Archiv der Kategorie: Architektur

Nazikeule Mutterkult – Wie mit Halbwissen Mütter mundtot gemacht werden und was dagegen hilft

Eine Mutter muss sich heute entschuldigen, wenn sie ihrem Kind oberste Priorität einräumt. Es wird erwartet, dass sie möglichst vollzeitig berufstätig ist, sich selbst versorgt und dem Kind lediglich sog. „Quality time“ widmet. „Kinder brauchen ihre Mutter“, das ist ein Satz, für den sich jede schämen muss, sie bekommt aus allen Lagern Gegenwind, von Feministinnen, Maskulisten und von der Politik. „Kinder brauchen ihren Vater“ ist dagegen ein Satz, der allgemeine Anerkennung findet, wieder von Feministinnen, Maskulisten und von der Politik. Möglich ist das, weil die 8000 Jahre alte Vater-Ideologie im Patriarchat Konsens ist.
Besonders bizarr wird es, wenn sich ausgerechnet ein Kirchenfürst einmischt und für Mütter Partei ergreift. Der wegen diverser Vergehen aus dem Amt geschiedene Bischof Mixa sagte sinngemäß:

Wer mit staatlicher Förderung Mütter dazu verleitet, ihre Kinder bereits kurz nach der Geburt in staatliche Obhut zu geben, degradiert die Frau zur Gebärmaschine.

Der Satz, der für sich gesehen, aus patriarchatskritischer Sicht völlig richtig ist, wird im Munde eines Priesters zur unerträglichen Heuchelei, die wieder gegen Mütter ausgeschlachtet werden kann. Er spielt die Rolle des Anwalts des Teufels.  Es waren ja Tempel und Kirche selbst, die den Vater zum Schöpfer erhoben und seitdem Mutter Natur als Nährboden seines Samen hinstellen, und das nicht einmal nur im Alten Testament. So lesen wir in Matthäus 13:38 als Jesus-Wort:

„der Acker ist die Welt; der gute Samen, das sind die Söhne des Reiches; das Unkraut sind die Söhne des Bösen;“ (Quelle: Bibleserver.com)

Dieses Denken liegt dem väterlichen Besitzdenken zugrunde, das bis heute in den Gesetzen seinen ungesagten Niederschlag findet und das besonders in den Staaten, die das Haager Kindesentführungsübereinkommen nicht unterzeichnet haben, offen ausgesprochen und gelebt wird. Eine Reform im Gesetz bedeutet aber nicht automatisch, dass sich die Mentalität in der Bevölkerung geändert hat. Tatsächlich haben wir einen ausgeprägten Vaterkult, im Namen des Vaters, des Sohnes und des heiligen Geistes, im Namen aller Götter. Es ist die Religion, die den Vater heiligt, und damit dem Patriarchat die ideologische Basis verpasst.
Wir wissen es längst besser: Sperma beinhaltet keine kleinen Menschen, es ist lediglich menschlicher Pollen und kein Same. Weder Kind noch Frau gehören dem Mann. Kinder sind Fleisch und Blut ihrer Mutter. Sie geben ihren Kindern von Natur aus mehr als Väter und sie geben mehr als ihren Körper. Von Natur aus sind sie entsprechend ausgestattet. Allerdings hat das Patriarchat alles dafür getan, dass Mütter sich heute kaum noch darüber bewusst sind und leider sind viele Mütter von den patriarchalen Verhältnissen so traumatisiert oder verblendet, dass sie einen ungünstigen Einfluss auf ihre Kinder ausüben können.

Als wichtigste Bindungsperson bleibt die Mutter die erste Anlaufstelle für ihre Kinder. Das ist keine Frage der Besitzverhältnisse, sondern eine evolutionäre Notwendigkeit, die das Leben auf und von der Erde sicherstellt. Die Sehnsucht nach der Mutter ist Kindern angeboren. Jeder noch so gut meinende Vater kennt diese schon magisch anmutende Verbindung, die meist auch dann besteht, wenn die Mutter das Kind vernachlässigt, und die vor allem Vaterrechtlern ein Dorn im Auge ist. Sie unterstellen Müttern Besitzdenken oder Manipulation des Kindes und projizieren doch nur selbst das patriarchale Besitzdenken auf sie.
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Der Turm – ein Phallussymbol?


