Pechmarie – Warum wir die Faulheit der Mädchen zum Überleben brauchen

„Eine Witwe hatte zwei Töchter, davon war die eine schön und fleißig, die andere häßlich und faul. Sie hatte aber die häßliche und faule, weil sie ihre rechte Tochter war, viel lieber, und die andere mußte alle Arbeit tun und der Aschenputtel im Hause sein.“ (Aus: „Frau Holle“, Kinder- und Hausmärchen aufgezeichnet und bearbeitet von den Brüdern Grimm)

Unsere Märchen sind voll von fleißigen Mädchen, die von bösen Stiefmüttern gepeinigt und ausgebeutet werden, oder auch deren Väter durch ihre Arbeit aufsteigen wollen. Ihr Fleiß wird am Ende durch Reichtum oder durch eine Heirat mit einem Prinzen belohnt. Eines der wenigen Märchen, das scheinbar ohne Männer auskommt, ist „Frau Holle“. Einziges männliches Wesen ist der Hahn, der dem Dorfe die Ankunft der fleißigen Goldmarie und der faulen Pechmarie ankündigt.
Dem Märchen liegt eine südgermanische Mythe zugrunde, in der, wie immer, über Symbole versteckte Inhalte transportiert werden, die wir aber entschlüsseln können: Frau Holle ist die Muttergöttin Holda (vgl. Timm 2003). Ihr Brunnen, durch den die Mädchen auf eine Blumenwiese fallen, symbolisiert die Vagina der Muttergöttin. Der Sturz in den Brunnen ist der Tod, das Leben bei Frau Holle ist die Regeneration im Tod und die Rückkehr durch das Tor symbolisiert die Wiedergeburt.

Wir haben es mit dem Rest einer matrifokalen Glaubensvorstellung zu tun, in der es keinen männlichen Schöpfer gibt. Holda ist dennoch eine patriarchale Göttin, patriarchalisiert seit der indoeuropäischen Eroberung, und dazu gehört, dass der Hahn das erste Wesen ist, das die Mädchen zurück auf Erden begrüßt. Der Hahn gehört sowohl zur griechischen Mondgöttin Selene als auch zu ihrer germanischen Entsprechung Holda (vgl. Uhlmann 2015, S. 144 und S. 150) und ist als Hönir das Begleittier des nordgermanischen Göttervaters Odin.

Frau Holle – das Leistungsprinzip

Frau Holles Verhalten entspricht daher nicht mehr dem urmütterlichen Prinzip der bedingungslosen Liebe, sondern sie fordert Leistung, ohne die sie ihre anfänglich zur Schau gestellte Liebe entzieht. Ein ukrainisches Sprichwort – direkt aus der geografischen Wiege des Patriarchats – lautet:

„Sei­nem Kleid ent­spre­chend wird man emp­fan­gen, und sei­nem Ver­stand ent­spre­chend ent­las­sen.“

Und so handelt Frau Holle im Namen des väterlichen Leistungsprinzips, das als Novum in der Geschichte der Menschheit narzisstische Persönlichkeiten hervorbringt. Damit kommt das Patriarchat richtig in Schwung.

Hermann Vogel - Mutter Hulda
Bild: Hermann Vogel, Mutter Hulda, vor 1921

Und es wird der fleißigen Marie durchaus gefallen, dass sie nun goldglänzt, auch wenn es schwer auf ihr lastet. Denn sonst wäre das Gold ja kein Lohn. Das Gold, das nach dem Goldregen an ihr klebt, kann sie aber nicht wie Geld ausgeben. Es ist nur ein Symbol dafür, dass sie für jemand anderen wertvoll ist, der ihre Leistungsfähigkeit ausnutzen kann, und dass sie nur für ihre Leistung geliebt wird. Nach ihrer Wiedergeburt aus dem Brunnen ist sie lediglich eine gute Partie geworden, eine künftige Ehefrau, die eben Gold wert ist. Die Hausarbeit, die die Goldmarie verrichtet hat und verrichten wird, wird ihr nicht in Heller und Pfennig entlohnt. Das ist bis heute so.

