Ein Kommentar zu unserem Artikel „Matriarchale Gesellschaften? Eine notwendige Stellungnahme von Stephanie Gogolin und Gabriele Uhlmann“ von Heide Göttner-Abendroth

Nach unserer notwendigen Stellungname erreichte Stephanie Gogolin am 25.03.2020 ein Antwortschreiben von Heide Göttner-Abendroth, das Gabriele Kapp in die Kommentarfunktion ihres Blogs https://marthastochter.wordpress.com/ postete. Tage später erreichte diesmal uns beide über Christina Schlatter der gleiche Text nochmals, also insgesamt dreimal auf unseren Blogs. An dieser Stelle erscheint er nun als Extra-Seite, damit wir uns auf ihn beziehen können, und zwar in unserem Antwortschreiben an einen offenen Brief von Evelyn Schlagmann, den Stephanie Gogolin den „Mutterlandbriefen“ fand (https://matriacon.net/materialien/die-mutterlandbriefe), wo auch Heide Göttner-Abendroths Text noch ein viertes Mal veröffentlicht wurde. Im Folgenden also ist er vollständig wiedergegegeben:

Eine „notwendige“ Antwort von Heide Göttner-Abendroth

In einem Internet-Beitrag: “Matriarchale Gesellschaften? Eine notwendige Stellungnahme von Stephanie Gogolin und Gabriele Uhlmann“ haben die beiden Autorinnen eine Kritik an meiner Forschungsarbeit und Begrifflichkeit vorgebracht, auf die ich hiermit antworte.
Es geht um folgende Themen: — Definition „Matriarchat“ – Bachofens „Mutterrecht“ – „Matrifokale“ Vereinnahmung – Begriff „Gesellschaft“ – Definition „Gemeinschaft“ – zu meinem Buch „Göttin und Heros“ – zur „Heiligen Hochzeit“ – „Königin“ und „König“ in matriarchalem Kontext

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Es wird mir mit meiner Definition von „Matriarchat“ Begriffsverwirrung vorgeworfen, da ich den linguistischen Hinweis gegeben habe, dass das griechische Wort „arché“ nicht nur „Herrschaft“, sondern auch „Anfang“ bedeutet. Darauf beruht meine Übersetzung von „Matriarchat“ als die „Mütter am Anfang“. Dies wird als meine Definition von Matriarchat ausgegeben. Das ist nicht richtig, denn eine linguistische Klärung ist keine Definition. Die Definition, die ich von „Matriarchat“ gegeben habe, beruht auf meinem jahrzehntelangen Studium von noch existierenden Gesellschaften dieser Art in Asien, Afrika und Amerika. Aus der eingehenden Analyse dieser Gesellschaften habe ich im induktiven Verfahren, das heißt Schritt für Schritt, die komplexe Definition von „Matriarchat“ entwickelt, welche die allgemeinen Züge dieser Gesellschaftsform auf den Ebenen von Ökonomie, Sozialordnung, Politik und Kultur/Weltanschauung formuliert (in „Das Matriarchat II“). Das heißt, diese Definition ist empirisch fundiert und daher wissenschaftlich und nicht eine bloße linguistische Begriffsklärung.Dies wird von den beiden Autorinnen verwechselt, da sie offenbar einen ohne jede sachbezogene Forschung formulierten Satz für eine Definition halten.

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Ohne nähere Kenntnis meines Definitionsverfahrens wird mir dann der Begriff „Matriarchat“ im Sinne von „Mutterrecht“, wie Bachofen es formulierte, unterstellt. Ich habe wiederholt den Begriff „Mutterrecht“ kritisiert, da er auf eine Rechtskonstruktion hinweist, die es in matriarchalen Gesellschaften nicht gibt, sondern die typisch ist für patriarchale Gesellschaften. Das sehen die beiden Autorinnen auch so, aber ich frage mich, was meine Arbeit damit zu tun haben soll? Ich verwende den Begriff „Mutterrecht“ nicht und kritisierte wiederholt die äußerst unklare Verwendung des Begriffs „Matriarchat“ bei diesen frühen Autoren. Der Mangel an einer fundierten, wissenschaftlichen Definition ist das größte Problem der traditionellen Matriarchatsforschung, und zwar bis heute. Davon habe ich die Moderne Matriarchatsforschung, die auf einer wissenschaftlichen Definition beruht (siehe oben), klar abgegrenzt.Es ist bedauerlich, dass dies den beiden Autorinnen nicht bekannt ist.

