Gibt es den matrifokalen Vater?

Von den seltenen Fällen einer Kindsvertauschung in der Klinik abgesehen, ist sich eine Mutter sicher, dass ihr Kind wirklich von ihr abstammt. Ein Vater kann das nicht behaupten, denn er ist an der Schwangerschaft nicht beteiligt. Wenn eine Mutter ihr Kind stillt, wird ihr Körper mit Oxytocin geflutet und es bildet sich das heraus, was wir als Mutterinstinkt bezeichnen (Blaffer Hrdy 2010). Davon zu unterscheiden ist die Mutterliebe, die sich auch herausbildet, wenn sie nicht stillt. So oder so, schon in der Schwangerschaft knüpfen Mutter und Kind ein fast schon magisches zu bezeichnendes Band, durch das sich beide wortlos verstehen und das lebenslang hält. Ein Kind kennt seine Mutter von Beginn an und durchlebt mit ihr alle Gefühle, was in der Stillzeit noch hormonell bedingt ist und später noch lange nachwirkt, weil der wachsende Verstand diese Gefühle auch einzuordnen lernt.

In unserer Welt leben die meisten Väter mit ihren leiblichen Kinder zusammen, doch 10-20 % sind auch Kuckuckskinder und weitere sind adoptiert oder aus einer früheren Beziehung der Mutter. Ein biologischer Vater, der schon 7-9 Monate vor der Geburt mit der Mutter zusammenlebte, kann das nicht unterscheiden, wenn die Mutter ihn nicht aufklärt. Die Liebe, die ein Mann zu einem Kind entwickeln kann, beruht zunächst auf dem Kindchenschema. Er findet das Kind mehr oder weniger süß. Je länger ein Mann mit einem Kind zusammenlebt, desto größer wird die Bindung, denn das Kind beginnt seinerseits auf liebevolle Weise mit dem Vater zu interagieren. Das Kind entwickelt dabei auch eine intensive Bindung, die jedoch der Bindung zur Mutter nicht gleichkommt, denn es spürt, dass die Liebe des Vaters anders ist. Diese Liebe ist stärker von kulturellen Vorstellungen geprägt. Wir können auch sagen, sie erreicht nicht den Grad an Bedingungslosigkeit wie die Mutterliebe. Manche Kinder werden sogar erst geboren, wenn ihr biologischer Vater bereits verstorben ist. Dann kann ein anderer Mann die Stelle des sozialen Vaters einnehmen und auch das Kind wird von seinem leiblichen Vater erst erfahren, wenn die Mutter es aufklärt. Dieser soziale Vater ist nicht wegen des Kindes mit der Mutter zusammen, woraus sich ein noch einmal anderes Verhältnis zum Kind einstellt.

Auch die junge Mutter kann bei der Geburt oder später versterben. Dann bleibt ein Kind zurück, das versorgt werden muss. Seit der Entdeckung der Bedeutung der mütterlichen Großmutter (Großmutter-These) wissen wir, dass ein Kind in jedem Fall die größten Überlebenschancen hat, wenn es in seiner mütterlichen Sippe aufwachsen kann. Warum also sollte es evolutionär selektiert worden sein, dass eine Mutter beim biologischen Vater ihres Kindes und dessen Familie lebt? Die Matrilokalität, das Leben der Kinder bei Mutter und Großmutter hat automatisch Matrilinearität zur Folge, d.h. ein Mensch versteht sich als aus einer Reihe von Müttern geboren.
Die Evolution beruht auf zwei Prinzipien, die Charles Darwin entdeckte: die Natürliche Selektion und die Sexuelle Selektion. Beide wirken völlig unabhängig voneinander (Prum 2017). Mit der Natürlichen Selektion passen sich Arten an ihre Umwelt an. Die Sexuelle Evolution steuert die Ausprägung der Arten im Sinne der vielfältigen Formen der Attraktivität, wozu auch die Intelligenz gehört, sowie ihr Sozialverhalten. Der Motor der Sexuellen Selektion ist die female choice, die freie weibliche Wahl ihrer Sexualpartner. Salopp gesagt kann kein Männchen mit einem Weibchen Kinder haben, wenn sie nicht will bzw. ihr Körper nicht mitspielt. Die female choice läuft in der Natur dreistufig ab, äußerlich mit der Wahl des Partners, innerlich mit der Aufnahme oder Abstoßung der Spermien durch den Körper oder das Ei und schließlich mit dem Grad des Engagements bei der Pflege des Nachwuchses. Das Kind eines gesunden Weibchens, das sich frei schwanger gemacht hat, wie wir es eigentlich formulieren müssen, wird seine Kindheit in der Regel überleben.

Die Monogamie ist in der Natur die Ausnahme, und wenn, dann leben die Männchen häufiger monogam, wie z.B. bei manchen Spinnenarten, wo das Weibchen das Männchen nach dem Akt auffrisst. Bei immer mehr Tierarten, die als besonders treu galten, wird inzwischen entdeckt, dass sowohl die Weibchen als auch die Männchen weitere Sexualpartner haben. Die Weibchen leben immer ihre female choice frei aus. Wir müssen sie nur lange und gründlich genug beobachten. Auch unsere Lebenswirklichkeit beweist, dass die Spezies Mensch nicht monogam ist. Wenn eine Menschenfrau ihre female choice frei lebt, haben mit größter Wahrscheinlichlichkeit alle ihre Kinder andere leibliche Väter. Wie soll das gut gehen, würde jeder der Kindsväter der Mutter reinreden! In der Evolution wurde alles auf das Wohl und Gedeihen der Kinder ausgerichtet, das ist das Überlebensprinzip der Arten. Eine von Vätern und Schwiegermüttern gestresste Mutter wäre in der Natur bald am Ende und auch ihre Kinder. Weiterlesen „Gibt es den matrifokalen Vater?“

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Steinzeit. Nein, Brigitte Röder, so war sie eben auch nicht!

Dies ist meine Antwort auf den Artikel „Die Steinzeit war gar nicht so. Männer jagten, Frauen kochten? Die Urgeschichte dient oft dazu, Geschlechterrollen zu begründen. Bloss: Es stimmt nicht.“ von Hubert Filser im Tagesanzeiger.ch vom 27.03.2018, https://www.tagesanzeiger.ch/wissen/geschichte/die-steinzeit-war-gar-nicht-so/story/23918288.