Kein Glück nirgends – mit Pech überschüttet

Während das Märchen Goldmaries Eitelkeit leugnet, wird die Pechmarie Inbegriff jugendlicher Faulheit, welche im Märchen übrigens immer auch mit Eitelkeit gepaart ist.

„Als sie zu dem Backofen gelangte, schrie das Brot wieder: »Ach, zieh mich raus, zieh mich raus, sonst verbrenn ich, ich bin schon längst ausgebacken.« Die Faule aber antwortete: »Da hätt ich Lust, mich schmutzig zu machen«, und ging fort. Bald kam sie zu dem Apfelbaum, der rief: »Ach, schüttel mich, schüttel mich, wir Äpfel sind alle miteinander reif.« Sie antwortete aber: »Du kommst mir recht, es könnte mir einer auf den Kopf fallen«, und ging damit weiter. Als sie vor der Frau Holle Haus kam, fürchtete sie sich nicht, weil sie von ihren großen Zähnen schon gehört hatte, und verdingte sich gleich zu ihr. Am ersten Tag tat sie sich Gewalt an, war fleißig und folgte der Frau Holle, wenn sie ihr etwas sagte, denn sie dachte an das viele Gold, das sie ihr schenken würde; am zweiten Tag aber fing sie schon an zu faulenzen, am dritten noch mehr, da wollte sie morgens gar nicht aufstehen. Sie machte auch der Frau Holle das Bett nicht, wie sich’s gebührte, und schüttelte es nicht, daß die Federn aufflogen.“ (Aus: „Frau Holle“, Kinder- und Hausmärchen aufgezeichnet und bearbeitet von den Brüdern Grimm)

Auch das ist kein künstlerischer Einfall. Eitelkeit und Faulheit bilden nach der christlichen Definition den Rahmen der sieben Hauptlaster (auch Sieben Todsünden): das erste (Superbia) und das siebente (Acedia). Daher wird Pechmaries Faulheit mit pechschwarzer Schmutzigkeit bestraft.


Bild: „Kikeriki, Unsere schmutzige Jungfrau ist wieder hie.“ Holzschnitt von Ludwig Richter (um 1853)

„Das Pech aber blieb fest an ihr hängen und wollte, solange sie lebte, nicht abgehen.“ (Aus: „Frau Holle“, Kinder- und Hausmärchen aufgezeichnet und bearbeitet von den Brüdern Grimm)

Diese Gnadenlosigkeit war eine Steilvorlage für den christlichen Gott, den die Priester durchsetzen wollten. Die Dämonisierung der Göttin und Mutter wurde erst mit einer solchen Propaganda glaubwürdig. Aber Holda wurde noch lange von kinderlosen Ehefrauen an den sog. Waschbrunnen um Kindersegen angerufen. Holda selbst erledigte diesenihren Job – also nicht immer wie gewünscht, aber der Alten Frau wurde das nun zugebilligt. Nicht so dem Mädchen Marie.

Für Mädchen ist Frau Holle mit diesem Märchen zur Schreckgestalt geworden, denn die Pechmarie war auch immer eine Identifikationsfigur, verkörperte sie doch eine Seite, die jedes Mädchen an sich hat.

„Frau Holle“ ist damit kein reines Zaubermärchen (hier mit dem Merkmal „übernatürlicher Helfer“), auch wenn das immer wieder zu lesen ist, sondern trägt zusätzlich Züge des sog. novellenartigen Märchens (nach der immer noch gültigen Klassifikation von Aarne 1910) vom Typ „Das böse Weib wird gebessert“. Eine Novelle verbreitet eine irgendwie geartete Neuigkeit, in diesem Falle teilt sie mit, dass alle Mädchen fortan fleißig zu sein haben – denn es war vorher anders.