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Bachofens Theorie hat jede Kritik verdient, ich habe eine solche formuliert (in „Das Matriarchat I“). Aber es ist falsch ihm zu unterstellen, er habe das „Mutterrecht immer grausam und negativ dargestellt… als eine fürchterliche Zeit“ (Gerhard Bott). Hier wäre es sicher nötig Bachofen genauer zu lesen. Er schildert die kulturelle Phase des „Mutterrechts“ als eine Zeit, in der die Frau Sitte und Religion, sogar angeblich die Monogamie eingeführt habe, um die vorhergehende Phase eines wilden, ungeregelten Lebens zu überwinden. Er stellt dies positiv dar, allerdings ist er der Ansicht, dass das nachfolgende Patriarchat noch besser ist, weil endlich der Geist dazu kommt.Diese Ansicht ist glücklicherweise heute überwunden, jedoch geht es nicht an, Bachofen verzerrt darzustellen, nur um meinem Werk ein Zerrbild von „Matriarchat“ anzudichten.

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Erstaunlich ist, dass beide Autorinnen die von mir in jahrelanger Forschung herausgearbeiteten Kriterien für „Matriarchat“ dann benutzen, um ihr Etikett „Matrifokal“ darauf zu kleben. Damit wollen sie den Begriff „Matriarchat“ zum Verschwinden bringen. Es ist mir nicht bekannt, dass es vor meiner Forschungsarbeit eine wissenschaftliche Definition von „Matriarchat“ gegeben hätte, das heißt, eine empirisch begründete und nicht spekulative Definition. Mir ihr habe ich die Moderne Matriarchatsforschung begründet.Dies zu verschweigen und so zu tun, als stamme die Kriterienliste für „Matriarchat“ von ihnen, nur um es mit ihrem eigenen künstlichen Begriff zu besetzen, ist ein seltsames Vorgehen. Ich würde es als eine unredliche Vereinnahmung bezeichnen.

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Eine scharfe Kritik richten sie gegen den von mir verwendeten Begriff „Gesellschaft“. Sie erklären, „Gesellschaft“ bezeichne immer ein hierarchisches, patriarchales Sozialgebilde, und stützen sich dabei wieder auf herkömmliche Definitionen und G. Bott. Stattdessen ziehen sie den Begriff „Gemeinschaft“ vor.
Das klingt schön und gut, wenn es sich z.B. um Dörfer mit begrenzter Personenzahl handelt. Dafür brauche auch ich öfter den Begriff „Gemeinschaft“. Aber wenn es um eine ganze Region geht, in der ein Stamm mit Tausenden von Menschen wohnt, oder wenn es sogar um eine Liga aus fünf großen Stämmen geht (Irokesen), die ein sehr differenziertes Gefüge darstellt und sich ein ausdrückliches Gesetz gegeben hat, dann handelt es sich nicht mehr um eine Gemeinschaft. Dazu ist das Gebilde zu groß und zu komplex, deshalb ist es eine Gesellschaft, allerdings eine matriarchale.
Die Irokesen und andere indigene Ethnien kritisieren die Begriffe westlicher Ethnologen, die dann noch immer von „Stämmen“ (tribes) sprechen, weil dieser Begriff herabsetzend gebraucht wird. Sie bestehen darauf, dass sie eine „Gesellschaft“ haben, entsprechend der Komplexität ihrer sozialen Formen und Großformen. Das heißt, sie gebrauchen den Begriff in einem emanzipierten und positiven Sinn. Es ist mir nicht nachvollziehbar, weshalb wir dann an den patriarchalen Begriffsdefinitionen der europäischen Philosophen (Schleiemacher u.a.) hängen bleiben sollen. Das ist nur möglich, wenn man nie mit indigenen Menschen zusammengearbeitet hat und daher die eurozentristische Brille nicht absetzen kann. Marija Gimbutas hat ihrerseits den Begriff „Zivilisation“ neu definiert, indem sie ihn von der patriarchalen Definition befreite. Dafür wird ihr von den beiden Autorinnen applaudiert, bei mir hingegen wird dasselbe Vorgehen kritisiert. Warum eigentlich?
Es gibt zu diesem Punkt noch ein schönes Beispiel aus der Archäologie: Der Begriff „Stadt“ wurde bis zu einem gewissen Zeitpunktals als ein komplexes Gebilde mit vielseitigen Berufen, aber stets immer mit Hierarchie und herrschender Klasse definiert (vgl. Gordon Childe). Nach dieser Definition dürfte es vor dem Patriarchat gar keine Städte gegeben haben, was aber für Chatal Hüyük (Mellaart) und für die neolithischen Donaukulturen (Gimbutas) widerlegt wurde. Diese waren matriarchale Städte mit entsprechender Komplexität und hoher Arbeitsteilung, aber ohne herrschende Klasse. Auch hier hat man sich von der patriarchalen Definition von „Stadt“ gelöst und damit die These der „Primitivität“ der jungsteinzeitlichen matriarchalen Kulturen überwunden, weil sie angeblich keine Städte hatten (siehe dazu mein neues Buch: „Geschichte matriarchaler Gesellschaften und Entstehung des Patriarchats“).