Schon der Untertitel dieses Artikels kam mir bekannt vor, er stammt von der Archäologin Linda Owen, die einst im Katalog zur Stuttgarter Ausstellung „Eiszeit – Kunst und Kultur“ 2009 einen Artikel schrieb, der den Titel „Männer jagen, Frauen kochen? Die Geschlechterrollen im Jungpaläolithikum“ trägt. Einen darin befindlichen Satz musste ich bereits kritisieren, ist er doch beispielhaft für die Kopfstände der Gender Studies. Ich schrieb:

„‚Obwohl bei Sammler-Jäger-Gruppen die Männer kochen konnten und sich auf Reisen selbstversorgt haben, waren es die Frauen, die für die Familie gekocht haben.‘ (Owen 1998, S. 175). Diese überraschende Aussage korreliert nicht mit der Negation von Geschlechterrollen in der Altsteinzeit und zeichnet zudem das Bild der patriarchalen Kleinfamilie. Später wird diese These von der Autorin selbst verwässert: Im Katalog der Eiszeit-Ausstellung (…) stellt sie nun ihre Aussage (…) infrage. Trotz des Titels äußert sie sich nicht weiter zum Koch-Problem, stellt aber fest: ‚Verallgemeinerungen über die prähistorischen Geschlechterrollen werden auch in der sozial-, geistes- und naturwissenschaftlichen Forschung übernommen. Es wird selten anerkannt, das diese Rekonstruktionen nur hypothetisch sind und auf sehr wenigen archäologischen Daten, ausgewählten ethnographischen Analogien und kulturellen Vorurteilen über die Rollen der Geschlechter und die Fähigkeiten von Frauen basieren.‘ (Owen 2009, S. 158).“ Aus: Uhlmann 2012

Wenn es um die Altsteinzeit geht, ziehen die Gender Studies ihre Schlüsse aus der Beobachtung von rezenten Wildbeutern. Das ist legitim, jedoch wird stets das „Gesamtpaket“ verarbeitet und beinahe alles fraglos übernommen. Das ist letztlich auch nichts anderes als eine vollständige Projektion von der Gegenwart auf die Altsteinzeit. Linda Owen schrieb z.B. auch:

„Die Kinderpflege wird auch nicht allein von der Mutter durchgeführt. Kinder werden auch oft in die Obhut von älteren Kindern oder Erwachsenen gegeben; vor allem die Väter spielen dabei eine größere Rolle als oft angenommen.“ (Owen 2009, S. 158)

Es ist bequem, so zu argumentieren, denn die meisten Wildbeuter-Gruppen sind schon lange vom Patriarchat infiziert. Nur noch sehr wenige Völker sind unkontaktiert, weshalb wir ihre Lebensweise nicht untersuchen können. Ein besonders schönes Beispiel eines unkontaktieren Volkes ging vor einiger Zeit mit dem Luftbild eines Ei-förmigen Gebäudes im brasilianischen Urwald um die Welt.
Luftbild eines Ei-förmigen Gebäudes im brasilianischen Urwald. Bildquelle: Spektrum.de
Bildquelle: Spektrum.de

Wenige, seltene Wildbeuter-Gruppen, wie die Hazda in Afrika, sind noch annähernd natürlich in ihrer Lebensweise, werden aber ständig von Forschern heimgesucht und damit auch beeinflusst.

Aber NEIN, Väter kommen im natürlichen Sozialverhalten des Menschen, der Matrifokalität, gar nicht vor. Vaterschaft setzt die Ehe oder vaterrechtliche Gesetze voraus und beides ist immer patriarchal. Das wollen die Gender Studies partout nicht einsehen, weil sie auch in der Familienpolitik mitmischen und die biologischen Väter stärken wollen, indem sie ihnen die Rolle des Neuen Vaters regelrecht aufdrängen. Die Folge ist eine Verschärfung statt eine Schwächung des Patriarchats, was immer dann erkennbar wird, wenn sich die Mutter vom Kindsvater trennen will und das Kind im Sorgerechtsstreit zerrissen wird. Weiterlesen „Steinzeit. Nein, Brigitte Röder, so war sie eben auch nicht!“

Was ist Sünde oder warum wir Jens Spahn unbedingt in die Wüste schicken müssen. Eine Glosse.

Jetzt ist Jens Spahn also tatsächlich Bundesgesundheitsminister geworden. Ich hatte es kommen sehen, denn Kompetenz besitzt er dafür nicht, das hat er schon Jahre vorher in den Talkshows bewiesen, in denen er über Soziales sprach. Wir können ja vermuten, das sei ein Coup der Bundeskanzlerin, damit er Gelegenheit bekommt, sich selbst für immer abzusägen, so wie den Guttenberg. Auch „in den Anden“ hatte sie die Taktik schon erfolgreich praktiziert.
Aber ist es nicht unerträglich, dass Spahn vorher noch Schaden anrichten darf? Immerhin geht es um Menschen. Muss das Kind immer erst einmal in den Brunnen fallen? Jens Spahn schüttete jüngst ein wahres Füllhorn von katastrophalen Statements über uns aus und wir müssen uns auf Gesetze aus seiner Feder gefasst machen, die das Rad der Geschichte zurückdrehen! Nehmen wir nur die Abtreibung, was haben Frauen dafür gekämpft! Was sollen wir nur tun? Wie können wir unsere Frauen vor diesem Manne schützen?

So gerne wie Jens Spahn in seiner Kinderbibel liest, analysiere ich die Lage bei der patriarchatskritischen Lektüre der Mythologie. Dort ist die wohl bekannteste unerwünschte Schwangerschaft die von Rapunzel; Sie wissen schon, das Mädchen mit dem langen Zopf, dem plötzlich die Kleiderchen zu eng wurden. Die Frau Gothel hatte sie einst in einen Turm gesperrt, um genau das zu verhindern. Christlich-fundamentalistisch korrekt nimmt sie bei Rapunzel aber keine Abtreibung vor, sondern schickt sie in die Wüste.
Jetzt sollten wir meinen, dass das doch einem Todesurteil gleich kommt. Aber nein, Rapunzel bringt dort sogar Zwillinge zur Welt und überlebt völlig auf sich allein gestellt und das ohne den Vater!
Wildpark Ostrittrum Märchenwald Rapunzel
Im Bild: Darstellung des Märchens Rapunzel im Märchenwald des Wild- und Freizeitparks Ostrittrum (Wikimedia commons, user: Maddl79)

Das will ja im Grunde auch unser Jens Spahn, nur umgekehrt. Wie gerne hätte er Kinder ohne Mutter. Die ist nur lästig, denn er ist ja schon mit einem Mann verheiratet. Also hat sich der Jens gedacht, da sind doch so viele Frauen, die die Frucht ihres Leibes auf den Müll werfen. Da könnte er doch mal containern gehen und sich ein paar holen! Wenn plötzlich ganz viele Kinder zur Adoption freigegeben werden, dann wird es ja auch nicht mehr lange dauern, bis ihm das erlaubt wird. Und dann ist er ganz sicher auch ein guter Papa, weil er seine neugeborenen Kinder sogleich in die Kita steckt, denn das, so sagt es ja das Familienministerium, sei das Allerbeste für das Kind. In diesem Falle hätte es wohl recht.

Ich finde, wir sollten auch den Jens umgehend in die Wüste schicken. Dort wird er zwar, wenn alles gut geht, keine Kinder gebären, aber er kann etwas lernen!

Rapunzel hat für sich ihre angeborene female choice bewahrt, die in matrifokaler Zeit noch frei gelebt wurde, im Patriarchat aber unterdrückt wird, d.h. auch von Gesundheitsministern, als sei so etwas gesund! Sie hat für sich im Anspruch genommen, den Partner frei zu wählen und wird ohne Heirat schwanger. Nur wird sie dafür in die Wüste vertrieben. Dieser Ort mutet für ein europäisches Märchen doch seltsam fremd an. Und tatsächlich befinden wir uns nun im Kontext des biblischen Nahen Ostens, dort, wo sich der Katholik Jens Spahn ganz zuhause fühlen müsste.