Warum Mädchen faul sein müssen

Die amerikanische Anthropologin Sarah Blaffer Hrdy klärt uns darüber auf, dass natürlicherweise die Mädchen am wenigsten arbeiten, die alten Frauen dagegen am meisten: Weiterlesen „Pechmarie – Warum wir die Faulheit der Mädchen zum Überleben brauchen“

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Machen Männer Frauen krank? – Die wahren Zusammenhänge von Gesundheit, Familienstand und Arbeit


In den letzten Tagen ging durch die Sozialen Netzwerke eine Schlagzeile der Frauenzeitschrift ELLE-online: „Jetzt ist es wissenschaftlich bestätigt: Männer machen Frauen psychisch krank!“ Die Resonanz war groß; Frauen versahen den Artikel mit einem schallend lachenden Smily und schrieben, dass sie „es ja schon immer gewusst“ hätten, oder, dass sie „ohne Partner schon lange pumperlgsund“ seien. Indirekt schwang bei den Kommentaren mit, dass es ihnen nicht nur um Depression, sondern allgemein um Krankheit geht. Und auch ELLE-online scheint das so zu sehen, denn die Internetseite trägt den Titel „Männer machen Frauen krank“. Was die ELLE da so sicher macht, dazu kommen wir später. Wäre die Krankheit von Frauen aber nicht so ein schwerwiegendes Problem, dann hätte die Schlagzeile wahrscheinlich nicht eine so eine große Aufmerksamkeit erregt.

Ich beschäftige mich mit dem Thema Gesundheit schon sehr lange und sammle wissenschaftliche Artikel und Studien, die gesellschaftspolitische Relevanz besitzen. Daher weiß ich, dass solche Aussagen mit Vorsicht zu genießen sind. Das Thema hat in Wahrheit so viel Brisanz und ist so ernst, dass es geradezu fahrlässig ist, die Sache leichtfertig zu behandeln und einen „Scherz-Artikel“ daraus zu machen.

Frau mit den Händen vorm Gesicht
Photo by Melanie Wasser on Unsplash
Auch wenn es manche nicht wahrhaben wollen, es ist ganz allgemein eine Tatsache, dass wir Frauen in besonderem Maße leidgeprüfte Wesen sind. Frau und Leid sind fast schon synonym. Menstruationsschmerzen, PMS, Geburtsschmerzen, Wechseljahrsbeschwerden, Blasenentzündungen, Inkontinenz, Reizdarm, Endometriose, Fibromyalgie, Lymphödem, Thromboseneigung, Depressionen, PTBS, Panikattacken und so weiter. Manches ist Veranlagung, vieles ist Geburtsfolge, manches ist auf andere – manchmal sehr schlimme – Weise erworben. Fast immer hat es mit dem spezifischen Frauenleben zu tun. Es gibt aber auch Frauen, die nichts von alledem kennen, oder solche, die eine chronische Krankheit haben, welche keine Schmerzen verursacht und gut eingestellt ist. Unter den Berufstätigen gibt es einige von ihnen, die scheinbar schwerelos durchs Leben gleiten. Sie besitzen eine besonders gute Resilienz.

Um nur einmal im Leben ein Kind zu bekommen, hat manche Frau mitunter 40 Jahre lang, manchmal sogar noch länger, jeden Monat starke Schmerzen. Das durchschnittliche Alter bei der Menopause liegt bei 51 Jahren. Die Zahlen schwanken sehr. Jedenfalls verliert sie viel Blut und erleidet häufig einen folgenreichen Eisenmangel, der nur schwer auszugleichen ist und oft gar nicht diagnostiziert wird. Die Krankenkasse zahlt nur in seltenen Fällen. Von der leider immer noch peinlichen Kleckserei und Geruchsentwicklung, die es aufwändig zu verhindern gilt, ganz zu schweigen. Auch der Vater des Kindes zahlt kein Schmerzensgeld, und versucht manchmal sogar ihr das schwer erarbeitete Kind, an dem er so wenig Anteil hat, zu entreißen.