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Für höchst problematisch halte ich die Definition von „Gemeinschaft“ durch die beiden Autorinnen (und G. Bott). Gemeinschaften und die seltsame „Matrifokalität“ sollen unser „angeborenes Sozialverhalten“ sein. Dann wird auf die Tierwelt und das „Muttertier“ verwiesen und den frühen Menschen eine „bio-soziale Alltagsethik“ unterstellt. Die Soziobiologie lässt grüßen!
Im Gegensatz zu soziobiologischen Auffassungen, wo die frühesten menschlichen Gemeinschaftsformen aus angeborenen Instinkten hervorgehen sollen, sind solche menschlichen Sozialformen kulturelle Schöpfungen, die eine gewisse Bewusstheit voraussetzen. Es sind Denkprozesse in Gang, die den frühen Menschen erlaubt haben, ihre Sozialform zu bilden und ihr Weltbild zu symbolisieren. Matriarchale Gesellschaften haben die große geistige Leistung vollbracht, aus der Mutterschaft als einer biologischen Tatsache ein kulturelles Modell geschaffen zu haben. Dazu gehört eine ganze Menge geistige Erkenntnis!

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Die beiden Autorinnen unterstellen mir, ich hatte erklärt, „Matriarchat“ sei ein „Kampfbegriff“. Das habe ich nirgends gesagt. Ich habe gesagt, dass der Begriff, so wie er gebraucht wird, auch einen politischen Gehalt besitzt. Das ist ein großer Unterschied!
Natürlich gebraucht der Mainstream, das heißt die herrschende Zivilisation, diesen Begriff als „Schimpfwort“, warum wohl? Damit versucht man, die Erforschung und Bekanntmachung matriarchaler Gesellschaften zu verhindern. Auch der Begriff „Feministin“ wird als Schimpfwort gebraucht, um Frauen daran zu hindern, sich gegen Gewalt an Frauen und für ihre Menschenrechte einzusetzen. Glücklicherweise hat das „Schimpfwort“ viele Frauen nicht gehindert, Feministinnen in diesem Sinne zu sein. Auch Matriarchatsforscherinnen werden sich nicht nach dem Mainstream richten. Auch nicht, wenn die beiden Autorinnen – auf dem Boden von nirgendwo unternommener Sachforschung zu diesen Gesellschaften – behaupten, „matriarchale Gesellschaften“ habe es nie gegeben. Das ist Wort-Klauberei, um dem Mainstream zu gefallen.Es ist dann doch seltsam, dass existierende Gesellschaften dieser Art, z.B. die Minangkabau auf Sumatra, die Mosuo in China und die Irokesen in Nordamerika selbst erklären, ihre Gesellschaft sei ein „Matriarchat“. Das meinen sie in genau dem egalitären Sinn, wie sie sie geschaffen haben, und wie ich sie, von ihnen lernend, dargestellt habe. Aber natürlich wissen das Europäerinnen, die nie dort waren, besser, dass es diese Lebensweise dieser Menschen nie gegeben hat!

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Zur Behauptung der beiden Autorinnen: “Die Göttin-Heros-Theorie, eine nicht beweisbare Hypothese“.
Mein Buch „Die Göttin und ihr Heros“ ist keine Theorie, sondern eine Analyse von Mythologien, in denen man dieses Grundmuster finden kann. Eine Analyse ist keine Theorie und auch keine Hypothese.In kulturellen Zusammenhängen kann man nie etwas „beweisen“, niemand kann das, denn beweisen kann nur die experimentelle Naturwissenschaft. In den Kulturwissenschaften kann man verstehen und interpretieren, mehr nicht. Jedoch ist diejenige Interpretation die bessere, die am plausibelsten ist und die vorher Unzusammenhängendes zusammenfügen kann. Die von mir gegebene Analyse des Göttin-Heros-Musters ist nachprüfbar anhand der vielen konkreten Mythen, die ich dafür herangezogen habe.Aber wenn die beiden Autorinnen eine bessere Interpretation genau desselben weiten Bereichs von Mythen vorlegen können, höre ich sie mir gerne an.