Die Wüste ist aber anarchisch. Hier herrschen nur die Naturgesetze. Es geht ums nackte Überleben und das ist nur durch eine extreme Anpassung möglich. Für die real dort lebenden Menschen bedeutet das Gesetz der Wüste Patriarchat, weil sie sich in einem lebensfeindlichen Raum aufhalten, wo Menschen buchstäblich nichts zu suchen haben, und sie zu Hirtennomaden geworden sind. Diese Lebensweise hat das Patriarchat erst hervorgebracht.

Die Tod bringende Wüste trägt dennoch das Potential allen Lebens in sich. Sobald es regnet, beginnt die Wüste zu blühen. Der Begriff der Wüste könnte genauso gut patriarchale Rhetorik sein, die sich auf Land bezieht, das für große Herden unbrauchbar ist, also Wälder und Feuchtgebiete, die Orte, vor denen sich echte Patriarchen fürchten und wo sie nicht ohne Waffen hinein gehen. In der Offenbarung des Neuen Testaments lesen wir nämlich:

„Und da der Drache sah, daß er verworfen war auf die Erde, verfolgte er das Weib, die das Knäblein geboren hatte. Und es wurden dem Weibe zwei Flügel gegeben wie eines Adlers, daß sie in die Wüste flöge an ihren Ort, da sie ernährt würde eine Zeit und zwei Zeiten und eine halbe Zeit vor dem Angesicht der Schlange.“ (Offenbarung 12.13-14)

Der Drache ist ein Mischwesen aus Adler und Schlange, den Symboltieren der Großen Göttin Ištar, also eine dämonisierte Göttin, die als „Hure Babylon“ zur Allegorie für die verhasste Stadt wurde. Ištar vollzieht in der mesopotamischen Mythologie einmal im Jahr mit ihrem Sohngeliebten, dem Stier, die Heilige Hochzeit und sorgt auf diese Weise für das Wiedererwachen der Natur. In sumerischer Zeit hieß sie noch Inanna und war die Fluss- und Muttergöttin der Ströme Euphrat und Tigris, die in einem sumpfigen Delta ins Meer münden.

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Im Bild: Inanna/Ishtar auf einer Vase aus Larsa ca. 1999-1599 v.u.Z. (Wikimedia commons, user Marie-Lan Nguyen)

In der Offenbarung lesen wir auch, dass die Wüste, welche in 1. Mose 1.2. für den Anfang steht („Die Erde war wüst und leer“), in der vorbiblischen Zeit der Sitz der Großen Göttin war:

„Und er brachte mich im Geist in die Wüste. Und ich sah ein Weib sitzen auf einem scharlachfarbenen Tier, das war voll Namen der Lästerung und hatte sieben Häupter und zehn Hörner.“ (Offenbarung 17.3)

In diese Wüste schickt Frau Gothel Rapunzel zur Strafe.

„Und sie war so unbarmherzig, dass sie die arme Rapunzel in eine Wüstenei brachte, wo sie in großem Jammer und Elend leben musste.“

Wir wissen jetzt, dass sie alleine dort nur überleben kann, weil die Wüste ursprünglich als der dämonisierte Ort der Muttergöttin galt, wo die Frauen versorgt waren, ohne, dass sie ein Mann versorgte.

Auch die Redewendung „jemanden in die Wüste schicken“ stammt aus dem Alten Testament:

„Aaron soll seine beiden Hände auf den Kopf des lebenden Bockes legen und über ihm alle Sünden der Israeliten, alle ihre Frevel und alle ihre Fehler bekennen. Nachdem er sie so auf den Kopf des Bockes geladen hat, soll er ihn durch einen bereitstehenden Mann in die Wüste treiben lassen und der Bock soll alle ihre Sünden mit sich in die Einöde tragen. Hat er den Bock in die Wüste geschickt, dann soll Aaron wieder in das Offenbarungszelt gehen, die Leinengewänder, die er beim Betreten des Heiligtums angelegt hat, ablegen und sie dort verwahren.
Er soll seinen Körper in Wasser an einem heiligen Ort baden, wieder seine Kleider anlegen und hinausgehen, um sein Brandopfer und das des Volkes darzubringen. Er soll sich und das Volk entsühnen und das Fett des Sündopfers auf dem Altar in Rauch aufgehen lassen. Der Mann, der den Bock für Asasel hinausgeführt hat, muss seine Kleider waschen, seinen Körper in Wasser baden und darf danach wieder in das Lager kommen.“ (3. Mose 16.21-26)

The Scapegoat
Im Bild: „The Scapegoat“ (1854) Der mit den Sünden beladene Bock wird in die Wüste geschickt; Ölgemälde von William Holman Hunt (gemeinfrei)

Ein Sündenbock lädt also im Land der Göttin alle Sünden ab. Sünde, das ist alles, was das Patriarchat stört: die freie Frau und ihre Sexualität.

Auch der Prinz wird wie der Sündenbock in die Wüste geschickt, aber Rapunzel ist längst schon da und hat gesunde Zwillinge, ein Mädchen und einen Jungen, geboren. Die vermeintliche Wüste ist offenbar ein Paradies, wo die Göttin in Gestalt Rapunzels ohne einen Vater die ersten Menschen gebiert. Dieses uralte Motiv wird von den gebärneidischen Theologen der Bibel ins Gegenteil verdreht. Da erzeugt Gott den Adam und mit ihm die Eva. Auch am Ende des Märchens von Rapunzel siegt die „Wahrheit“ der Patriarchen und schweißt die Mutter mit dem Vater ihres Kindes für immer zusammen.

So viele Leute haben längst durchschaut, dass das „natürliche Patriarchat“ ein Lügenmärchen ist. Auch die, die es nur teilweise durchschaut haben, haben zumindest begriffen, dass das Patriarchat erst die Bedingungen schafft, die Abtreibungen nötig machen. Das alles könnte auch Jens Spahn in der Wüste lernen. Schicken wir ihn dort hin. Sofort. Unverzüglich!

Nachtrag: Mein mythologischer Blick hat sich schon rumgesprochen…die TAZ vom 27.3.2018 schreibt: Er verrät seine Mütter. Die Frauenbewegung hat auch für Schwulenrechte gekämpft. Nun wären schwule Männer dran, solidarisch zu sein. Spahn tut das Gegenteil.

Neuerscheinung: „Feminismus radikal gedacht“ von den Störenfriedas


Ich freue mich, mitteilen zu können, dass die Störenfriedas ein Buch herausgebracht haben. Mit dem Artikel „Der radikalste Feminismus: Leben in Matrifokalität“ bin ich darin vertreten. Klappentext:

„Der Feminismus ist eine der erfolgreichsten Bewegungen der Welt, trotzdem gehören Sexismus, sexuelle Gewalt, sexuelle Ausbeutung und Diskriminierung noch immer zum Alltag von Frauen.
Radikaler Feminismus dekonstruiert und demaskiert sexistische Unterdrückung und führt sie auf ihre patriarchalen Ursprünge zurück.
Prostitution, Pornografie und sexuelle Gewalt werden durch eine bis heute nicht überwundene sexistische Grundhaltung gespeist, die zu kritisieren sich jeder einzelne Beitrag in diesem Buch vorgenommen hat. Wie steht es um die Alternativen – wie könnte eine Gesellschaft jenseits von geschlechtlicher Unterdrückung aussehen?“

Weitere Informationen finden Sie bei den > Störenfriedas. Bestellen können Sie das Buch in jeder Buchhandlung oder bei amazon, wo es auch einen > Blick ins Buch gibt.