Was Natur ist, muss ausgehalten werden. Das ist die gerechte Strafe Gottes (welcher im Übrigen selbst ein gebärender Vater sein will)! Ja, wenn sie Schmerzen hat, ist sie selbst Schuld, es gibt doch Tabletten, und es soll ja wie gesagt Frauen geben, die das nicht haben. Was können denn Gesellschaft und Väter dafür?! Tatsächlich finden sich in einer Handtasche jede Menge Tampons, Binden, Schmerztabletten und andere Dinge, die der Frau das (Über-)Leben im Patriarchat ermöglichen. Die Gesellschaft hat sehr viel damit zu tun und der Frauenkörper ist ein kultureller Körper, dessen Integrität ständig infrage gestellt wird, ganz in Gegensatz zum männlichen.

Wenn Männer also tatsächlich Frauen krank machen, wie all die Leserinnen im Internet es spüren, dann sind Frauen schon sehr lange krank, nämlich ungefähr 8000 Jahre, und das muss sich in der Geschichte niedergeschlagen haben und nicht erst heute. Ein Blick in die Bibel und wir werden fündig. Eva wird nach dem Sündenfall mit Geburtsschmerzen bestraft, Adam dagegen mit Arbeit. Das ist interessant, denn heute bekommen Frauen nicht nur unter Schmerzen Kinder, sondern müssen zusätzlich auch zur Arbeit. So will es jedenfalls die Politik, die damit die Strafe Gottes sogar noch übertrifft. Das passiert ausgerechnet in einer Zeit, in der die Bevölkerung beginnt, umzudenken gegen den Zwang zur Arbeit und mit der Forderung eines bedingungslosen Grundeinkommens. Diese Forderung hat bemerkenswerterweise mehr AnhängerInnen als die Forderung nach einem Müttergehalt und Mütterrente!

Die Katholiken gedenken der Madonna mit den sieben Schmerzen, der Schmerzensmutter immer am 15. September. Diese sieben Schmerzen beziehen sich aber im Wesentlichen auf den Leidensweg ihres Sohnes Jesus, an dem sie als Mutter natürlich mitleiden muss. Das erste Leid ist die Prophezeiung des Simeon, dass ihre Seele von einem Schwert durchbohrt werde. Leid und Mitleiden scheinen in der Maria eins zu sein. Das Schwert symbolisiert aber auch einen vollendeten Muttermord, wenn man so will, das Ende des Leids der Mutter und …den Endsieg des Patriarchats. Wir sehen an diesem Beispiel, dass das Patriarchat eine bizarre Logik verfolgt, die den Namen nicht verdient.

Madonna mit den sieben Schmerzen, Loretokapelle mit Schwarzer Madonna bei Bad Zurzach, eigenes Werk
Bild: Madonna mit den sieben Schmerzen, Loretokapelle mit Schwarzer Madonna (Hintergrund) bei Bad Zurzach/Schweiz (Gabriele Uhlmann)

Maria war höchstens 12 Jahre alt, als sie Jesus gebar. Denn im Judentum gilt ein Mädchen nur so lange als Jung(e)frau. Das Leid, das ihr selbst im erzpatriarchalischen Israel wegen ihrer unehelichen Schwangerschaft – aus einer Vergewaltigung und Kinderschändung – zuteil geworden ist, wurde durch die Lügengeschichte von Mariä Empfängnis vollverschleiert. Wo sie sonst geächtet und zu Tode bestraft worden wäre, muss sie nun „nur“ sieben Schmerzen erleiden, die mit denen ihres Sohnes identisch sind. Selbst Schuld ist sie, so die patriarchalische Denke! Ihr Leid hängt eindeutig mit Männern zusammen, nämlich mit ihrem Vergewaltiger und mit den Männern, die ihren Sohn hingerichtet haben. Mutterleid ist unbeschreiblich, und so manche zerbricht daran. Nicht so Maria, die später noch weitere Kinder bekommen wird, und als Schmerzensheldin gefeiert wird. Maria hält aus, Maria hält durch. Sie weint, aber nicht über sich selbst, sondern über ihren Sohn. Damit ist sie seit jeher ein Vorbild für alle Gläubigen, nicht aber für Frauen, die etwas verändern wollen. Im wahren Leben werden oder sind viele Frauen wegen einer Vergewaltigung oder Missbrauchs im Kindesalter erwerbsunfähig. In der Bibel wird stillschweigend davon ausgegangen, dass Joseph Maria ernährte.