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Zum Thema der „Heiligen Hochzeit“, das, obwohl ich mehrfach darauf hingewiesen habe, von den beiden Autorinnen (und Herrn Bott) verzerrt dargestellt wird. Dieses Ritual soll eine Vergewaltigung der matriarchalen Priesterin sein, zwecks der Initialisierung der Vaterschaft und der väterlichen Macht.
Das kann man nur behaupten, wenn man auch hinsichtlich dieses Themas bar jeder Forschungsarbeit ist. Wie problematisch eine solche Behauptung ist, zeigen die herangezogenen Quellen: Es wird die sumerische Königsliste zitiert aus Wikipedia! Ganz abgesehen davon, dass Wikipedia in vieler Hinsicht unseriös ist, muss hier gefragt werden, was diese Königsliste hier zur Erklärung hier beitragen soll? Sie stammt aus einer sumerischen Spätzeit, als diese Kultur bereits patriarchalisiert war. Aber sumerische Kultur und ihre Vorgänger-Kulturen währten über Jahrtausende und haben einige Wandlungen durchgemacht. Das Ritual der Heiligen Hochzeit stammt aus der neolithischen Frühzeit Sumers und vieler anderer Kulturen, was man kulturvergleichend herausfinden kann. Und es hat die Bedeutung, dass die Menschen damit Himmel und Erde in Balance halten wollen – aber dazu muss man ihre Weltanschauung verstehen (siehe zu Sumer und die Vorgängerkulturen: „Geschichte matriarchaler Gesellschaften…“)
Das Ritual der „Heiligen Hochzeit“ ist sogar noch aus einem lebenden Beispiel bekannt (traditionelle Kultur der Berber), wo es in einer sehr alten matriarchalen Kultur gefeiert wird, die keine Könige und Königslisten kennt.

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Zum Thema „Königin“ und König“, das immer mit Hierarchie und Macht verknüpft sein soll. Ich habe wiederholt gezeigt, dass das matriarchale Priesterinnen- und Königtum rein repräsentativ ist und in sakralem Zusammenhang steht. Es hat nichts mit patriarchaler Macht und nichts mit Herrschaft zu tun. Das zu behaupten ist eine ziemlich gewaltsame Verzerrung des Sachverhalts.
Interessant ist, dass es dieses Muster nicht nur in alten Mythologien gibt, sondern auch am lebenden Beispiel von matriarchalen Völkern beschrieben wurde. Um nur eins zu nennen: Die Khasi in Nordost-Indien kennen die Siem Sad, die Hohe Priesterin, und den Siem, den Heiligen König. Sie sind Repräsentanten ihres religiösen Weltbildes und treten nur in sakralen Handlungen hervor. Ansonsten haben sie nicht mehr Rechte als die anderen Menschen und können weder Steuern noch Tribute erheben noch irgendwelche Macht ausüben. Im Gegenteil: Ihre vielen sakralen Pflichten lassen sie, und ihre Sippe, ärmer werden. Solche lebenden Beispiele können vermehrt werden (siehe „Das Matriarchat II“).
Die Behauptungen der beiden Autorinnen zeigen nur, dass sie mein Werk nicht oder nur sehr oberflächlich kennen bzw. auch gar nicht besser kennenlernen wollen.Zuletzt zu ihrer Annahme, dass die Bronzezeit flächendeckend patriarchal gewesen sein soll. Es ist eine platte, immer wiederholte These. Die archäologische Situation zeigt ein viel differenzierteres Bild, das ich dargestellt habe (vgl. mein oben erwähntes Buch zur Kulturgeschichte).

Schlusswort:
Zum Schluss erklären beide Autorinnen, dass sie „nicht mit anderen Denkerinnen konkurrieren, sondern aufklären möchten und an einer konstruktiven Definitionsarbeit interessiert sind.“
Das ist ein lobenswertes Vorhaben, wozu aber ihr Verhalten im Widerspruch steht. Wenn ihre definitorischen Bemühungen sich darauf beschränken, eine andere Denkerin bewusst falsch darzustellen und herunterzumachen, so ist das keine redliche Arbeit. Zu produktiver Auseinandersetzung gehört zuerst, das Werk und Denken einer anderen gut zu kennen, um überhaupt konstruktiv Kritik üben zu können. Unterstellungen und falsche Aussagen sind nicht konstruktiv. Außerdem gehört dazu, andere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler nicht zu beschimpfen, wie Herr Bott dies auf rüde Weise in seinem Buch tut (im Selbstverlag erschienen) und wie er und Frau Uhlmann dies mir gegenüber tun (vgl. Uhlmann: „Archäologie und Macht“, Einleitung). Das erweckt den Eindruck, dass hier kaum etwas anderes als Neid und Konkurrenz im Spiel sind. Von „gegenseitiger Akzeptanz“ und „Aufklärung“ (Gogolin/Uhlmann) zeigt sich keine Spur.Ich bedaure das sehr. Bedauerlich finde ich ebenfalls, dass Frauen meinen, sich immer noch an „Theorie-Väter“ klammern zu müssen, hier ist es Herr G. Bott. Gibt es nicht genug hervorragende Forschung und Theoriebildung von Frauen? Vielleicht wäre es besser diesen zu folgen, um die patriarchalen Verinnerlichungen los zu werden, die auch Herrn Botts Theorie noch reichlich anhaften. Das wäre zumindest ein Zeichen von „Akzeptanz“ und „Loyalität“ gegenüber anderen Frauen als Denkerinnen.