Zum Artikel „Gleichstellung – die beste Entwicklungshilfe“ im „Spektrum der Wissenschaft“ Heft 12/2017


Zum Artikel „Gleichstellung – die beste Entwicklungshilfe“ im „Spektrum der Wissenschaft“, Heft 12.17, S. 56-61 von Ana L. Revenga und Ana Maria Munoz-Boudet.

Ich möchte zunächst zwei Sätze aus demselben Artikel gegenüberstellen:

“Die Trends beruhen auf Vorurteilen über vermeintlich typisch weibliche und männliche Tätigkeiten: Frauen sind angeblich von Natur aus fürsorglicher, Männer geeigneter für körperliche Arbeit und Führungsaufgaben“ (S. 59)

sowie

„Drittens: Frauen an die Macht! Sobald nicht mehr Männer etwas zu sagen haben, verschieben sich politische Initiativen und finanzielle Ausgaben fast automatisch hin zu Themen wie Hygiene, Gesundheit und Schulbildung“ (S. 58).

Immer wieder weisen AutorInnen der Gender Studies, zu denen diese beiden Weltbank-Mitarbeiterinnen gehören, auf angebliche Rollenklischees hin. Sie selbst führen hier unbeabsichtigt den Nachweis, dass es sehr wohl Unterschiede zwischen Männern und Frauen gibt. Frauen denken sozialer und der evolutionäre Grund dafür ist ihre Gebärfähigkeit und nicht die Festlegung durch patriarchalische Strukturen. Es gibt in der Tat Ausnahmen, die jedoch die Regel bestätigen.

Familien- neudeutsch Carearbeit muss gemacht werden, sie ist elementar und überlebenswichtig. Ich verweise auf die Stellungnahme des Fachausschusses Sozial- und Beschäftigungspolitik des Bayerischen Frauenrates vom 15. April 2016:

“Auch wenn die schon im Bruttoinlandsprodukt (BIP) erfasste Haushaltsproduktion in Höhe von 102 Mrd. Euro berücksichtigt wird, entsprach die Bruttowertschöpfung der Haushalte in Höhe von 718 Mrd. Euro derjenigen der deutschen Industrie und der Bereiche Handel, Gastgewerbe und Verkehr zusammen.“ (Aus: Bayerischer Landesfrauenrat „Who cares??? Wer macht’s – Wen kümmert’s – Wer bezahlt’s?“ https://www.lfr.bayern.de/aktuelles/stellungnahmen/neue/32249/index.php abgerufen am 8.1.2018)


Es ist nicht nur ein Faktum, dass Männer diese Tätigkeiten aufgrund ihrer Veranlagung weniger gerne ausüben, sondern es ist auch gefährlich, diesen extrem wichtigen und verantwortungsvollen Bereich Männern zu überlassen, die ja in der Vergangenheit bewiesen haben, dass sie dort nicht lange durchhalten und auch versagen. Das ist zugegeben eine Verallgemeinerung, aber sie beruht auf Trends, die die Autorinnen auch selbst feststellen:

„Schwedische Papas bekamen persönlichen, nicht übertragbaren Urlaub, was sie veranlasste, tatsächlich mehr Zeit mit ihren Kindern zu verbringen. Laut Studien bleiben diese Männer dauerhaft in die Erziehung ihrer Kinder involviert, verabschieden sich aber allmählich von anderen Haushaltspflichten, sobald der Elternurlaub endet“ (S. 59).

Die Trennung von Kindererziehung und Haushaltsarbeit, wie sie die Autorinnen hier vornehmen, entspricht nicht der Lebenswirklichkeit. Jede Mutter weiß, dass das nicht klar zu trennen ist, die Grenzen sind fließend. Das schwedische Beispiel zeigt, dass Väter Rechte an ihren Kindern nicht abgeben, aber die entsprechenden Pflichten nicht wahrnehmen wollen. Wir leben nun einmal im Patriarchat, das Bestand hat, solange die Vaterschaft einen Wert darstellt. Dieser Wert besteht allein darin, dass Väter durch ihre pure Existenz ihre Kinder auf das Patriarchat einnorden. Dieses System ist die u.a. Ursache der enormen Gewalt in der Familie und jeglicher anderer Gewalt. Väter verdrängen auch all die männlichen Bezugspersonen, die Kinder in der rein mütterlichen Linie haben könnten.

Die Situation in den Entwicklungsländern beruht auf den gleichen Einstellungen, die die Autorinnen an den Tag legen. Die Diskriminierung von Hausfrauen ist ihr Ding. Die Bevormundung von Frauen seitens der Gender Studies, nämlich die Aufforderung, mehr in Männerberufe zu drängen, zeigt, wie sehr diese Ideologie in patriarchalischen Denkweisen verhaftet ist. Sie dient allein der Wirtschaft, nicht den Frauen. Die Autorinnen selbst werten nicht nur Männerberufe höher, sie fordern auch keine Gleichstellung sämtlicher weiblicher Arbeit. Wo bleibt die Forderung nach einem Müttergehalt und der Hochbezahlung der Pflegeberufe? Es ist klar, dass die Weltbank daran keinerlei Interesse hat.

Die Gender Studies wollen, dass Frauen wie Männer werden. Sie werden das Patriarchat damit nicht beenden, sondern weiter verschärfen in Richtung Mutterlosigkeit und Kapitalismus. Frauen an die Macht? Ich habe unter Angela Merkel, die kein Heer von Frauen sondern von Männern und die Kirche hinter sich hat, keinerlei Verbesserungen für Mütter feststellen können. Alleinerziehenden Müttern – das sind die, die sich dem Patriarchat entziehen – ging es nie schlechter. Die Kinderarmut war nie höher als heute. Hier versagt einmal mehr Vater Staat. Nie in der Geschichte der Bundesrepublik waren Mütter erschöpfter als heute. Auf der Strecke bleiben die Kinder, deren emotionale Rechte mit Füßen getreten werden, während sie an die patriarchalische Wirtschaft angepasst werden.

Das Land Ruanda, für das die Autorinnen einen sensationellen Abgeordneten-Anteil von 61% feststellen, wurde seit 1998 in dem bis heute andauernden Zweiten Kongokrieg von patriarchalischen Stammesführern an die Wand gefahren. Es waren am Ende auch nicht mehr genug Männer da, die eine Regierung bilden konnten. Das allein ist die Ursache, dass Frauen dort nun verstärkt an der Macht sind. Ihr Leidensdruck war so hoch, dass sie erkannt haben, dass Politik vor allem urweibliche Züge tragen muss. Dass sie die Macht haben, das Patriarchat nachhaltig zu beenden, muss aber bezweifelt werden, denn das Patriarchat ist an das Dogma der Vaterschaft gekoppelt, das aufzugeben die meisten Männer nicht bereit sind und Frauen überwiegend nicht als Ursache des Übels erkennen.