Neue Erkenntnisse zum Turm von Jericho

Als älteste Stadt der Welt ist Jericho (Tell es-Sultan) berühmt. Jericho liegt im Westjordanland ca. 12 km nordwestlich des Toten Meeres und des Jordan und in ca. 70 km Entfernung zum Mittelmeer am Fuße des Berges Jebel Quruntul, der seit jeher als heiliger Berg gilt. Eine Quelle innerhalb der östlichen Längsseite der Mauer versorgte Jericho mit Frischwasser. Die frühesten Funde (ca. 9.000 v.u.Z.) stammen aus dem Mesolithikum. Drei große Steinblöcke, von denen zwei durchbohrt sind, könnten ein Schrein gewesen sein, dessen Symbolik mit dem Mond in Zusammenhang stehen könnte. Kontakte zur Natufien-Kultur der mittelmeerischen Carmel-Höhlen werden aufgrund von Funden vermutet, zu denen eine Harpune aus Knochenmaterial gehört. Aus der frühesten neolithischen Phase, welche jedoch noch keine Keramik aufweist (PPNA, ca. 8.500-7.300 v.u.Z.), wurden hüttenartige Strukturen gefunden, die immer wieder aufeinander aufbauten. Klar als Häuser identifizierbare Strukturen waren jüngere Rundbauten, die in den Boden eingetieft waren und daher nur Wände geringer Höhe benötigten. Die dafür hergestellten Lehmziegel waren quer gerieft und erinnern daher an Brot. Die Häuser, sog. Bienenkorbhäuser, die über eine Treppe betreten wurden, waren mit einem kuppelartigen Dach aus Geäst überdeckt. Die Fläche dieser Bauten nahm wesentlich mehr Platz ein als die Vorgänger-Hütten. Eine erste Zunahme der Bevölkerung ist daran ablesbar. Die Menschen ernährten sich erstmals von Ackerfrüchten, der Fischerei und der Jagd auf Gazellen und Füchse. Domestizierte Tiere konnten für diese Schicht nicht nachgewiesen werden.

Eine Wallmauer von ca. 2-3,5m Höhe umgab das Areal. An der inneren Westseite der Mauer war ein über 9m hoher Turm errichtet, der massiv ausgebildet war und nur eine schmale Treppe zu einem Austritt aufnahm. Diese Siedlungsphase währte zudem etwa 1000 Jahre, eine enorme Zeitspanne, die auch die neolithische Stadt Çatal Höyük (ab 7.400 v.u.Z.) in Anatolien friedlich überdauerte. Danach erst war Jericho wie auch Çatal Höyük für einige Zeit verlassen.

Tower of Jericho
Der Turm von Jericho

Dieser Turm wurde bisher meist als Wehrturm angesehen, die Mauer als Wehrmauer. Verbunden ist damit die Vorstellung, Jericho hätte sich bereits in vorkeramischer Zeit gegen Kriegsfeinde verteidigen müssen und eine hierarchische Struktur mit einer adeligen Kriegerkaste hätte die Gesellschaft Jerichos bestimmt. Dafür fehlen jedoch jegliche weitere Indizien, wie Massengräber oder zumindest massenhaft gewaltsam zu Tode Gekommene und Waffenfunde in Gräbern oder anderswo.
Die israelischen Archäologen Roy Liran und Ran Barkai wollten sich damit nicht zufrieden geben. Sie fragten sich, warum der Turm ausgerechnet an der Westseite der Mauer errichtet wurde und vermuteten einen kosmisch-geografischen Zusammenhang. Weiterlesen