In der weiblichen Literaturgeschichte heben sich besonders die Schwestern Charlotte, Emily und Anne Brontë ab, die in der ersten Hälte des 19. Jh. lebten und alle drei sehr früh starben. Ihre Bücher sind Denkmäler des Frauenleids ihrer Zeit. Schon ihre Mutter starb 38-jährig ein Jahr nach der Geburt von Anne. Die Gesundheit der Kinder litt unter der anschließenden Unterbringung im Pensionat, weshalb sie auch oft Zeit zu Hause verbrachten. Ihr Vater, ein Dorfpfarrer, verlangte von ihnen später, als Gouvernanten zu arbeiten, um ihrem Bruder Branwell das Studium zu ermöglichen. Sie hatten keine Freude an diesem Beruf, und litten unter den Arbeitsbedingungen, die sie körperlich und psychisch krank machten. Viel lieber wollen sie daheim und zusammen Autorinnen sein, aber dahin war es im frauenfeindlichen, victorianischen Zeitalter ein weiter Weg. Sie pflegten auch die kranke Kinderfrau bis an deren Lebensende. An ihrem eigenen Ende hatten sie nicht viel von ihrem Ruhm, der sich schließlich doch noch einstellte. Charlotte starb mit 39 während und wegen ihrer Schwangerschaft, Emily starb mit 30 an einer Lungenentzündung und Anne mit 29 an Tuberkulose. Ihr Vater überlebte alle seine Kinder (auch Branwell, 31) und wurde für die Zeit sehr alt. (vgl. Maletzke 2008) Wie wäre ihr Leben verlaufen, hätte die Mutter noch lange gelebt?
Anne, Emily, and Charlotte Brontë
Bild: Anne, Emily und Charlotte Brontë, Gemälde von Branwell Brontë, ca. 1834

In unserer modernen Welt der Hochleistungsmedizin stirbt nur noch ausnahmsweise jemand sehr früh und wer krank ist, hat trotzdem meist noch ein langes Leben vor sich. Damit rückt das Problem der Erwerbsminderung und -unfähigkeit in den Vordergrund. Wer krank ist, der ist von Arbeitslosigkeit und Armut bedroht. Unsere Leistungsgesellschaft folgt der Philosophie, dass nur der, der arbeitet, auch ein Recht auf ein gutes Leben hat. Vermögende werden in unserem Gesundheitssystem bevorzugt behandelt, und zahlen nicht einmal in die gesetzlichen Krankenkassen ein. Sie können sich in ihrer Freizeit besser regenerieren und für Körperpflege mehr Geld ausgeben. Wer mehr Geld hat, ist in der Regel schneller wieder gesund. Berufstätige Frauen besitzen eine höhere sog. Bewältigungskompetenz und bessere sog. Bewältigungsstrategien bei Belastungen aller Art. Ihre Resilienz, ihre gute Gesundheit macht sie zu dem, was sie sind. Gesundheit und finanzielle Sicherheit stehen in einer engen Wechselbeziehung zu einander.
Aber jeder Kranke steht unter Generalverdacht, stinkfaul zu sein, und es sich auf Kosten anderer nett zu machen. Nun sind Kranke doppelt gestraft, denn sie leiden unter ihrer Krankheit und gut leben dürfen sie auch nicht. Vater Staat hat eine komplexe, sogenannte Sozialpolitik hervorgebracht, die alles tut, um sich davor zu drücken, sich um die kranken Mitglieder der Gesellschaft so zu kümmern, dass sie am allgemeinen Leben und Wohlstand teilhaben können. Zwar gibt es mittlerweile viele Initiativen für ein barrierefreies Leben, was Körperbehinderten zugute kommt, aber psychisch Kranke sind immer noch allein gelassen und obendrein stigmatisiert. Wenn es stimmt, dass Männer Frauen psychisch krank machen, dann wären Männer noch viel unmittelbarer an Frauenarmut beteiligt, als bisher gedacht. Weiterlesen „Machen Männer Frauen krank? – Die wahren Zusammenhänge von Gesundheit, Familienstand und Arbeit“