Aufklärung über die verheerenden Nebenwirkungen der Vaterschaft findet weltweit nicht statt, schon gar nicht von seiten der Gender Studies. Gleichberechtigung führt paradoxerweise nicht zu Egalität, sondern vor allem zu einer Stärkung der Position der Männer. Die Diskussion um das sog. Wechselmodell, die bei der BTW2017 erschreckend wenig Pressebeachtung fand, hat das anschaulich gezeigt! Familie ist aber kein Gedöns, sondern die Basis des Patriarchats.
Weltweit beobachten wir einen Backlash des Patriarchats nicht nur in den Entwicklungsländern. Ursache sind weltweit nicht weibliche Tätigkeiten, sondern der Anspruch der Väter, der keine natürliche Grundlage hat, weshalb die Wirkung männlicher Arbeit im Patriarchat zu großen Teilen darin besteht, Natur und Umwelt zu bekämpfen. Die Weltbank, deren Mitarbeiterinnen die Autorinnen sind, ist übrigens keine Wohltätigkeitsorganisation, sondern trägt zur Verelendung und zur Umweltzerstörung bei, wie es attac schon lange anklagt: http://www.attac.de/neuigkeiten/detailansicht/news/lebensmittelkrise-iwf-und-weltbank-an-zynismus-kaum-zu-ueberbieten/

Machen Männer Frauen krank? – Die wahren Zusammenhänge von Gesundheit, Familienstand und Arbeit


In den letzten Tagen ging durch die Sozialen Netzwerke eine Schlagzeile der Frauenzeitschrift ELLE-online: „Jetzt ist es wissenschaftlich bestätigt: Männer machen Frauen psychisch krank!“ Die Resonanz war groß; Frauen versahen den Artikel mit einem schallend lachenden Smily und schrieben, dass sie „es ja schon immer gewusst“ hätten, oder, dass sie „ohne Partner schon lange pumperlgsund“ seien. Indirekt schwang bei den Kommentaren mit, dass es ihnen nicht nur um Depression, sondern allgemein um Krankheit geht. Und auch ELLE-online scheint das so zu sehen, denn die Internetseite trägt den Titel „Männer machen Frauen krank“. Was die ELLE da so sicher macht, dazu kommen wir später. Wäre die Krankheit von Frauen aber nicht so ein schwerwiegendes Problem, dann hätte die Schlagzeile wahrscheinlich nicht eine so eine große Aufmerksamkeit erregt.

Ich beschäftige mich mit dem Thema Gesundheit schon sehr lange und sammle wissenschaftliche Artikel und Studien, die gesellschaftspolitische Relevanz besitzen. Daher weiß ich, dass solche Aussagen mit Vorsicht zu genießen sind. Das Thema hat in Wahrheit so viel Brisanz und ist so ernst, dass es geradezu fahrlässig ist, die Sache leichtfertig zu behandeln und einen „Scherz-Artikel“ daraus zu machen.

Frau mit den Händen vorm Gesicht
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Auch wenn es manche nicht wahrhaben wollen, es ist ganz allgemein eine Tatsache, dass wir Frauen in besonderem Maße leidgeprüfte Wesen sind. Frau und Leid sind fast schon synonym. Menstruationsschmerzen, PMS, Geburtsschmerzen, Wechseljahrsbeschwerden, Blasenentzündungen, Inkontinenz, Reizdarm, Endometriose, Fibromyalgie, Lymphödem, Thromboseneigung, Depressionen, PTBS, Panikattacken und so weiter. Manches ist Veranlagung, vieles ist Geburtsfolge, manches ist auf andere – manchmal sehr schlimme – Weise erworben. Fast immer hat es mit dem spezifischen Frauenleben zu tun. Es gibt aber auch Frauen, die nichts von alledem kennen, oder solche, die eine chronische Krankheit haben, welche keine Schmerzen verursacht und gut eingestellt ist. Unter den Berufstätigen gibt es einige von ihnen, die scheinbar schwerelos durchs Leben gleiten. Sie besitzen eine besonders gute Resilienz.

Um nur einmal im Leben ein Kind zu bekommen, hat manche Frau mitunter 40 Jahre lang, manchmal sogar noch länger, jeden Monat starke Schmerzen. Das durchschnittliche Alter bei der Menopause liegt bei 51 Jahren. Die Zahlen schwanken sehr. Jedenfalls verliert sie viel Blut und erleidet häufig einen folgenreichen Eisenmangel, der nur schwer auszugleichen ist und oft gar nicht diagnostiziert wird. Die Krankenkasse zahlt nur in seltenen Fällen. Von der leider immer noch peinlichen Kleckserei und Geruchsentwicklung, die es aufwändig zu verhindern gilt, ganz zu schweigen. Auch der Vater des Kindes zahlt kein Schmerzensgeld, und versucht manchmal sogar ihr das schwer erarbeitete Kind, an dem er so wenig Anteil hat, zu entreißen.

Was Natur ist, muss ausgehalten werden. Das ist die gerechte Strafe Gottes (welcher im Übrigen selbst ein gebärender Vater sein will)! Ja, wenn sie Schmerzen hat, ist sie selbst Schuld, es gibt doch Tabletten, und es soll ja wie gesagt Frauen geben, die das nicht haben. Was können denn Gesellschaft und Väter dafür?! Tatsächlich finden sich in einer Handtasche jede Menge Tampons, Binden, Schmerztabletten und andere Dinge, die der Frau das (Über-)Leben im Patriarchat ermöglichen. Die Gesellschaft hat sehr viel damit zu tun und der Frauenkörper ist ein kultureller Körper, dessen Integrität ständig infrage gestellt wird, ganz in Gegensatz zum männlichen.

Wenn Männer also tatsächlich Frauen krank machen, wie all die Leserinnen im Internet es spüren, dann sind Frauen schon sehr lange krank, nämlich ungefähr 8000 Jahre, und das muss sich in der Geschichte niedergeschlagen haben und nicht erst heute. Ein Blick in die Bibel und wir werden fündig. Eva wird nach dem Sündenfall mit Geburtsschmerzen bestraft, Adam dagegen mit Arbeit. Das ist interessant, denn heute bekommen Frauen nicht nur unter Schmerzen Kinder, sondern müssen zusätzlich auch zur Arbeit. So will es jedenfalls die Politik, die damit die Strafe Gottes sogar noch übertrifft. Das passiert ausgerechnet in einer Zeit, in der die Bevölkerung beginnt, umzudenken gegen den Zwang zur Arbeit und mit der Forderung eines bedingungslosen Grundeinkommens. Diese Forderung hat bemerkenswerterweise mehr AnhängerInnen als die Forderung nach einem Müttergehalt und Mütterrente!

Die Katholiken gedenken der Madonna mit den sieben Schmerzen, der Schmerzensmutter immer am 15. September. Diese sieben Schmerzen beziehen sich aber im Wesentlichen auf den Leidensweg ihres Sohnes Jesus, an dem sie als Mutter natürlich mitleiden muss. Das erste Leid ist die Prophezeiung des Simeon, dass ihre Seele von einem Schwert durchbohrt werde. Leid und Mitleiden scheinen in der Maria eins zu sein. Das Schwert symbolisiert aber auch einen vollendeten Muttermord, wenn man so will, das Ende des Leids der Mutter und …den Endsieg des Patriarchats. Wir sehen an diesem Beispiel, dass das Patriarchat eine bizarre Logik verfolgt, die den Namen nicht verdient.

