Das Patriarchat. Definition, Geschichte und Symptome

Merkmal und Gemeinsamkeit aller Patriarchate ist das Vaterrecht. Darüber hinaus unterscheiden sich die Gesellschaften in der Ausgestaltung der Gesetze, des Zusammenlebens, der Kultur und des Wirtschaftens. Das Vaterrecht zieht zudem die lange Kette von Problemen nach sich, die alle Bereiche des Lebens und der Umwelt betreffen. 
Ein Mann, der einer Familie aus einer oder mehreren Ehefrauen und deren ehelichen Kindern vorsteht bzw. über sie als sein Eigentum bestimmt, wird als Patriarch bezeichnet. Daher kommt es verbreitet zu der Ansicht, dass wir in Europa nicht mehr im Patriarchat leben. In Deutschland gibt es jedoch ein dezidiertes Vaterrecht, das im Grundgesetz verankert ist. Ehe und Familie, also die Orte der Ausübung des Vaterrechts, sind sogar besonders geschützt. 
Das Patriarchat wird weltweit sowohl gewaltsam als auch mit rechtsstaatlichen Mitteln (den Gewalten) aufrecht erhalten.
Wie der Begriff „Patriarchat“, der wörtlich übersetzt „Herrschaft der Väter“ bedeutet, bereits anklingen lässt, haben wir es mit Herrschern und Beherrschten zu tun, mit Unterdrückern und Unterdrückten, Tätern und Opfern. Das Patriarchat entstand gewaltsam, speziell mit Entführungen bzw. Frauenraub, Vergewaltigungen und Bestrafung von Frauen und Mädchen. Ziel der Täter war die Sicherstellung der genetischen Vaterschaft, die nur unter der Kontrolle der weiblichen Sexualität und der unter diesen Bedingungen gezeugten Kinder auch als soziale Vaterschaft ausgeübt werden kann. Damit waren auch alle Kinder über die Mütter Entführungsopfer. 

Frauenraub - Raub der Sabinerinnen - Albrecht Dürer 

Die ersten Patriarchen postulierten die Vaterschaft als ihr Recht und erhoben das Vaterrechtzum allein gültigen Recht, womit sich das Patriarchat in den Folgegenerationen normalisierte, verselbständigte und tradierte. Dabei kam es nicht nur zur Kooperation der Opfer, sondern auch zur Mitopferschaft der Männer, Mittäterschaft aller Opfer und zum Vergessen des Urverbrechens. Es etablierten sich entsprechende Werte unter einer männerzentrierten Religion.

Die Kontrolle dieses Rechtes wird unter Patrilokalität ausgeübt, d.h. die Kinder und meist auch die Mutter müssen beim Vater wohnen und oft gehören sie ihm auch. Darin ist noch der Ursprung in den initialen Entführungen erkennbar.

Erst seit Beginn des Patriarchats werden Menschen nach ihrem Vater gefragt, denn sein Bekanntsein verschaffte nun einem Menschen Ansehen und meist auch Erbrechte. Lange war ein uneheliches Kind rechtlos. Dadurch entstand ein gefühltes Recht des Kindes, seinen Vater zu kennen. Ansehen und meist auch Wohlstand ziehen patriarchalisierte Menschen aus ihrer Patrilinearität, d.h. sie können sich auf einen Stammvater zurückführen, dessen Nachnamen sie tragen, und dessen Lebenswerk sie oft fortführen. Der Nachname der Mutter wird nur selten als Doppelname vererbt, verschwindet aber spätestens in der nächsten Generation.
Erst die Befreiung der Mütter aus dem Gefängnis der Ehe holte das gefühlte Recht des Mannes, seine genetischen Kinder kennen und erziehen zu dürfen, wieder an die Oberfläche, denn ein Mann ohne Kinder kann seine väterliche Linie nicht fortführen, verliert dadurch Einfluss auf die nächste Generation und läuft Gefahr spätestens im Alter ohne Angehörige zu sein, die ihn versorgen. Vaterrechtler setzten daher durch, dass das Recht des Kindes auf Kenntnis des Vaters auch gesetzlich verankert ist. Beide Rechte, das des Kindes und das des Vaters auf gegenseitige Kenntnis, bestärken sich nun gegenseitig, und nehmen die sich trennende Mutter in wieder gefühlte Geiselhaft. (…)“

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