Die parasitäre und schizophrene „Wissenschaft“ des David Anthony erreicht mit der Leugnung der aggressiven Natur der Eroberung Europas durch die Leute aus der Steppe (hier die Jamnaya-Kultur) einen neuen Höhepunkt: „David W. Anthony, an archaeologist at Hartwick College and an author of the Harvard study, said it was likely that the expansion of Yamnaya into Europe was relatively peaceful. ‚It wasn’t Attila the Hun coming in and killing everybody.’“ (Zitat aus NYT)

Was David Anthony offenbar nicht wissen will, sind die Fakten, die die Patriarchatsforschung zusammengetragen hat: Das Patriarchat ist nicht die natürliche Lebensform von homo sapiens. Als Hirtennomaden waren die Steppenbewohner die ersten Menschen überhaupt, die in Patriarchaten lebten, denn das Vieh, ihre Hauptnahrungsquelle, gehörte den Männern, die die Frauen zwangen, mit ihnen zu ziehen. Das bedeutet nichts anderes, als dass sie auch die ersten Frauenunterdrücker waren. Wer immer ihnen auf der Suche nach Weideland im Wege stand, wurde regelrecht wegrasiert. Das betraf vor allem die Ackerbauern. Dies alles hält Anthony für „relativ friedlich“. Damit behauptet er indirekt auch, dass Gewaltbereitschaft dem Menschen angeboren sei. In Internet-Foren lesen wir, dass leider immer noch die Mehrheit der Menschen genau dies glaubt. Dass das Patriarchat die Ursache allen Übels ist, wird daher oft nicht wahrgenommen und geleugnet. Diese Verteidigung des Patriarchats dürfte die Folge des kollektiven Stockholm-Syndroms sein, dem die Menschheit verfallen ist.

Die Ackerbau-Kulturen des Alten Europa, die Marija Gimbutas beschrieb, lebten nicht in Patriarchaten, sondern matrifokal und friedlich. Entsprechend sind bis zum Ende dieser Kulturen keine kriegerische Handlungen nachweisbar, wie ich es in meinem Buch „Archäologie und Macht“ erläutert habe. Erst mit der Einführung der Rinderzucht kam Gewalt auf. Das bandkeramische Massaker von Talheim wurde wahrscheinlich von umherziehenden Rinderzüchtern angerichtet. Mit dem Untergang der Bandkeramik gingen auch die frühen patriarchalen Zellen wieder unter, sie löschten sich selbst aus. Der früheste Nachweis einer Kern-Familie, also Vater, Mutter, Kind, die patriarchale Lebensform, gelang in Eulau, wo Mitglieder einer Siedlung der Schnurkeramik gewaltsam ums Leben kamen. Die ersten stabilen Patriarchte kamen aus der Steppe, und sie überrollten das Alte Europa mit ihrer Masse und mit ihrem Panzer, dem Pferd. Mit dem Patriarchat kam auch die Überbevölkerung, die schon zum Auszug aus der Steppe geführt hatte. Die Überbevölkerung der Menschheit ist immerhin als Ursache aller menschgemachten Probleme allgemein anerkannt. Weniger bekannt ist, dass sie die Folge der Unterdrückung der female choice durch den patriarchalen Mann ist, der einen ausgeprägten Gebär- und Stillneid entwickelte. Bei der Beobachtung, dass der Stier oder der Hengst die Kuh oder die Stute „befruchtete“, was „mit Frucht versah“ bedeutet, verrannte er sich in dem folgenschweren Irrtum, dass die Frau nur das Gefäß seines Samens sei. Diese Haltung hielt mit den Indoeuropäern auch im ackerbäuerlichen Leben Einzug, wo die Ackerfurche mit dem weiblichen Geschlecht gleichgesetzt wurde und der Sämann der Herr über das Leben der Pflanzen wurde, wo ursprünglich die Frauen die Felder bestellten. Dabei ist der vermeintliche Samen des Menschen lediglich Pollen.

Die indoeuropäische, patriarchale Denkweise und Sprache stammt aus den Patriarchaten der Hirtennomaden. Dieses Faktum sollte nun endlich Einzug in die Wissenschaft halten. Da die Kirche, die den „Guten Hirten“ als ihren Gott hochhält, die Herrschende Lehre immer noch in Geiselhaft hält, müssen wir darauf wohl noch länger warten.

Also doch: Frauen malten die altsteinzeitlichen Höhlen aus

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Kennen Sie ein einziges Lehrbuch oder populärwissenschaftliches Werk, in dem altsteinzeitliche Frauen dargestellt sind, die Höhlenbilder malen? Von Archäologinnen schon lange gefordert, kamen Autoren und Zeichner der Bitte, auch malende Frauen abzubilden, bisher nicht nach.