Madonna mit den sieben Schmerzen, Loretokapelle mit Schwarzer Madonna bei Bad Zurzach, eigenes Werk
Bild: Madonna mit den sieben Schmerzen, Loretokapelle mit Schwarzer Madonna (Hintergrund) bei Bad Zurzach/Schweiz (Gabriele Uhlmann)

Maria war höchstens 12 Jahre alt, als sie Jesus gebar. Denn im Judentum gilt ein Mädchen nur so lange als Jung(e)frau. Das Leid, das ihr selbst im erzpatriarchalischen Israel wegen ihrer unehelichen Schwangerschaft – aus einer Vergewaltigung und Kinderschändung – zuteil geworden ist, wurde durch die Lügengeschichte von Mariä Empfängnis vollverschleiert. Wo sie sonst geächtet und zu Tode bestraft worden wäre, muss sie nun „nur“ sieben Schmerzen erleiden, die mit denen ihres Sohnes identisch sind. Selbst Schuld ist sie, so die patriarchalische Denke! Ihr Leid hängt eindeutig mit Männern zusammen, nämlich mit ihrem Vergewaltiger und mit den Männern, die ihren Sohn hingerichtet haben. Mutterleid ist unbeschreiblich, und so manche zerbricht daran. Nicht so Maria, die später noch weitere Kinder bekommen wird, und als Schmerzensheldin gefeiert wird. Maria hält aus, Maria hält durch. Sie weint, aber nicht über sich selbst, sondern über ihren Sohn. Damit ist sie seit jeher ein Vorbild für alle Gläubigen, nicht aber für Frauen, die etwas verändern wollen. Im wahren Leben werden oder sind viele Frauen wegen einer Vergewaltigung oder Missbrauchs im Kindesalter erwerbsunfähig. In der Bibel wird stillschweigend davon ausgegangen, dass Joseph Maria ernährte.

In der weiblichen Literaturgeschichte heben sich besonders die Schwestern Charlotte, Emily und Anne Brontë ab, die in der ersten Hälte des 19. Jh. lebten und alle drei sehr früh starben. Ihre Bücher sind Denkmäler des Frauenleids ihrer Zeit. Schon ihre Mutter starb 38-jährig ein Jahr nach der Geburt von Anne. Die Gesundheit der Kinder litt unter der anschließenden Unterbringung im Pensionat, weshalb sie auch oft Zeit zu Hause verbrachten. Ihr Vater, ein Dorfpfarrer, verlangte von ihnen später, als Gouvernanten zu arbeiten, um ihrem Bruder Branwell das Studium zu ermöglichen. Sie hatten keine Freude an diesem Beruf, und litten unter den Arbeitsbedingungen, die sie körperlich und psychisch krank machten. Viel lieber wollen sie daheim und zusammen Autorinnen sein, aber dahin war es im frauenfeindlichen, victorianischen Zeitalter ein weiter Weg. Sie pflegten auch die kranke Kinderfrau bis an deren Lebensende. An ihrem eigenen Ende hatten sie nicht viel von ihrem Ruhm, der sich schließlich doch noch einstellte. Charlotte starb mit 39 während und wegen ihrer Schwangerschaft, Emily starb mit 30 an einer Lungenentzündung und Anne mit 29 an Tuberkulose. Ihr Vater überlebte alle seine Kinder (auch Branwell, 31) und wurde für die Zeit sehr alt. (vgl. Maletzke 2008) Wie wäre ihr Leben verlaufen, hätte die Mutter noch lange gelebt?
Anne, Emily, and Charlotte Brontë
Bild: Anne, Emily und Charlotte Brontë, Gemälde von Branwell Brontë, ca. 1834

In unserer modernen Welt der Hochleistungsmedizin stirbt nur noch ausnahmsweise jemand sehr früh und wer krank ist, hat trotzdem meist noch ein langes Leben vor sich. Damit rückt das Problem der Erwerbsminderung und -unfähigkeit in den Vordergrund. Wer krank ist, der ist von Arbeitslosigkeit und Armut bedroht. Unsere Leistungsgesellschaft folgt der Philosophie, dass nur der, der arbeitet, auch ein Recht auf ein gutes Leben hat. Vermögende werden in unserem Gesundheitssystem bevorzugt behandelt, und zahlen nicht einmal in die gesetzlichen Krankenkassen ein. Sie können sich in ihrer Freizeit besser regenerieren und für Körperpflege mehr Geld ausgeben. Wer mehr Geld hat, ist in der Regel schneller wieder gesund. Berufstätige Frauen besitzen eine höhere sog. Bewältigungskompetenz und bessere sog. Bewältigungsstrategien bei Belastungen aller Art. Ihre Resilienz, ihre gute Gesundheit macht sie zu dem, was sie sind. Gesundheit und finanzielle Sicherheit stehen in einer engen Wechselbeziehung zu einander.
Aber jeder Kranke steht unter Generalverdacht, stinkfaul zu sein, und es sich auf Kosten anderer nett zu machen. Nun sind Kranke doppelt gestraft, denn sie leiden unter ihrer Krankheit und gut leben dürfen sie auch nicht. Vater Staat hat eine komplexe, sogenannte Sozialpolitik hervorgebracht, die alles tut, um sich davor zu drücken, sich um die kranken Mitglieder der Gesellschaft so zu kümmern, dass sie am allgemeinen Leben und Wohlstand teilhaben können. Zwar gibt es mittlerweile viele Initiativen für ein barrierefreies Leben, was Körperbehinderten zugute kommt, aber psychisch Kranke sind immer noch allein gelassen und obendrein stigmatisiert. Wenn es stimmt, dass Männer Frauen psychisch krank machen, dann wären Männer noch viel unmittelbarer an Frauenarmut beteiligt, als bisher gedacht. Weiterlesen „Machen Männer Frauen krank? – Die wahren Zusammenhänge von Gesundheit, Familienstand und Arbeit“

Warum gibt es die Schwiegermutter? Neues zur Großmutterthese

Plastik Überbevölkerung im Neanderthal-Museum, Mettmann
Die Anwesenheit der Großmutter hat einen positiven Effekt auf das Überleben ihrer Enkelkinder. Das ist der evolutionäre Grund für die Menopause, also das lange Leben einer Frau nach ihrer gebärfähigen Phase.
Dies war im Jahre 1998 die zentrale Aussage der Anthropologin Kristen Hawkes, die als Großmutter-Hypothese bekannt wurde. Großen Einfluss auf die Anthropologie hatte sie damit allerdings noch nicht. Im Jahre 2003 fragten Jan Breise und Eckard Voland erneut „Warum gibt es Großmütter?“ und überprüften die Hypothese anhand von Kirchenbüchern aus dem 19. Jh. von der Halbinsel Krummhörn. Sie fanden überraschenderweise eine erhöhte Kindersterblichkeit, wenn die väterliche Großmutter mit im Hause lebte, salopp gesagt, wenn die Mutter ihre Schwiegermutter am Halse hatte. Die Sterblichkeit war sogar noch höher als wenn keine der beiden Großmütter mit im Hause wohnte. Die geringste Sterblichkeit war also gegeben, wenn nur die mütterliche Großmutter bei der Kinderpflege mithalf. Damit wurde deutlich, dass es nicht egal ist, welche Großmutter mit im Hause lebt. Kristen Hawkes These musste in dieser Weise modifziert werden und bekam nun politische Relevanz.

Die korrigierte Großmutterhypothese führte weiter ein Schattendasein, weil die Evolutionsbiologie sich nicht von der „schönen“ Vorstellung trennen wollte, dass die Schwiegermutter den Fortpflanzungserfolg erhöhe, dies eingedenk der zunehmenden Überbevölkerung. Die großmütterliche Leistung war und ist den „Herren der Schöpfung“ suspekt, zumal der Großvater nun außen vor bleibt. So sehr die Herrschende Lehre die Großmutterhypothese zu ignorieren sucht, so groß sind aber auch die Zweifel an der Richtigkeit der positiven Bewertung der Schwiegermutter. Daher werden immer wieder Studien aufgelegt, die den Zusammenhang von Mutter, Großmüttern und Enkelkindern untersuchen.

Die Frage muss nun zu vorderst lauten, warum es die Schwiegermutter gibt, wenn sie doch so schädlichen Einfluss auf ihre Enkelkinder ausübt. Denn die Evolution selektiert nichts im großen Stil, was dem Nachwuchs auch nur ansatzweise schaden könnte. Das wäre ja das Ende aller Arten. Die Anwesenheit der Schwiegermutter deutet daraufhin, dass jemand in die Evolution eingegriffen hat, ohne die weitreichenden Folgen erahnen zu können. Und sie ist ein Anzeichen, dass es mit unserer Art zu Ende geht, trotz und wegen der Überbevölkerung.

Warum gibt es die Schwiegermutter?

Eine Antwort auf die Frage kann nur die unabhängige, interdisziplinäre Patriarchatsforschung liefern, denn sie allein stellt bisher die Natürlichkeit der Schwiegermutter infrage, gerade WEIL sie so einen negativen Einfluss ausübt: Die Existenz der Schwiegermutter ist an die Ehe gebunden und sie war seit dieser Erfindung sogar DIE Garantin für das Funktionieren der Familie, denn sie ersetzte die seitdem ausgeschlossene Großmutter mütterlicherseits sowie alle anderen Angehörigen der Mutter und schützte die Ehe. Sie war nie ein Tausendsassa, sondern hat seit jeher nur ein Ziel: Die Sicherstellung der Vaterschaft ihrer Söhne. Ohne die Kenntnis seiner genetischen Kinder kann kein Vater Macht über sie ausüben und auch nicht über andere. Die Herrschaft der Väter, das Patriarchat, muss daher die Mutter regelrecht gefangen nehmen. Zurecht wird vom Gefängnis der Ehe gesprochen.
Aufseherin war von Beginn an die Schwiegermutter, die sich im Alltag an der sexuellen Kontrolle der jungen Ehefrau, die sie eigentlich als Eindringling wahrnahm, beteiligte, und die sie misstrauisch beäugte. In dieser Patrilokalität genannten Zwangslage lebten alle Frauen noch bis vor 100 Jahren, besonders wenn ihre Ehemänner noch Bauern geblieben waren. Das war aber nicht immer so. Bei den viehnomadischen Völkern kam diese Lebensweise zuerst auf, sie haben sie gewaltsam über die Welt verbreitet und bis heute erhalten.

In der Situation der Patrilokalität waren bzw. sind die jungen Mütter den sexuellen Ansprüchen des Ehemannes schutzlos ausgeliefert. Weiterlesen „Warum gibt es die Schwiegermutter? Neues zur Großmutterthese“

Neues zur female choice, dem Sargnagel des Patriarchats

NEUERSCHEINUNG in diesem Jahr:

Gerade veröffentlichte der Ornithologe Richard O. Prum mit seinem Buch „The Evolution of Beauty: How Darwin’s Forgotten Theory of Mate Choice Shapes the Animal World – and Us“ (dt. Die Evolution der Schönheit: Wie Darwins vergessene Theorie der Partnerwahl die Tierwelt – und uns – formt) eine Untersuchung an Entenvögeln, mit der er den Beweis anführt, dass die female choice auch da arbeitet, wo wir sie nicht vermuten würden, während einer Vergewaltigung, wie sie manchmal bei Enten wahrgenommen wird. Damit wird noch deutlicher, dass die female choice nicht nur bewusst bzw. teilbewusst, sondern auch unbewusst abläuft und von selektierten anatomischen Gegebenheiten geschützt wird.
In einem Interview mit der Zeitschrift „National Geographic“ erläutert er die Beobachtungen seines Teams.
Schon der Titel des Buches verrät, dass der Autor die female choice auch für uns Menschen als evolutionäre Größe ansieht, die durchaus gesellschaftliche Sprengkraft besitzt. Das Buch liegt leider noch nicht in dt. Sprache vor.

Bildquelle: PenguinRandomHouse

Zur Vorgeschichte:

Die Entdeckung der female choice wurde von Charles Darwin 1874  in seinem Buch „Die Abstammung des Menschen und die geschlechtliche Zuchtwahl“ (engl. The Descent of Man, and Selection in Relation to Sex) vorgestellt. Das Missfallen über diese These, die Darwin kurz Sexuelle Selektion nannte, war groß, galt es doch nur dann als schicklich, wenn der Mann wählt und die Frau sich erwählen lässt.
Fortan verschwand diese wichtige Entdeckung in der Versenkung.

Als die Anthropologin Meredith M. Small 1995 ihr Buch „Female Choices. Sexual Behavior of Female Primates (dt. Weibliche Auswahlen. Das sexuelle Verhalten der weiblichen Primaten) herausgab, in dem sie die Sexuelle Selektion als female choice der Primaten beleuchtete, blieb die Begeisterung ebenfalls aus. Dabei liefert das Buch nichts weniger das entscheidende Argument gegen die Existenz eines natürlichen Patriarchats. Zuvor hatte sich der Feminismus ins Aus geschossen mit der Vorgabe, dass jede Betrachtung der Biologie der Frau als Biologismus abzulehnen sei.

Im Jahre 1998 veröffentlichte die Zeitschrift „Spektrum der Wissenschaft“ den Artikel „Wie Weibchen Partner wählen“ des Evolutionsbiologen Lee Alan Dugatkin (Universität Louisville/USA) und des Verhaltensökologen Jean-Guy J. Godin (New Brunswick/Kanada). Damit holten sie Darwins Sexuelle Selektion in die breite deutschsprachige Öffentlichkeit und beschrieben sie an unterschiedlichen Tierarten. Im Artikel, der eine deutsche Übersetzung des Originals aus der amerikanischen Ausgabe der Zeitschrift „Scientific American“ ist, ist statt von female choice von „Damenwahl“ die Rede. Die Forscher beziehen die Erkenntnisse ausdrücklich auch auf den Menschen, räumen aber eine kulturelle Überlagerung ein, und fragen vorsichtig: „Heißt es nicht, Frauen seien bei der Partnersuche wählerischer als Männer?“ (SdW 98/6, S. 77). Im Literaturverzeichnis finden sich die wesentlichen Untersuchungen, die bis zu diesem Zeitraum veröffentlicht wurden, es fehlt aber Smalls Buch. Im Artikel finden sich die alternativen Begriffe wie female mate choice bzw. female mating. Der Artikel ist online abrufbar, leider ohne die reiche Bebilderung.