Die Höhlenmalereien galten als das Werk von männlichen Jägern, die ihre Jadgbeute darstellten, Jagdzauber betrieben und als Schamanen und Künstler die Kultur resp. die Religion und die Horde dominierten. Dagegen standen schon lange die Statuetten, die für Jahrzehntausende nur Frauen oder Tiere abbildeten. Manche Gegenstände wurden krampfhaft als Penis gedeutet, waren letztlich aber doch nur Werkzeuge, erkennbar an den Spuren, die ihre Benutzung als solche dokumentierten. Seltene Abbildungen von Männern aus der für menschliche Verhältnisse schon recht jungen Ära des altsteinzeitlichen Magdaleniens (vor ca. 15000 Jahren) wurden reflexhaft als Bilder von hochstehenden Hordenführern gedeutet. Für die patriarchalisch herrschende Lehre ist daher eine gerade im National Geografic veröffentlichte Meldung ein herber Rückschlag, für die Menschheit aber eine Sensation: Die Handabdrücke in den Höhlen stammen offenbar zu 75% von Frauen.
Der britische Evolutionsbiologe John Manning, fand schon vor über 10 Jahren heraus, dass sich die Hände von Frauen und Männern in der relativen Länge der Finger unterscheiden. Bei Frauen sind Zeigefinger und Ringfinger annährend gleich lang, während bei Männern der Ringfinger länger ist als der Zeigefinger.
Der Evolutionsbiologe R. Dale Guthrie behauptete noch 2006, die Handabdrücke stammten von jungen Männern. Der Prähistoriker Dean Snow von der Pennsylvania State University untersuchte die Handabdrücke in den Höhlen Südfrankreichs und Nordspaniens und veröffentlichte nun seine Ergebnisse. Drei Viertel der Handabdrücke konnte er als weiblich identifizieren. Damit haben auch die Zeichnungen von Tieren, die mit den Handabdrücken „signiert“ wurden, zu 75% weibliche Urheber.
Die Wahrnehmung der weiblichen Kulturleistungen wirft ein anderes Bild auf den frühen Menschen, als es die modernen Cartoonisten und Buchautoren immer wieder reproduzieren. Die Urgeschichte muss, das ist allerdings schon länger klar, neu geschrieben werden. Die herrschende Lehre verweigert das beharrlich, und wer es trotzdem versucht, wird es schwer haben, Gehör zu finden oder Karriere zu machen. Dean Snows Mut ist dieser Durchbruch zu verdanken, der bald in der Versenkung zu verschwinden droht.
Sollte jemand ein Buch kennen oder demnächst finden, das es wagt, eine Ausnahme zu machen, würde ich es mich freuen, davon zu erfahren.

Nachtrag, 21.11.2014.
Australien. Unbekannte prähistorische Felsbilder entdeckt. Es handelt sich um Handabdrücke, die von Frauen und Kindern stammen:
Bericht auf ABC-News

Meldungen über Gewalt in der Frühgeschichte gierig verschlungen und daran beinahe erstickt


In letzter Zeit sind gehäuft Schlagzeilen zu lesen, wonach bisher als friedlich eingeschätzte Kulturen doch äußerst gewalttätig gewesen seien. Für die Quote sind Mord und Totschlag natürlich immer gut und auch die Archäologie profitiert davon. Das geht leider aber auf Kosten Anderer und auf Kosten des Erkenntnisgewinns. Aber ist das wirklich nur Sensationspresse? Hanebüchen waren schon die Schlussfolgerungen, die aus den zweifelhaften Untersuchungen an Skeletten aus der Bandkeramischen Kultur (Jungsteinzeit Mitteleuropas) gezogen wurden. Der versuchte Rufmord an der Minoischen Kultur (Bronzezeit Kretas) war hier ebenfalls schon Thema. Jetzt steht auch die Indus-Kultur (= Harappa-Kultur, Bronzezeit Pakistan) im Fokus der vermeintlichen Sensationsarchäologie. Aus den Gräbern der Stadt Harappa wurden Schädel von 18 Männern und Frauen untersucht, von denen die Hälfte unverheilte Verletzungen aufwiesen.

„Ein friedvolles Reich? Trauma und soziale Differenzierung in Harappa“ lautete übersetzt der Titel des englischen Original-Berichts. Daraus kreierte das Magazin „National Geographic“ den Titel „Überraschende Entdeckungen aus der Indus Zivilisation“ und den Untertitel „Archäologen sagen, dass die Indus-Kultur nicht annähernd so friedlich war, wie allgemein gedacht.“
Aber der kriegerische Gesamteindruck trügt und wurde mit der gleichen Methode erzeugt, die schon an der Bandkeramischen und Minoischen Kultur geprobt wurde: Nur beiläufig wird erwähnt, dass die Befunde aus der Endzeit der Kultur stammen. Die Zahl der untersuchten Individuen ist zudem zu gering, um eine generelle Aussage zu treffen. Weiterlesen „Meldungen über Gewalt in der Frühgeschichte gierig verschlungen und daran beinahe erstickt“