Im Jahre 2009 brachte die Anthropologin Sarah Blaffer Hrdy ihr Buch „Mütter und andere. Wie die Evolution uns zu sozialen Wesen gemacht hat, (engl. Mothers and Others. The Evolutionary Origins of Mutual Understanding) heraus, worin sie die Erkenntnisse Smalls mit der Großmutter-These von Kristen Hawkes verknüpfte und damit nachwies, dass die artgemäße Lebensweise der Menschen matrifokal ist.

Der Patriarchatsforscher Gerhard Bott nahm ebenfalls 2009 auf Meredith M. Small Bezug und machte die Unterdrückung der female choice der Menschenfrau in seinem Buch „Die Erfindung der Götter“ zum Ausgangspunkt seiner Entstehungsgeschichte des Patriarchats.

2015 beschrieb ich in meinem Essay „female choice – unser Menschenrecht“ unter Berücksichtigung aller Erkenntnisse die Wirkungen der female choice und die Bedeutung dieses grundlegendsten aller Menschenrechte für die Überwindung des Patriarchats. Der Artikel wird von mir regelmäßig an den Stand der Wissenschaft angepasst.

Der ‚Vater‘ braucht das Kind!

Um den vollen Beitrag von Stephanie Gogolin (Matrifokale Gegenwart) zu lesen, der ihren fulminanten Satz Der ‚Vater‘ braucht das Kind! erläutert, klicken Sie bitte auf: Ursprünglichen Post anzeigen. Beachten Sie auch die Studie der European Society of Human Reproduction and Embryology, mit der bestätigt wurde, dass es keinen Vater braucht, um Kinder gesund aufwachsen zu lassen, wahlweise Englisch oder Deutsch:

Matrifokale Gegenwart

Unsere „Urnatur“ kommt immer dann zum Vorschein, wenn die Repression der patriarchalen ideologischen und konkret gewaltsamen Zwangsverordnungen an Wucht und Bedeutung in der Gesellschaft verliert.
„… erkennen wir unsere wahre Natur. In unserer etwas freieren westlichen Welt kommt sie langsam wieder an die Oberfläche.“ schreibt Gabriele Uhlmann. Danke, liebe Gabriele, dass du auf diese entscheidenden Punkt hingewiesen hast.
Die Female Choice hatte sich, wie du schon nachgewiesen hast, ohnehin nie völlig unterdrücken lassen, was die Patriarchose einerseits unterlief, andererseits unendlichen vielen Frauen (und auch Kindern) das Leben kostete und heute immer noch als die Sünde schlechthin wider des Vatersystems gewertet wird. Das hat sich seit seinem Beginn bis heute zu der allgemeinen Androzentriertheit ausgewachsen, die sich immer noch in der Gesetzgebung, der Denkungsart des Mainstreams und den kulturellen Dogmen und Tabus der anonymen Großgesellschaft niederschlägt. Dazu gehört auch die sich hartnäckig haltende Behauptung „ein Kind braucht seinen Vater“.

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Nazikeule Mutterkult – Wie mit Halbwissen Mütter mundtot gemacht werden und was dagegen hilft

Eine Mutter muss sich heute entschuldigen, wenn sie ihrem Kind oberste Priorität einräumt. Es wird erwartet, dass sie möglichst vollzeitig berufstätig ist, sich selbst versorgt und dem Kind lediglich sog. „Quality time“ widmet. „Kinder brauchen ihre Mutter“, das ist ein Satz, für den sich jede schämen muss, sie bekommt aus allen Lagern Gegenwind, von Feministinnen, Maskulisten und von der Politik. „Kinder brauchen ihren Vater“ ist dagegen ein Satz, der allgemeine Anerkennung findet, wieder von Feministinnen, Maskulisten und von der Politik. Möglich ist das, weil die 8000 Jahre alte Vater-Ideologie im Patriarchat Konsens ist.
Besonders bizarr wird es, wenn sich ausgerechnet ein Kirchenfürst einmischt und für Mütter Partei ergreift. Der wegen diverser Vergehen aus dem Amt geschiedene Bischof Mixa sagte sinngemäß:

Wer mit staatlicher Förderung Mütter dazu verleitet, ihre Kinder bereits kurz nach der Geburt in staatliche Obhut zu geben, degradiert die Frau zur Gebärmaschine.

Der Satz, der für sich gesehen, aus patriarchatskritischer Sicht völlig richtig ist, wird im Munde eines Priesters zur unerträglichen Heuchelei, die wieder gegen Mütter ausgeschlachtet werden kann. Er spielt die Rolle des Anwalts des Teufels.  Es waren ja Tempel und Kirche selbst, die den Vater zum Schöpfer erhoben und seitdem Mutter Natur als Nährboden seines Samen hinstellen, und das nicht einmal nur im Alten Testament. So lesen wir in Matthäus 13:38 als Jesus-Wort:

„der Acker ist die Welt; der gute Samen, das sind die Söhne des Reiches; das Unkraut sind die Söhne des Bösen;“ (Quelle: Bibleserver.com)

Dieses Denken liegt dem väterlichen Besitzdenken zugrunde, das bis heute in den Gesetzen seinen ungesagten Niederschlag findet und das besonders in den Staaten, die das Haager Kindesentführungsübereinkommen nicht unterzeichnet haben, offen ausgesprochen und gelebt wird. Eine Reform im Gesetz bedeutet aber nicht automatisch, dass sich die Mentalität in der Bevölkerung geändert hat. Tatsächlich haben wir einen ausgeprägten Vaterkult, im Namen des Vaters, des Sohnes und des heiligen Geistes, im Namen aller Götter. Es ist die Religion, die den Vater heiligt, und damit dem Patriarchat die ideologische Basis verpasst.
Wir wissen es längst besser: Sperma beinhaltet keine kleinen Menschen, es ist lediglich menschlicher Pollen und kein Same. Weder Kind noch Frau gehören dem Mann. Kinder sind Fleisch und Blut ihrer Mutter. Sie geben ihren Kindern von Natur aus mehr als Väter und sie geben mehr als ihren Körper. Von Natur aus sind sie entsprechend ausgestattet. Allerdings hat das Patriarchat alles dafür getan, dass Mütter sich heute kaum noch darüber bewusst sind und leider sind viele Mütter von den patriarchalen Verhältnissen so traumatisiert oder verblendet, dass sie einen ungünstigen Einfluss auf ihre Kinder ausüben können.

Als wichtigste Bindungsperson bleibt die Mutter die erste Anlaufstelle für ihre Kinder. Das ist keine Frage der Besitzverhältnisse, sondern eine evolutionäre Notwendigkeit, die das Leben auf und von der Erde sicherstellt. Die Sehnsucht nach der Mutter ist Kindern angeboren. Jeder noch so gut meinende Vater kennt diese schon magisch anmutende Verbindung, die meist auch dann besteht, wenn die Mutter das Kind vernachlässigt, und die vor allem Vaterrechtlern ein Dorn im Auge ist. Sie unterstellen Müttern Besitzdenken oder Manipulation des Kindes und projizieren doch nur selbst das patriarchale Besitzdenken auf sie.
Weiterlesen „Nazikeule Mutterkult – Wie mit Halbwissen Mütter mundtot gemacht werden und was dagegen hilft“